„Die schießen auf alles“ Nach dramatischer Flucht: FC nimmt Ukraine-Team auf

Spieler des 1. FC Köln und FK Krywbas posieren mit einem Anti-Kriegs-Banner.

Die Ukrainerinnen vom FK Krywbas und Steffen Baumgarts FC-Team forderten am Donnerstag (17. März 2022) gemeinsam das Kriegsende.

Ein starkes Zeichen des 1. FC Köln: Der Bundesliga-Klub hat ukrainischen Fußballerinnen bei der Flucht vor dem Krieg geholfen und sie nun am Geißbockheim empfangen.

Während Putins Krieg von Tag zu Tag grausamer wird, hält die Fußballwelt zusammen! Mithilfe des 1. FC Köln konnte das komplette Frauen-Team des FK Krywbas aus der Ukraine flüchten, hat am Geißbockheim jetzt eine zweite sportliche Heimat.

Seit Dienstagnacht (15. März 2022) sind Kapitänin Anna Ivanova (22) und ihre Mitspielerinnen in Köln, wohnen in einem stillgelegten Hotel. Donnerstag schauten sich die Ukrainerinnen das Training der FC-Profis von Steffen Baumgart (50) an, danach standen sie selbst auf dem Rasen.

Was die Mädels aus Krywyj Rih, einer 625.000-Einwohner-Stadt im Süden des Landes, in den vergangenen Wochen erlebt haben, ist unglaublich und einfach schrecklich!

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FK Krywbas: Auf dem Weg ins Trainingslager begannen Explosionen

Der FK Krywbas spielt in der ersten Liga, zählte in der Hinrunde als Tabellendritter zur Spitzengruppe und träumte von der Champions League. Dann kam der Krieg – gerade, als das Team auf dem Weg ins Trainingslager in die Türkei war.

Ivanova erzählt: „Wir saßen im Bus, wollten zum Flughafen und haben drei laute Explosionen gehört. Wir sollten sofort ins Hotel zurückkehren, haben einen Keller bekommen, um uns vor den Bomben zu schützen. Die letzten beiden Wochen waren für uns eine Katastrophe. Die Luftangriffe sind nicht platziert, die schießen auf alles.“

Dann die dringend benötige Hilfe! Nach Vermittlung von Artur Podkopayev – der in der Jugend für Krywbas‘ Männermannschaft spielte, mittlerweile in Deutschland lebt und hierzulande Unterstützung suchte – setzte der FC alle Hebel in Bewegung, um das Team nach Köln zu holen.

Stiftungsmitarbeiter Thorsten Friedrich hat den Transfer von der ukrainisch-polnischen Grenze begleitet, berichtet: „Es waren ein paar Verhandlungen nötig, damit die Mädels über die Grenze dürfen.“ Dort wartete schon ein Bus auf Ivanova & Co. Nach 15-stündiger Reise erreichte die Gruppe in der Nacht zu Mittwoch schließlich Köln – und ist nun in Sicherheit!

Anna Ivanova: „Wir haben uns Sorgen um unser Leben gemacht“

Die Kapitänin sagt: „Als wir gehört haben, dass wir nach Köln kommen können, war das eine große Erleichterung. Wir haben uns Sorgen um unser Leben gemacht.“ Was bleibt, ist die Angst um die Liebsten in der Heimat. Die erst 17-jährige Spielmacherin Inna Hlushchenko erzählt: „Meine Familie befindet sich noch in der Ukraine. Ich mache mir unglaubliche Sorgen, weil die Situation schlimmer und schlimmer wird. Nicht nur die Ukraine wurde angegriffen, sondern ganz Europa.“

Kraft wollen die Fußballerinnen auch in der schwierigsten Zeit ihres Lebens aus dem Sport ziehen. In den kommenden Wochen sollen sie regelmäßig am Geißbockheim und auf anderen Kölner Plätzen trainieren. Der FC will die Geflüchteten zum Heimspiel gegen Dortmund (Sonntag, 19.30 Uhr) einladen und tut im Verbund mit dem Blau-Gelbes Kreuz e.V. und dem Goldene Jungs e.V. weiterhin alles, um zu helfen.

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„Wir versuchen, jetzt noch mehr Menschen hinter die Grenze zu bekommen und die Netzwerke, die sich hier in Köln gebildet haben, zu stärken. Damit da noch mehr Power dahintersteht“, sagt Stiftungsmitarbeiter Friedrich.

Und auch der FK Krywbas will von Köln aus helfen, Mittelfeldspielerin Hlushchenko ruft auf: „Alle Frauenmannschaften, die das hören, können Freundschaftsspiele mit uns absolvieren. Alles, was wir dort sammeln, werden wir spenden.“ In der Hoffnung, dass Putins Gräueltaten bald ein Ende haben!

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