Urlaub in den Bergen Hohe Kosten drohen – Experte warnt vor Selfies

Bergretter suchen am Hochkalter bei Ramsau bei Berchtesgaden bei Schnee unter schwierigen Bedingungen nach einem Bergsteiger.

Bergretter suchen am 22. September 2022 am Hochkalter bei Ramsau bei Berchtesgaden bei Schnee unter schwierigen Bedingungen nach einem vermissten Bergsteiger. Eine solche Rettung kann teuer werden.

Urlaub in den Bergen kann ziemlich teuer werden – falls es zu einem Unfall kommt. Ein Experte warnt daher vor falschem Ehrgeiz.

Die Winterurlaubssaison steht vor der Tür. Traditionell sind nicht nur Skifahrer unterwegs, sondern auch Bergsteiger. Mindestens für die zweite Gruppe kann der Trip aber deutlich teurer werden als geplant.

Dann nämlich, wenn beim Bergsteigen falscher Ehrgeiz über die Vernunft siegt. „Umkehren ist hart – besonders wenn Selfies oder die Selbstdarstellung in sozialen Medien eine Rolle spielen“, wird Alpinrechtsexperte Klaus Burger von der Mediengruppe Münchner Merkur/tz zitiert. Die Sicherheit sei wichtiger als der Stolz. „Meine Botschaft ist: Habt den Mut, aufzugeben, wenn ihr merkt, dass es riskant wird.“

Urlaub in den Bergen: Kosten bei Bergung bis zu 2500 Euro

Er wisse „aus eigener Erfahrung, was das für ein Kampf sein kann“, sagte Burger. „Besonders wenn ein Traum hinter der Besteigung eines Gipfels steht. Aber auch ein Traum ist es nicht wert, zu verunglücken.“

Eine Rettung aus den Bergen könne teuer werden, betonte Burger, der Vorsitzender des Deutschen Gutachterkreises für Alpinunfälle war und Chef der Bergwacht Bad Reichenhall ist. „Wir sind gesetzlich verpflichtet, die Kosten zu erheben. (...) Bei Großeinsätzen sind die Kosten pro Tag auf maximal 2500 Euro begrenzt. Damit für Betroffene oder deren Angehörige keine Härtefälle entstehen.“ Oft würden Versicherungen in solch einem Fall einspringen.

Immer wieder kommt es in Gebirgen zu Unfällen mit Verletzten und Toten. Zuletzt hatte in Bayern die Suche nach einem vermissten Bergsteiger am 2604 Meter hohen Hochkalter bei Berchtesgaden bundesweit Aufsehen erregt. Nach vier Wochen hatten Rettungskräfte die Leiche des 24-Jährigen entdeckt. (dpa)

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