„Unmittelbare Bedrohung“ Beliebte Urlaubsorte werden zum Hotspot für Affenpocken

Zwei beliebte Urlaubsorte in den USA werden allmählich zum Hotspot für Affenpocken: In New York und San Francisco bereiten sie bereits enorme Probleme – das Virus breitet sich immer weiter aus. Auch in Spanien gibt es einen zweiten Todesfall.

Eine „unmittelbare Bedrohung für die öffentliche Gesundheit“: So bezeichnet Dr. Mary T. Bassett, die staatliche Gesundheitskommissarin von New York, am Donnerstag (28. Juli 2022) die immer weiter zunehmende Ausbreitung der Affenpocken – doch nicht nur in diesem beliebten Reiseziel bereitet das Virus Probleme.

Auch die populäre Urlaubsregion San Francisco versucht mit der Verbreitung der Krankheit klarzukommen und erklärte den Ausnahmezustand. Bis Mittwoch hatten sich demnach in der Stadt Kaliforniens 261 Personen mit Affenpocken infiziert, wie „NBC News“ berichtet.

Affenpocken: New York und San Francisco kämpfen mit Impfstoff-Mangel

Bereits seit Wochen breitet sich die Viruserkrankung stark in den USA aus. Laut dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (RND) entwickelt sich New York City mit 1250 der landesweit bekannten 5000 Fälle (Stand: 29. Juli 2022) zu einem der Hotspots. Und der begehrte Impfstoff Jynneos des deutsch-dänischen Herstellers Bavarian Nordic ist knapp.

Affenpocken verbreiten sich vor allem durch engen Körperkontakt zu infizierten Personen, können aber auch durch kontaminierte Kleidung oder Bettwäsche übertragen werden. Betroffen seien vor allem Männer, die Sex mit Männern haben. In den USA macht diese Personengruppe 99 Prozent der Betroffenen aus. Unter den 1250 Erkrankten in New York befinden sich nur drei Frauen. Lediglich 21 männliche Erkrankte bezeichneten sich als heterosexuell.

Neben dem Mangel an Impfstoffen, der scharfe Kritik der LGBTQI+-Community zufolge hatte, herrscht daher die Sorge, dass es eine erneute Stigmatisierung schwuler Männer und ihrer Sexualpraktiken geben könnte, wie es sie beim Ausbruch von HIV gab.

Heftige Debatten über die richtige Kommunikation zur Eindämmung der Infektionsgefahr sind entbrannt.

„Die Affenpocken verbreiten sich klar wie eine Geschlechts­krankheit“, sagte beispielsweise Tom Inglesby, der Direktor des Johns Hopkins Center für Gesundheits­schutz, der „New York Times“. „Die Affenpocken sind keine Geschlechtskrankheit“, widersprach sein Kollege Jason Farley: „Es ist eine Infektion, die durch sexuellen Kontakt übertragen werden kann.“

San Francisco hat derweil angekündigt, Impfstoffen für Männer, die Sex mit Männern haben, Vorrang einzuräumen. New York hat 60.000 Dosen erworben, aber die Verteilung wird auf lokaler Ebene entschieden.

Derweil ist in Spanien ein zweiter Todesfall im Zusammenhang mit einer Affenpocken-Infektion registriert worden. Das meldete am Samstag (30. Juli) das Gesundheitsministerium in Madrid. Der erste Todesfall war in Spanien erst am Freitagabend mitgeteilt worden. Der staatliche spanische Fernsehsender RTVE und andere spanische Medien berichteten, es handle sich gleichzeitig um die ersten MPX-Todesfälle in Europa. (gr)

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