Amazon Milliarden-Verluste beim Versand-Giganten: Doch Leidtragende sind die Kleinen

Pakete liegen in einem Logistikzentrum des Versandhändlers Amazon in einem Lkw. Im Weihnachtsgeschäft werden besonders viele Bestellungen abgewickelt.

Amazon schrieb zuletzt Milliardenverluste: Die Leidtragenden sind jedoch kleinere Händlerinnen und Händler. Das Symbolfoto, aufgenommen im Dezember 2020, zeigt Pakete in einem Logistikzentrum des Versandhändlers Amazon in Mönchengladbach.

Amazon schrieb zuletzt Milliardenverluste – weh tut dies dem Online-Giganten nicht wirklich. Anders sieht es jedoch bei Händlerinnen und Händlern aus, die die Plattform nutzen, um ihre Waren zu verkaufen. Die Kleinen leiden also.

Amazon gilt als Nummer eins im Onlinehandel. Doch der weltweit erfolgreiche Konzern hat zuletzt Milliardenverluste gemacht – in erster Linie bedingt durch die Corona-Pandemie und den damit einhergehenden Rückgang von Bestellungen. Nichtsdestotrotz geht es dem Online-Riesen wirtschaftlich gut. 

Doch wie sieht es mit Händlerinnen und Händlern aus, die das Portal nutzen, um ihre Waren zu verkaufen? Sie könnten durchaus unter den Folgen zu leiden haben. Davon ist zumindest FBA-Experte Nicklas Spelmeyer laut Mitteilung der Ecommerce.de Consulting GmbH überzeugt. Er sagt in der Pressemitteilung, worauf sich Händlerinnen und Händler jetzt einstellen müssen – und wie sie weiterhin hohe Umsätze erzielen können.

Amazon schreibt Milliarden-Verluste: Händlerinnen und Händler sind Leidtragende

Spelmeyer ist seit drei Jahren auf der Plattform Amazon erfolgreich als Verkäufer tätig und berät inzwischen über 700 Kundinnen und Kunden dabei, ihre Amazon-Präsenz zu optimieren.

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Verbraucherinnen und Verbraucher, die online shoppen oder Preise vergleichen, landen früher oder später auf Amazon. Logisch, schließlich werden hier Millionen Artikel aus der ganzen Welt angeboten. Meistens auch günstiger als bei anderen Versand-Portalen oder im Einzelhandel.

Amazon-Gründer Jeff Bezos mahnte in den vergangenen Jahren jedoch immer wieder: Selbst für Amazon kann es mal Rückschläge geben. Und die werden aktuell offenbar zum ersten Mal deutlich: Während der Hochphasen der Corona-Pandemie stiegen die Verkaufszahlen zwar an, mit dem Ende der Lockdowns sind in den meisten Ländern aber wieder rückläufige Bestellungen zu verzeichnen.

Amazon hat allerdings den Aufschwung in der Hochphase der Pandemie zur Planung und zum Bau von neuen Logistikzentren genutzt. Wenngleich diese zurzeit weit von einer vollen Auslastung entfernt sind.

Das eigentliche Problem liegt laut Experte Nicklas Spelmeyer im Konzept, das Amazon verfolgt: Seit Jahren ist das Unternehmen bestrebt, Kontakte rund um den Globus zu knüpfen, um Waren günstig einzukaufen und in wenigen Tagen liefern zu können. Vorteile, von denen am Ende auch die Kundschaft profitiert. 

Amazon: Geschäftsmodell auf Wachstum fokussiert

Aber: Da Amazon sein Imperium auf der Idee des steten Wachstums aufgebaut hat, ging das Streben nach Profit ein wenig unter.

Das Geschäftsmodell ging bislang aber noch auf: Im Jahr 2021 wurde ein Umsatz von 37,3 Milliarden US-Dollar erzielt. Das Wachstum gegenüber dem Vorjahr konnte so um 26,3 Prozent gesteigert werden. Zahlen, von denen viele Unternehmen während der Corona-Krise nur träumen konnten.

Amazon ist also weiterhin erfolgreich – sogar die zuletzt verzeichneten Milliardenverluste werden einem solchen Giganten kaum schaden können. Zudem ist davon auszugehen, dass der Kurs des kontinuierlichen Wachstums in den kommenden Jahren ungebremst fortgesetzt werden kann.

Amazon: Worauf Händlerinnen und Händler sich gefasst machen müssen 

Amazon ist und bleibt ein Erfolgsmodell. Doch die vielen kleinen Händler und Händlerinnen, die über die Plattform ihre Waren anbieten, sollten sich mehr wappnen. Statt eines breiten Sortiments schlägt Experte Nicklas Spelmeyer vor, sich bei der Produktauswahl zu spezialisieren und nur solche Waren anzubieten, für die eine hohe Nachfrage besteht.

Empfehlenswert für die Auswahl sei dafür zum Beispiel die Nutzung der zahlreichen Tools, die Amazon zur Analyse des Kaufverhaltens der Kundinnen und Kunden bietet.

Zudem liege laut Spelmeyers Einschätzung der Fokus künftig auf Artikeln, die in Deutschland produziert wurden oder vielleicht sogar regionale Besonderheiten aufweisen.

Darüber hinaus sei es wichtig, wieder vermehrt Aufwand in Eigenwerbung zu stecken, um sein Angebot einer möglichst breiten Zielgruppe anzubieten. Neben der Beschreibung der Waren sollten dafür ansprechende Fotos und Videos verwendet werden, um die Kaufbereitschaft zu fördern. Nur so könnten sich Händlerinnen und Händler für jene Zeiten absichern und vorbereiten, in denen es Amazon einmal wirklich schlecht geht. (jba)

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