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Wegen Netflix-SerieSchweizer Dorf wird von Touris überrannt – nun gibt es Konsequenzen

Die Schweizer Fahne weht an einem Schiff auf dem Brienzer See bei Interlaken.

Der Ort Iseltwald wird aktuell aufgrund einer koreanischen Netflixserie von Touristinnen und Touristen überrannt. Das Symbolbild von 2011 zeigt die Schweizer Fahne, die an einem Schiff auf dem Brienzer See weht.

Die Einheimischen aus Iseltwald sind vom Touri-Ansturm auf ihren beschaulichen Ort wenig begeistert. Schuld an der plötzlichen Beliebtheit des Ortes ist eine Netflix-Serie. 

von Eva Gneisinger (eg)

Die Einwohnerinnen und Einwohner von Iseltwald am Brienzer See im Berner Oberland trauten wohl ihren Augen kaum, als plötzlich koreanische Touristinnen und Touristen, bewaffnet mit Handys, Kameras und Selfiesticks den Steg am See kaperten.

Mittlerweile haben sich die Einheimischen an den Touri-Auflauf in ihrem 420-Seelen-Örtchen gewöhnt – zufrieden sind die Dorfbewohnerinnen und -Bewohner mit der Situation jedoch nicht.

Netflix-Serie „Crash Landing on You“ löst Hype um Schweizer Ort aus

Grund für den plötzlichen Hype um den Schweizer Ort ist die koreanische 16-teilige Dramaserie „Crash Landing on You“, die unter anderem am Brienzer See gedreht wurde.

Alles zum Thema Netflix

In einer Szene spielt der Protagonist der Serie, Offizier Ri Jong-hyeok, in Gedenken an seinen verstorbenen Bruder auf dem Steg am Brienzer See Klavier. Die einminütige Seriensequenz rührte viele Zuschauerinnen und Zuschauer zu Tränen.

Ein Foto einer Instagram-Userin auf dem Steg am Brienzer See:

So schön das Interesse an dem malerischen Örtchen am See auch ist, der Tourismus bringt einige Probleme mit sich: Durch den unerwarteten Ansturm wurde der ÖPNV bis zu seiner Kapazitätsgrenze ausgereizt. Fahrpläne mussten angepasst und zusätzliche Busse eingesetzt werden.

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Auch die vielen Reisebusse, die täglich in Iseltwald einfahren, stellen den Ort vor Herausforderungen: es stehen lediglich zwei Busplätze zur Verfügung – an so machen Tagen treffen jedoch bis zu zwölf Reisebusse ein. Um dem Tourismus Einhalt zu gebieten, gelten ab März 2023 gesonderte Vorschriften: Bus-Unternehmen müssen ihre Besuche vorab online anmelden.

Die Einwohnerinnen und Einwohner hatten sich von dem Tourismus jedoch mehr versprochen und ärgern sich über die „Selfie-Touristen“, wie sie dem „nzz magazin“ berichten: Niemand würde über Nacht in dem Ort bleiben, geschweige denn etwas in den lokalen Geschäften kaufen.

Das Interesse an Sehenswürdigkeiten, die Ort und Region sonst zu bieten haben, fehle gänzlich. Daher gibt es nun Konsequenzen: Ein Drehkreuz vor dem Steg sorgt jetzt dafür, dass die Einheimischen von den koreanischen Gästen dennoch profitieren: Wer sich auf dem Steg ablichten lassen möchte, muss fünf Schweizer Franken bezahlen. Ob das die Fans abschreckt, bleibt azuwarten.