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Hooligan-Krawalle„Verbrecher vor Gericht stellen“ – Italien zürnt nach „Guerillakrieg“ in Neapel

Vermummte Hooligans haben vor dem Spiel auf einer Straße ein Polizeiauto in Brand gesetzt.

Hooligans setzten vor dem Spiel in Neapel am 15. März 2023 ein Polizeiauto in Brand.

Die schweren Krawalle in Neapel haben in Italien für Empörung gesorgt. Die Regierung verlangt harte Strafen und stellte Forderungen an Deutschland.

Es waren verstörende Bilder: Hooligans von Eintracht Frankfurt, der SSC Neapel und Atalanta Bergamo haben sich am Mittwoch (15. März 2023) vor dem Champions-League-Spiel in Neapel schwere Auseinandersetzungen geliefert.

Autos brannten, Feuerwerkskörper und Stühle flogen durch die Luft, etliche Außenbereiche von Bars und Restaurants wurden verwüstet und über der Innenstadt kreiste ein Polizei-Hubschrauber: Der „Corriere dello Sport“ schrieb angesichts der Krawalle gar von einem „Guerillakrieg“ im Zentrum der süditalienischen Stadt. 

Italiens Regierung sieht sich bestätigt

Besonders in Italien war die Empörung groß. Die italienische Regierung forderte harte Strafen. „Ich hoffe, dass diese Verbrecher vor Gericht gestellt werden“, sagte der italienische Vizepremier- und Außenminister Antonio Tajani (69). Seine Solidarität gelte „den Polizeikräften und der Stadt Neapel angesichts dieser schwerwiegenden Gewalt“.

Sergio Amato von der Staatsanwaltschaft Neapel erklärte bei Rai News: „Ich glaube, dass die Ordnungskräfte hervorragende Arbeit geleistet haben, paradoxerweise konnten sie den Schaden so weit wie möglich begrenzen.“ Um solche Szenen zu verhindern, sei es aus seiner Sicht aber notwendig, auf ordnungspolitischer Ebene einzugreifen. „Kurz gesagt: Aus juristischer Sicht wären einschneidendere Regeln erforderlich. Die Vereine haben in den letzten Jahren viel getan, aber manchmal treten diese Phänomene urbaner Gewalt auch meilenweit von Stadien entfernt auf.“

Die rechte Regierungspartei Lega um Matteo Salvini (50) richtete angesichts der Zusammenstöße auch Forderungen an die deutsche Regierung. Diese solle „für den Schaden aufkommen“, hieß es: „Das Innenministerium hatte recht, als es ein Transferverbot für diese Hooligans gefordert hat.“

„Wir bedauern die Vorfälle außerordentlich, die sich hier ereignet haben. Diese Gewalt ist durch absolut nichts zu rechtfertigen. Wir mögen sie vielleicht alle befürchtet haben, aber sie ist und bleibt nicht hinnehmbar“, sagte Eintracht Frankfurts Vorstandsmitglied Philipp Reschke (50) am Donnerstag (16. März 2023) vor der Abreise der Mannschaft.

Die Gewalt, die sich bei Straßenschlachten rund um die Partie am Mittwochabend entfesselt hatte, habe weitreichende Auswirkungen. „Sie schadet dem Fußball, sie schadet Eintracht Frankfurt und sie schadet unseren Bemühungen, uns für die Rechte aller Fans, die hier gerne ein Fußballspiel ohne Repressionen und Erlasse im Stadion gesehen hätten, einzusetzen“, betonte Reschke.

Eintracht-Vorstand: Ordnung wurde gegen Improvisation und Chaos eingetauscht

Die Polizei habe dem Verein gegenüber zwar bestätigt, dass der Angriff in der Stadt von Neapel-Fans ausging. „Aber auch das rechtfertigt nicht, was sich danach auf beiden Seiten an Gewaltpotenzial entlud“, kritisierte Reschke.

Reschke übte zudem Kritik an den italienischen Sicherheitsbehörden, die durch das zuvor erlassene Ticketverbot für Eintracht-Fans zur Eskalation beigetragen hätten. Man habe dadurch Tausende Anhänger verprellt und die ohnehin schon angespannte Atmosphäre vergiftet. „Alles war vorbereitet und organisiert, vom Fan-Meeting-Point, über die Transporte etc. Diese Ordnung wurde gegen Improvisation und Chaos eingetauscht“, sagte Reschke. „Das rechtfertigt nichts, aber es gehört mit zur Geschichte.“ Nehmen Sie an der EXPRESS.de-Umfrage teil:

Eintracht-Kapitän Sebastian Rode (32) kritisierte ebenfalls die italienischen Behörden, „die sich keinen Gefallen damit getan haben, unsere Fans auszusperren“. Oliver Glasner (48) erklärte, er sei „Trainer und zum Glück kein Politiker. Aber ich habe das schon oft gesagt: Ich verurteile jegliche Form von Gewalt und Kriminalität. Egal, wo und wann das passiert auf der Welt.“

Die deutsche Politik meldete sich am Abend in Person von Innenministerin Nancy Faeser (52) zu Wort. „Diese Gewalt heute Abend ist aufs Schärfste zu verurteilen. Gewalttäter und Chaoten machen den Sport kaputt“, twitterte die SPD-Politikerin. Den Tweet sehen Sie hier:

Wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa am Donnerstag berichtete, wurden die gewaltbereiten Fußballfans aus Frankfurt in der Nacht und am frühen Morgen mit Bussen und unter Polizeischutz zum Flughafen von Neapel sowie nach Salerno und Rom gebracht, von wo sie ihre Heimreise nach Deutschland antreten sollten.

Der Abtransport hatte sich in der Nacht verzögert, als Hooligans der SSC Neapel zu einem Hotel am Hafen vordringen wollten, in dem sich die Frankfurter befanden. Es kam in den naheliegenden Straßen zu Zusammenstößen zwischen den Fangruppen und der Polizei. Zunächst acht Personen wurden festgenommen, darunter drei Deutsche. Weitere Festnahmen könnten folgen. (are/dpa/sid)