„Öko-Test“ Schadstoffe im Kaffee: Doch Aldi trumpft mit richtig gutem Produkt auf

Guten Kaffee gibt es nicht überall. Doch woran erkennt man eigentlich guten Kaffee? Auf dem Symbolfoto (aufgenommen am 24. September 2021) liegen Kaffeebohnen neben einer Tasse auf einem Tisch.

Guten Kaffee gibt es nicht überall. Doch woran erkennt man eigentlich guten Kaffee? Auf was sollte man beim Kauf achten?

Pulver in den Filter, Kaffeemaschine an: Herrlich, dieser sich ausbreitende Duft im Raum, wenn sich die Kanne langsam mit Kaffee füllt. Aber nicht immer setzt sich der Genuss am Gaumen fort. Woran erkenne ich guten Kaffee?

Frankfurt am Main. Was macht einen guten Kaffee aus? Kaffee soll wach machen, aber natürlich auch gut schmecken. Doch zwischen einem aromatischen, vollen Röstgeschmack und einer bitter schmeckenden Enttäuschung ist die Bandbreite groß in den Regalen von Discountern und Supermärkten.

In einer Untersuchung der Zeitschrift „Öko-Test“ von 20 gemahlenen Kaffees mit mittlerem Stärkegrad reichte das Geschmacksurteil von „sehr gut“ bis „mangelhaft“ (Ausgabe 11/2021).

Woraus setzt sich gute Qualität beim Kaffee zusammen?

Bekannte Markennamen sind für die Qualität des Röstkaffees ebenso wenig ein sicheres Indiz wie der Preis, zeigt die Untersuchung. Doch die Sensorik war gar nicht der größte Kritikpunkt.

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Denn zwölf Produkte - und damit die Mehrzahl - überzeugten bei Geruch, Geschmack und Ausgewogenheit mit guten oder sehr guten Teilnoten.

„Öko-Test“ für Kaffee: Aldi unter den besten Produkten

  • Gepa „Faires Pfund Bio Kaffee aus Fairem Handel, gemahlen“: 8,49 Euro für 500 Gramm
  • AldiSüd „Amaroy Extra, Röstkaffee gemahlen“: 3,59 Euro für 500 Gramm

In allen Bereichen - Geschmack, Inhaltsstoffe, Kaffeeanbau und Transparenz - gut oder sehr gut, war in diesem Test nur ein Produkt: „Faires Pfund Bio Kaffee aus Fairem Handel, gemahlen“ von Gepa. Es war auch das Beste unter den sechs Bio-Produkten im Test.

Unter den konventionellen Röstkaffees lag „Amaroy Extra, Röstkaffee gemahlen“ von Aldi Süd ganz vorne. Er schnitt geschmacklich und von den Inhaltsstoffen her „gut“ ab, und wurde beim Kaffeeanbau und der Transparenz noch mit „befriedigend“ benotet. Heißt: Guter Kaffee muss nicht teuer sein – und wird sogar beim Discounter angeboten.

Öko-Test: Strenge Messlatte für Acrylamid im Kaffee

Viel mehr auszusetzen hatte die Zeitschrift in Sachen Schadstoffe. So bewertete sie bei 13 Produkten die gemessenen Acrylamid-Werte als erhöht.

„Öko-Test“ legt allerdings eine strenge Messlatte an: Als erhöht galt es in der Untersuchung schon, wenn geltende EU-Richtwerte für Acrylamid in Röstkaffee um mehr als die Hälfte ausgeschöpft wurden. Der Stoff bildet sich beim Rösten der Kaffeebohnen und gilt als möglicherweise krebserregend.

„Öko-Test“: Unter welchen Bedingungen wird der Kaffee angebaut?

Weiterhin bemängelte „Öko-Test“ bei vielen Röstkaffees fehlende Transparenz mit Blick auf Anbaubedingungen und Lieferketten. Die Zeitschrift hatte die Anbieter etwa gefragt, ob sie sich aktiv darum bemühen, dass die Menschen auf den Kaffeeplantagen anständig bezahlt werden. Oder ob sie nachweisen können, dass für den Anbau ihrer Kaffeebohnen die Vernichtung von Wäldern auszuschließen ist.

Die Antworten fielen dem Bericht zufolge mal umfassend und mal dürftig aus. Für Verbraucherinnen und Verbraucher lassen sich diese ökologischen Aspekte ohnehin leider nur schwer nachvollziehen.

Rat von Öko-Test: Wer darauf Wert legt, dass weder die Natur im Anbauland über Gebühr geschädigt wird noch die Menschen vor Ort für den Kaffeegenuss ausgebeutet werden, sollte darauf achten, dass sich auf der Kaffeepackung ein Bio-Label und ein Zertifikat für fairen Handel finden, zum Beispiel Fairtrade oder Hand in Hand. Das sei zumindest ein gutes Zeichen für entsprechende Bemühungen. (sai/dpa)

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