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Achtung, gefährlich Beliebter Online-Shop verkauft giftige Klamotten – Schock-Fund in einem Kleid

Blick auf die Internetseite des beliebten Online-Shops Shein: Die Ultra-Fast-Fashion-Marke verkauft laut Greenpeace Kleidung mit schädlichen Substanzen, die mitunter auch krebserregend sein können.

Blick auf die Internetseite des beliebten Online-Shops Shein: Die Ultra-Fast-Fashion-Marke verkauft laut Greenpeace Kleidung mit schädlichen Substanzen, die mitunter auch krebserregend sein können.

Amazon, Zalando, H&M, Zara, Esprit & Co. war gestern: Für viele Kundinnen und Kunden soll es noch billiger, noch schneller sein. Doch Billig-Mode hat am Ende seinen Preis, wie nun eine Untersuchung von Greenpeace ergeben hat. Ein beliebter Online-Shop verkauft demnach Kleidung mit schädlichen Substanzen.

Achtung, bei diesem Online-Shop sollten Verbraucherinnen und Verbraucher dringend aufpassen, wenn sie nun kurz vor Weihnachten nach billigen Geschenken schauen. Tausende Produkte werden dort täglich auf den Markt geworfen, doch einige davon sind gesundheitlich bedenklich, wie nun eine Analyse der Textilien herausgefunden hat. 

Und das ist nicht das einzige Problem: Der chinesische Versand-Gigant stand zuletzt wegen katastrophaler Arbeitsbedingungen in der Kritik – die Rolling Stones haben nun einen Deal gestoppt. 

Shein: Chinesischer Online-Gigant verkauft laut Bericht giftige Kleidung

Er gehört zu den ganz Großen im Online-Textilhandel, pro Tag kommen hier 6000 bis 6000 neue Artikel auf die Homepage. Und wenn man einem aktuellen Ranking der deutschen Top-100-Shops Glauben schenken darf, liegt Shein hinter Zalando und About You auf Platz 3 der umsatzstärksten Online-Fashion-Shops in Deutschland. 

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Fast Fashion heißt ein längst umstrittenes Geschäftsmodell von vielen Textilhändlern: Schnell werden neue Trends aufgenommen und zu niedrigsten Preisen produziert. Doch es geht noch schneller: Ultra-Fast-Fashion legt hier noch eine Schippe drauf. Der wohl bekannteste Ultra-Fast-Fashion-Händler ist der chinesische Online-Textilgigant Shein (gesprochen „She in“). Kleidung, Schmuck, Accessoires werden hier zu Niedrig-Preisen angeboten, zusätzlich befeuert durch Coupons, Rabatte und aktuell Weihnachts-Angebote. 

Es gibt Männerschuhe für unter zehn Euro, Shirts für vier Euro, sogar Hochzeitskleider für acht Euro. Die Zielgruppe: Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene. Viele Unter-30-Jährige kennen längst Shein, für seine Produkte wird massiv via TikTok, Instagram oder YouTube geworben, zusätzlich unterstützt von Influencern.

Shops in Fußgänger-Zonen gibt es keine, nur vereinzelt poppen Geschäfte in Innenstädten auf. Alles wird über die App und die Webseite verkauft und direkt aus China an die Kundschaft verschickt. Mit Erfolg: Zuletzt haben Investoren das Unternehmen auf 100 Milliarden Dollar Gesamtwert veranschlagt.

Shein: Viele Artikel beinhalten Schadstoffe

Doch das Billiggeschäft hat am Ende seinen Preis, wie nun die Untersuchung im Auftrag von Greenpeace ergeben hat. Demnach enthalten satte 15 Prozent der Artikel, die im Labor unter die Lupe genommen wurden, mehr schädliche Substanzen als die EU erlaubt. Es besteht Krebsgefahr. 

47 Artikel wurden von Greenpeace untersucht, darunter Schuhe und Kleidungsstücke für Frauen, Männer, Kinder, Kleinkinder. Das unabhängige Labor BUI (Bremer Umweltinstitut) hat die Produkte, die über die Webseiten in Österreich, Deutschland, Italien, Spanien und der Schweiz erworben worden sind, nun auf Schadstoffe untersucht. Das Ergebnis ist fatal. 

Menschen stehen vor dem ersten Showroom des chinesischen Online-Fast-Fashion-Giganten Shein am Tag der Eröffnung in Tokio am 13. November 2022 Schlange.

Menschen stehen vor dem ersten Showroom des chinesischen Online-Fast-Fashion-Giganten Shein am Tag der Eröffnung in Tokio am 13. November 2022 Schlange.

Denn in vielen Shein-Produkten wurden gefährliche Chemikalien gefunden. 15 Prozent der Proben haben demnach gegen EU-Grenzwerte im Rahmen der REACH-Verordnung verstoßen. REACH leitet sich von „Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals“ ab, übersetzt meint das die Verordnung über die Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe.

In 32 Prozent steckten laut Laboruntersuchung gar gefährliche Chemikalien in besorgniserregenden Mengen. „In einem Kleid für ein kleines Kind wies das Labor einen hohen Gehalt an krebserregendem Formaldehyd nach, in einem Schuh die Weichmacher Phthalate“, erklärt eine Expertin laut Greenpeace

Shein: Ultra-Fast-Fashion auch ökologisch eine Katastrophe

Und weiter: „Die Ergebnisse machen klar, dass Shein keine Übersicht über das Chemikalienmanagement in den eigenen Zulieferbetrieben hat. Dass der Online-Gigant auch keine Liste mit gefährlichen Chemikalien veröffentlicht hat, die für die Produktion ausgeschlossen sind, ist bedenklich.“ Derlei Listen seien bei anderen Produzenten längst Standard. Der Konzern gefährde die Gesundheit der Käuferinnen und Käufer aus Profitinteresse.

Hinzu komme, dass die Kleidungsartikel auch eine ökologische Katastrophe sind: „Ultra-Fast-Fashion verwandelt Kleidung in reine Wegwerfartikel“, so Wohlgemuth. „Viele Kleidungsstücke sind nichts anderes als Einwegverpackungen: einmal getragen, direkt weggeworfen und nicht biologisch abbaubar und recycelbar, weil sie aus Plastik und gemischten Materialien bestehen.“ 

Shein steht schon länger in der Kritik, Rolling Stone stoppen Deal

Shein stand zuletzt auch wegen der katastrophalen Arbeitsbedingungen in der Kritik: Die Rolling Stones, die zuvor beim chinesischen Online-Giganten eine Reihe von Kleidungsstücken mit dem eigenen Logo lizenziert hatten, stoppten laut US-Medien den Deal: „Wir möchten nicht mehr mit Shein in Verbindung gebracht werden, seit wir von den jüngsten Enthüllungen über die Arbeitsbedingungen bei den Zulieferern erfahren haben, und haben veranlasst, dass die Linie beendet wird“, wird ein Sprecher zitiert. 

Zuvor hatte die Zeitung „i“ das Management der Stones mit einer Doku konfrontiert, die das Magazin im Oktober gemeinsam mit Channel Four gesendet hatte: Darin wird darüber berichtet, wie Angestellte bei Shein oft 18-Stunden-Tage absolvieren müssen und wenig an den Kleidungsstücken verdienen. Für Fehler würden sie hart bestraft, dann gebe es Gehaltsabzüge in Höhe bis zu drei Vierteln des Tageslohnes. Bereits vor einem Jahr berichtete eine Schweizer NGO über ähnliche Missstände. 

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