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Nach kometenhaftem Aufstieg Vizemeister Rheinland Lions am Ende – Spielbetrieb eingestellt

Uju Ugoka (MBC Lions) und Barbora Kasparkova (MBC Lions) guarden Romy Bär (Rheinland Lions, r.) in der Basketball-Bundesliga der Damen.

Szene vom 22. Dezember 2022: Uju Ugoka (l., MBC Lions) versucht, Romy Bär von den Rheinland Lions zu stoppen. Für den Rheinland-Klub ist nun Anfang 2023 Schluss wegen Insolvenz.

Gründung 2020, Aufstieg 2021, Finale 2022, jetzt das Aus Anfang 2023. Als Spitzenreiter haben sich die Rheinland Lions vom Spielbetrieb der Damen-Basketball-Bundesliga (DBBL) abgemeldet.

Erst ein märchenhafter Aufstieg in Rekordzeit, dann das plötzliche Aus. Wenn etwas bei den Rheinland Lions passiert, geht es schnell – doch rein sportlich passiert nun wohl nichts mehr. Anfang Januar 2023 ist plötzlich alles vorbei!

„Zum aktuellen Zeitpunkt würde ich sagen, die Lions sind Geschichte“, sagt Geschäftsführer Martin Spicker. Nach Eröffnung eines Insolvenzverfahrens hat sich der Spitzenreiter vom Spielbetrieb der Damen-Basketball-Bundesliga (DBBL) abgemeldet.

Basketball: Rheinland Lions ziehen sich zurück

Am vergangenen Samstag (8. Januar) wurde das Unvermeidliche öffentlich, es ist Schluss für den Klub, der vergeblich um seine Zukunft gekämpft hat. Dabei hatten die Lions am 1. Januar noch verkündet, dass die Finanzierung bis Saisonende gesichert sei.

Vorausgegangen waren dem jähen Ende Probleme, die sich bereits vor Beginn dieser Spielzeit angedeutet hatten. „Wir haben den Lions die Möglichkeit gegeben, nachzubessern. Dass es so weit kommen würde, hat sich zu diesem Zeitpunkt nicht angedeutet“, sagt rückblickend DBBL-Geschäftsführer Philipp Reuner, der zuletzt das Lizenzierungsverfahren verschärft und mehr Transparenz gefordert hatte.

Der Verein gibt Versäumnisse in der Vergangenheit zu. „Seit Gründung in 2020 konnte man nur auf einen Kapitalgeber zurückgreifen. Das war kein gesunder Zustand und der Wechsel auf eine breitere Basis hätte viel früher erfolgen müssen“, so Spicker, der selbst der von ihm angesprochene Kapitalgeber war.

Die breite Basis an Sponsoren und Geldgebern wäre zum Start ins neue Jahr da gewesen – doch da war es zu spät. Schon im Dezember hatte der Verein Insolvenz beantragt. In der Folge gab es eine Nachlizenzierung mit Auflagen wie einem deckenden Finanzplan bis einschließlich 30. April. „Wir haben alle Bedingungen erfüllt“, sagt Spicker.

Unabhängig davon eröffnete das Amtsgericht Köln am 1. Januar aber das Insolvenzverfahren, einen Tag später beschlossen DBBL und die Insolvenzverwalterin der Lions, den Spielbetrieb nicht fortzusetzen. Der Teilnahme-Rechtsvertrag wurde aufgelöst.

Auch Basketball-Nationalspielerin Romy Bär sucht neuen Klub

Warum der Klub kurz vorher noch eine Fortführung des Spielbetriebs verkündet hatte, weiß Reuner nicht. „Mit uns war das so nicht abgesprochen“, sagt der DBBL-Chef. Die Kommunikation untereinander und die Außendarstellung, immerhin da sind sich die Beteiligten einig, verlief unglücklich.

Leidtragende sind vor allem die Sportlerinnen um Nationalspielerin Romy Bär. Bis 31. Januar läuft innerhalb der DBBL noch die Wechselfrist und damit die Hoffnung auf einen neuen Vertrag. Mehrere Wechsel, darunter der von Spielmacherin Joyce Cousseins-Smith zu Ligakonkurrent GISA Lions MBC Halle, waren Anfang Januar bereits bekannt geworden.

Die Lions waren 2020 als ambitioniertes Projekt gegründet worden, um Talente verschiedener Vereine im Rheinland zu vereinen. Gespielt wurde in Herkenrath und Bensberg – zunächst mit Erfolg. Nach dem Aufstieg 2021 folgten direkt die Teilnahme am Pokal-Final-Four und die Vize-Meisterschaft. Das ist gut acht Monate her.

Für Spicker war das Engagement nicht umsonst. „Das Positive ist: Die Basis für eine Zusammenarbeit zwischen den Vereinen im Rheinland ist gelegt“, sagt er und glaubt daran, dass es auch in Zukunft Möglichkeiten geben wird, darauf aufzubauen. Zu einer möglichen eigenen Beteiligung wollte Spicker sich noch nicht äußern. (sid)

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