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Kritik an Katar-WM Aktion von FC & Gladbach-Fans: Mit „Boykottspende“ Haltung zeigen und Gutes tun

Fußball: Gruppen-Auslosung Europa für die WM-Qualifikation 2022 im Hallenstadion. Der FIFA-WM-Pokal steht vor Beginn der Auslosung auf der Bühne. +++ dpa-Bildfunk +++

Der WM-Pokal bei der Auslosung für die Qualifikation zur WM 2022 in Katar.

Der Fußball steht vor der absurdesten Weltmeisterschaft aller Zeiten. Die WM in Katar eint die meisten Fans in Ablehnung. Drei von ihnen haben deshalb die „Boykottspende“ ins Leben gerufen.

Die Fußball-Weltmeisterschaft in Katar spaltet die Fanszenen in der Welt nicht, sie vereint sie in herzlicher Ablehnung des Turniers ab November. Die Entscheidung der FIFA, das größte Fußballfest in dem Wüstenstaat in klimatisierten Stadien stattfinden zu lassen, machte einmal mehr deutlich, dass der internationale Verband vor allem an den Kommerz denkt und nicht an die Fans.

Doch bei aller Ablehnung wissen Fußballliebhaber: So ganz wegschauen wird wohl kaum einem gelingen. „Das komplett zu ignorieren, wird schwerfallen“, gesteht FC-Fan Stefan Weigl aus Wiesbaden.

Er hat sich gemeinsam mit seinem Freund und FC-Fan Gregor Faßbender ausgerechnet mit einem Anhänger von Borussia Mönchengladbach, Michael Grupe aus Darmstadt, zusammengetan und eine besondere Aktion ins Leben gerufen. Die Boykottspende. „Wir wollen das ungute Gefühl sichtbar machen und dabei etwas Gutes tun“, sagt Weigl.

Vorbild war die „Saisonspende“ der FC-Fans

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Inspiriert wurde das von der Idee der „Saisonspende“. Da legen sich Fans des 1. FC Köln vor der Saison in den sozialen Netzwerken fest, ob sie etwa pro FC-Tor oder Auswärtssieg etwas für einen gemeinnützigen Zweck spendet. „Unsere Idee: Für jedes Spiel, was man schafft zu boykottieren, spendet man noch etwas. Jeder kann selber entscheiden, welche Organisation man unterstützt.“

Aber auch andere Varianten werden noch überlegt. Faßbender: „Wir haben viele Leute aus unserem Umfeld, denen es von der kritischen Haltung zu dieser WM ähnlich geht. Die ganze Saison ist ja davon maßgeblich beeinflusst.“

Stefan Weigl mit Tochter im Rhein-Energie-Stadion.

Stefan Weigl, Fan des 1. FC Köln, hat mit seinen Freunden Gregor Faßbender und Michael Grupe die Boykottspende ins Leben gerufen.

Und so haben sie eine Homepage basteln lassen, um die Kritik an der FIFA sichtbar werden zu lassen. Unter „boykottspende.de“ heißt es: „Lasst uns ‚Nein‘ sagen zur WM 2022 in Katar.“

Die Initatioren schreiben: „Im Winter findet in der Wüste das größte Fußballturnier der Welt statt. Alles daran war oder ist absurd: das Vergabeverfahren, die Jahreszeit, die Klimaanlagen in den Stadien, die angebliche Fußballkultur im Gastgeberland, das Alkoholverbot, das Ausblenden von Nachhaltigkeitskriterien, die Arbeitsbedingungen beim Bau der Stadien. Und nicht zuletzt die vielen tausend Menschen, die beim Bau der Infrastruktur ihr Leben lassen mussten.“

Auf der Seite finden sich auch Hintergrundinformationen, warum es den Boykott wert ist. Auch wenn sie selbst wissen, dass sie vielleicht nicht jedes Spiel links liegen lassen können. Weigl: „Dafür ist man dann doch zu fußballverrückt. Aber mit der Boykottspende steigern wir die Selbstdisziplin und den Ansporn, wegzuschauen.“

Egal ob ein queeres Projekt oder ein Tierheim in finanziellen Nöten: Die drei Freunde wollen auf ihrer Seite auch noch Organisationen vorstellen, für die sich eine Spende lohnt. Weigl: „Für diejenigen, die gar keine Idee haben, was sie spenden wollen.“

Die Boykottspende für die WM in Katar – hier hat der Fußball-Fan die Möglichkeit, ein Zeichen zu setzen und Gutes zu tun. Weigl und Co. hoffen auf eine Menge Unterstützer für ihre Aktion.

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