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Alarmierend Verseuchtes Wilke-Fleisch auch in Fertigprodukten verarbeitet

Wilke Wurst

Der Betrieb des Fleischherstellers Wilke Wurstwaren in Twistetal wurde geschlossen.

Berlin – Die potenziell mit Keimen belasteten Waren des nordhessischen Wurstherstellers Wilke sind möglicherweise auch in Fertiggerichten anderer Hersteller verarbeitet worden. Das geht aus einer Antwort des hessischen Verbraucherschutzministeriums auf Fragen der Organisation Foodwatch hervor.

„Sollte Wilke-Ware im Verlauf der Handelskette in Fertigprodukten verarbeitet worden sein, dann waren auch diese Produkte vom Rückruf eingeschlossen”, sagte eine Ministeriumssprecherin am Sonntag.

Wilke-Waren vermutlich auch in anderen Fertiggerichten 

Das Verbraucherschutzministerium hatte zunächst seine Antwort gegenüber Foodwatch bestätigt. Welche Hersteller von Fertigprodukten betroffen sind, teilte die Behörde aber nicht mit.

Alles zum Thema Robert Koch-Institut

Später erklärte eine Sprecherin, dass man dies gar nicht wissen könne: „Da Wilke an 23 EU-Staaten und Drittstaaten ausgeliefert hat, können wir entlang dieser langen Handelskette nicht ausschließen, dass es an einem Punkt auch zu Weiterverarbeitungen gekommen sein könnte – auch solche Ware ist vom Rückruf betroffen und eingeschlossen.”

Drei Todes- und 37 Krankheitsfälle durch Wilke-Waren

Im Skandal um mit Listerien verunreinigte Wurst des Herstellers Wilke gab es in den vergangenen Wochen insgesamt drei Todesfälle. Das bestätigt ein Bericht des Robert Koch-Instituts. Demnach dürften sich auch viele Erkrankte über Krankenhäuser und Altenheime infiziert haben.

Das RKI schreibe im Epidemologischen Bulletin Nr. 41, dass inzwischen drei Todesfälle und insgesamt mindestens 37 Erkrankungsfälle aus den Jahren 2014, 2016, 2017, 2018 und 2019 demselben Ausbruch von Listeriose zuzuordnen seien. Die Dunkelziffer soll deutlich höher liegen. 

Drei Menschen an Listeriose gestorben 

Bei den drei Verstorbenen handele es sich um Menschen aus Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt, die „direkt” oder „indirekt” an der Listeriose verstorben seien. Das hessische Verbraucherschutzministerium habe dem Nachrichtenmagazin den dritten Todesfall bestätigt.

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Die Keime können für Menschen mit geschwächtem Immunsystem lebensgefährlich sein. Der hessische Landkreis Waldeck-Frankenberg hatte als Aufsichtsbehörde den Betrieb mit 200 Mitarbeitern am Dienstag vergangener Woche geschlossen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Tötung gegen den Geschäftsführer der Firma.

Nach Informationen des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz sind nach bisherigen Erkenntnissen alle Eigenmarken der Firma Wilke, die das Identitätskennzeichen „DE EV 203 EG“ tragen, betroffen.

Marken und Handelsnamen mit Wilke-Fleisch

Außerdem sind von dem Rückruf folgende weitere Marken und Handelsnamen betroffen, sofern sie eben dieses Identitätskennzeichen tragen:

  • Haus am Eichfeld
  • Metro Chef
  • Service Bund „Servisa“
  • CASA
  • Pickosta
  • Sander Gourmet
  • Rohloff Manufaktur
  • Schnittpunkt
  • Korbach
  • ARO
  • Findt
  • Domino
  • Wilke

Viele Wilke-Produkte wurden nach Angaben des Ministeriums auch an Fleisch- und Wursttheken in Supermärkten verkauft. Die Kunden werden sicherheitshalber gebeten, im Zweifelsfall bei den jeweiligen Verkaufsstellen nachzufragen, ob dort Produkte der Firma Wilke verkauft wurden.

Wilke-Wurst-Skandal: Ex-Mitarbeiter packt aus und schildert Ekel-Zustände

Und während die Behörden den Wurst-Skandal aufarbeiten, packt ein Ex-Mitarbeiter der Firma gegenüber RTL aus (oben im Video ansehen). Er war leitender Angestellter in der Firma und schildert unhaltbare Zustände. Für ihn sind die Todesfälle keine Überraschung.

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„Ich habe vor zwei, drei Jahren schon gesagt: Dass da nicht mehr passiert, dass da keiner krank wird, das ist ein Wunder!”, erklärt der ehemalige Mitarbeiter. Die Zustände seien schon seit Jahren katastrophal. Sowohl hygienisch als auch baulich seien die Bedingungen unzumutbar gewesen. (dpa, red)

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