Netflix, Disney, Amazon Prime & Co. Zusatzkosten & Preis-Hammer: Was sich 2023 alles ändern könnte

Mehr Werbung, mehr Zusatzgebühren: Für Kundinnen und Kunden von Videostreamingdiensten könnte sich 2023 einiges ändern.

Mehr Werbung, mehr Zusatzgebühren: Für Kundinnen und Kunden von Videostreamingdiensten könnte sich 2023 einiges ändern.

Das Jahr 2023 wird turbulent für die Streamingdienst-Kundschaft: Sie erwartet nicht nur mehr Werbung, sondern auch Zusatzgebühren und höhere Preise. Was sich bei Disney, Netflix, Paramount und Prime Video alles ändert.

Das Jahr 2023 könnte für Kundinnen und Kunden der in Deutschland verfügbaren Streamingdienste durchaus ereignisreich werden: Gerade im Hinblick auf Zusatzkosten und Werbung sind jede Menge Änderungen geplant. 

Seit dem 8. Dezember 2022 will ein weiterer Streaminganbieter den deutschen Markt aufmischen: Paramount+ ist gestartet. Das hat bereits jetzt Folgen für Kundinnen und Kunden, die bestimmte Film-Klassiker suchen. Wir erklären, was sich 2023 noch alles ändern könnte. 

Paramount+: Was wird sich 2023 ändern?

Die aktuellen Kosten für ein Paramount+-Abo sehen so aus:

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  • Monatsabo bei Paramount+: 7,99 Euro pro Monat
  • Jahresabo bei Paramount+: 79,90 Euro (entspricht rund 6,66 Euro pro Monat, derzeit nicht in Deutschland buchbar)
  • Für Sky-Kundinnen und -Kunden mit Cinema-Paket inklusive
  • Als Channel bei Prime Video verfügbar: 7,99 Euro pro Monat

Seit dem 17. Januar sorgt der Paramount-Start bereits für einige Änderungen auf einer anderen Plattform: Denn der Katalog von Amazon Prime Video ist um etliche Filmklassiker des Filmstudios ärmer. Laut Online-Magazin „Golem“ ist die Lizenzvereinbarung zwischen Paramount und Amazon geendet, viele Filme somit nicht mehr Bestandteil des Prime-Abos – darunter Klassiker wie „Die Unbestechlichen“ oder die Pate-Trilogie. 

Aktuell lassen sich die Filme allerdings bei Paramount nur in Full-HD-Auflösung und mit Stereoton ansehen – auch das soll sich ändern. 2023 sollen die Inhalte in 4K und mit Surround-Klang zu streamen sein.

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Langfristig wird sich wohl im Laufe des Jahres zeigen, ob und welche Filme und Serien nur im Abo zu bekommen sind – aktuelle Kinostarts sind bislang, anders als bei Disney zum Beispiel, nicht Bestandteil des Abos. Hier setzt man eher auf exklusive Serien und Klassiker. 

Netflix: 2023 soll Zusatzgebühr kommen

Auch beim Streamingdienst Netflix soll sich in Deutschland im Jahr 2023 einiges ändern: Das Unternehmen will im laufenden Quartal im großen Stil eine Zusatzgebühr einführen, wenn das Abo über den eigenen Haushalt hinweg genutzt wird. Eigentlich sollte sie Anfang 2023 auch in Deutschland eingeführt werden, das hat sich nach Netflix-Angaben nun verschoben. Wie hoch diese Gebühr hierzulande ausfallen wird, ob und wann sie kommt, ist noch unklar. 

Klar ist aber: Netflix ist – zumindest bislang – der einzige Dienst, der so eine Zusatzgebühr erhebt. Der Grund laut Streamingdienst: Millionen Konten würden mit anderen geteilt, darunter hättem zuletzt die Quartalszahlen gelitten.

Seit Jahren werkelt Netflix an einer Lösung für das Problem und testet in einigen Ländern, wie diese Zusatzgebühr ankommt. Grundsätzlich ist sie dort niedriger als ein vollwertiges Abo, voraussichtlich soll das auch in Deutschland der Fall sein. Netflix räumt ein, dass es zur Einführung dieser neuen Praxis durchaus starken Gegenwind und Protestkündigungen geben könne. 

Das kostet ein Abo bei Netflix aktuell:

  • Basis-Abo mit Werbung: 4,99 Euro/Monat
  • Basis-Abo: 7,99 Euro/Monat
  • Standard-Abo: 12,99 Euro/Monat
  • Premium-Abo: 17,99 Euro/Monat (Ultra-HD)

Ob Disney, Paramount und Co. diesem Beispiel folgen werden, steht in den Sternen. Offiziell erlaubt ist das ausufernde Teilen von Konten jedenfalls auch dort nicht: Disney+ erlaubt bis zu vier parallele Streams pro Abo, Netflix bis zu vier im teuersten Abo, Prime Video bis zu drei, Paramount und WOW maximal zwei.

Disney+: Werbeabo könnte kommen, Kosten-Hammer droht

Auch bei Disney+ stehen Änderungen an: Ähnlich wie Amazon im vergangenen Jahr mit Freevee oder Netflix, will auch Disney einen werbefinanzierten Dienst starten – für Deutschland allerdings gibt es noch keine Ankündigung. Klar ist nur, dass das Angebot auch international ausgerollt werden soll. 

Sollte der Mickey-Maus-Konzern jedoch – wie in den USA – auch hierzulande solch eine Version mit Werbung starten, droht der Kosten-Hammer. Dort nämlich startete die Werbe-Version zum Preis des alten Abos ohne Werbung. Wer dann weiterhin ohne Werbung streamen will, müsste tiefer in die Tasche greifen. 

Bislang kostete das Abo 7,99 US-Dollar, das ist nun der Preis für die Version mit Werbung, Disney+ Basic genannt. Wer weiterhin ohne Werbung Filme schauen will, muss mehr als ein Drittel mehr zahlen: Das Disney+ Premium genannte Modell kostet 10,99 US-Dollar. 

In Deutschland sehen die Kosten für ein Abo derzeit so aus:

  • Monatsabo: 8,99 Euro
  • Jahresabo: 89,90 Euro

Damit würde Disney einen anderen Weg gehen als zum Beispiel Netflix, das die Version mit Werbung günstiger anbietet als das reguläre Abo. Allerdings: Anders als bei Netflix (viele Inhalte fehlen, auch „Originals“) sind bei Disney in den USA alle Filme und Serien aus dem Katalog verfügbar. Auch 4K wäre enthalten. 

Amazon Prime: Lite-Abo vorerst nur im Ausland, Musik-Inhalte teurer

Auch Amazon sammelt Erfahrungen mit einem Prime-Abo, das preiswerter ist und weniger Funktionen umfasst – bislang allerdings nur im Ausland. Das betrifft auch den Streamingdienst Prime Video: Filme und Serien enthalten dann ebenfalls mehr Werbung.

Ob und wann ein Lite-Abo nach Deutschland kommt, ist unklar. Hierzulande hat Amazon zuletzt die Preise für die Abos angehoben:

  • 8,99 Euro pro Monat (statt der monatlichen 7,99 Euro)
  • 89,90 Euro für das Jahresabo 

Doch das bleibt nicht die einzige Erhöhung: Der Trend zu steigenden Preisen soll bald auch den Amazon-Musikstreamingdienst „Amazon Music Unlimited“ betreffen.

Die Einzelmitgliedschaft soll dann 10,99 Euro monatlich statt bisher 9,99 Euro kosten. Den Studententarif will das Unternehmen von 4,99 Euro auf 5,99 Euro monatlich erhöhen. Die neuen Preise sollen ab dem 21. Februar gelten. Der Grund laut Unternehmen: höhere Lizenzierungskosten für Prime-Music-Inhalte und gestiegene Ausgaben für Personal und technische Infrastruktur.

2023 wird sich zeigen müssen, ob der Plan von Netflix aufgeht, mit einem günstigeren Werbe-Abo mehr Kundinnen und Kunden an Land zu ziehen, denn die Konkurrenz wird immer größer. Und auch Paramounts Streamingdienst wird sich behaupten müssen. Eins steht fest: Das Jahr dürfte in Sachen Streaming turbulent werden. (mg)

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