Insider-Tipps für Luxusort DavosDa, wo es teuer ist, geht es auch günstig

Davos im Januar 2024

Blick auf Davos, die höchstgelegene Stadt Europas, vom Thomas-Mann-Wanderweg aus

Davos – der Schweizer Nobelort ist nur was für Reiche und Mächtige? Nö – wenn man einige Kniffe kennt. Übrigens hat der Skiort auch die Nachhaltigkeit im Blick.

von Marie Schäfers (mjs)

Davos, da, wo's teuer ist? Ja, die Schweiz ist kein billiges Pflaster, der Franken ist bockstark, die Lebenshaltungskosten happig. ABER: Man kann es sich selbst in einem Ort wie Davos, wo sich jüngst wieder die Reichen und Mächtigen zum Weltwirtschaftsforum getroffen haben, einen Kurzurlaub leisten, wenn man ein paar Dinge beachtet.

Skiurlaub ist überall teuer geworden, da kann die Schweiz plötzlich wieder mitspielen beim Buhlen um die Gäste. In Davos muss man nur schauen und clever sein.

Davos: Nobel, teuer – aber Clevere können auch sparen

Diese Berge, dieses pure Weiß, einmalig. Davos, die höchstgelegenste Stadt Europas auf 1560 Metern, ist ein Eldorado für alle, die Skifahren lieben. Davos ist Teil des Zusammenschlusses Best of the Alps, der besonders traditionsreiche Bergdestinationen vereint. In Davos hat der Spaß auf Brettern schon über 150 Jahre auf dem Buckel. Auch andere Winterfans kommen auf ihre Kosten.

  • Beste Reisezeit: Die Saison startet schon im November, geht bis in den April. Gerade der Frühling wartet mit sehr guten Angeboten, tollem Wetter und leeren Pisten auf. Die Einheimischen lieben diese Zeit. Ebenfalls gute Angebote bekommt man in der Woche vor dem Weltwirtschaftsforum im Januar, weil da schon Aufbauarbeiten im Gange sind. Zum Forum selbst muss man weg sein, dann klettern die Hotelpreise auf über 4000 Euro pro Nacht und alles verwandelt sich in einen Zirkus.
  • Ab auf die Bretter: Das Gebiet Davos-Klosters umfasst 253 Pistenkilometer – genug, um sich auf jedem Könnerlevel auszutoben auf den Bergen Parsenn/ Gotschna, Jakobshorn, Rinerhorn und Pischa (Freeriding) oder Madrisa im benachbarten Klosters (da, wo die britischen Royals immer fahren). Unbedingt alle Gebiete aufsuchen, es gibt überall leichte wie (sau-) schwere Pisten, die volle Vielfalt auskosten.

Noch mehr Lust aufs Skifahren? Das sind Europas spektakulärste Skipisten

  • Die Skipässe gibt es entweder für die ganze Region oder für einzelne Gebiete. Da man an einem Tag eh nicht alles macht, lohnt es sich, klug zu rechnen (zwischen 68 und 91 Euro für den Tagespass). Die Schatzalp (SlowMountain, mit gemütlichem Skifahren wie es früher war, perfekt für Wiedereinsteiger) kostet extra, da schlägt der Tagespass mit umgerechnet 46 Euro zu Buche (ab 13 Uhr spart man).

Davos: Hüttengaudi, Ghackets und Capuns

  • Hüttengaudi: Man hat die Qual der Wahl. Unbedingt Halt machen sollte man auf der Jatzhütte am Jakobshorn (gute Party, gutes Essen, Whirlpools, man kommt auch als Fußgänger hin). Die Capuns (22 Euro, das ist in Mangold eingewickelter Spätzleteig mit Wurst, mit Bergkäse überbacken – ein Klassiker der Schweizer Küche) bestellen. Und im „Chalet Güggel“ Ghackets mit Hörnli und Apfelmus (24 Euro, Nudeln mit Gehacktem und Apfelmus, starke Kombi) probieren.
  • Nachhaltigkeit: Mangelnde Schneesicherheit ist in Davos (noch) kein Thema, aber Kunstschnee kommt trotzdem zum Einsatz, er macht die Pisten besser. Auch in Davos macht man sich intensiv Gedanken, wie man in Sachen Nachhaltigkeit vorankommt. Die Beschneiung erfolgt schon zu 60 Prozent mit erneuerbaren Energien, bald sollen es mit zusätzlichen Solaranlagen 100 Prozent sein. Die Energie der herunterfahrenden Bahnen wird genutzt, Kleinwasserkraftwerke liefern zusätzlich Energie

Hier gerne an unserer EXPRESS.de-Umfrage teilnehmen:

  • Winterwandern: Geht in Davos prima, entweder durchs Dorf auf Shopping-/Schaufenstertour oder auf den Bergen. Unbedingtes Muss: Der Thomas-Mann-Weg mit Einkehr auf der Schatzalp. Das einstige Sanatorium inspirierte den Schriftsteller zu seinem Roman „Der Zauberberg“. Heute ist es ein Hotel auf dessen Terrasse man einen Schümli-Pflümli (Kaffeespezialitäten mit ordentlichem Schuss, ca. 11 Euro) trinkt.
  • Schlitten fahren: Geht auf der Schatzalp und am Rhinerhorn besonders gut, aber es wird zum Teil sehr steil, also schön bremsen.
  • Essen & Trinken: Günstig isst man im Migros-Restaurant (Hauptgericht 13 bis 16 Euro). Ein Schweizer Käsefondue oder Raclette gibt es im Davoser Schlitten Chalet für ca. 30 Euro/Person. Wer Lust auf was anderes als Schweizer Küche hat, geht ins hippe China-Restaurant Golden Dragon (Hauptgericht ab 34 Euro), die Cocktails sind auch gut. Feine italienische Küche gibt's im Alpenhof.
  • Übernachten: Pensionen gibt es ab umgerechnet 40 Euro die Nacht pro Person. Davos hat auch eine passable Jugendherberge. Wer mehr Komfort möchte, findet tolle Hotels wie das Edelweiss (90 Euro pro Person, oberhalb des Zentrums) oder das stylische Grischa (Frühlingsangebot 290 Euro für 3 Tage pro Person, direkt im Zentrum). Auch auf der Webseite Davosklostersmountains.ch nachgucken, da gibt es immer wieder gute Angebote, sogar inklusive Skipass.
  • Das nervt: Nicht alle Straßen sind geräumt, also immer schön vorsichtig laufen/fahren.
  • Das bleibt: Diese Berge brennen sich ins Gehirn. Daran wird man zwangsläufig andere Destinationen messen.

Davos in der Schweiz: So komm' ich hin

Vom Rheinland aus fährt man in ca. 7,5 Stunden mit dem Auto nach Davos, man kann es schön mit einem kurzen Zwischenstopp (eventuell mit Übernachtung und gutem Essen) im Elsass kombinieren, so spart man sich auch die Vignette für Österreich (oder man muss in Österreich die Autobahn kurz verlassen). Die Vignette für die Schweiz gibt es leider nur als Jahresvariante, kostet umgerechnet ca. 42,60 Euro.

In der Schweiz ist Bahnfahren immer eine Freude, in Deutschland weniger, aber es gibt gute Verbindungen mit zwei Umstiegen in Basel und Landquart bis direkt ins Zentrum nach Davos Dorf (ab 50 Euro oneway). Vor Ort kann man mit der Gästecard (für Übernachtungsgäste gratis) die Bahnen zu den unterschiedlichen Ski- gebieten kostenfrei nutzen. Sehr praktisch.