Wie im „Tatort“ Autotür mit Tennisball knacken – geht das wirklich?

Ewiges Märchen oder Tatsache? In der jüngsten „Tatort“-Folge vom Sonntag bricht Armin Rohde in seiner Rolle als mörderischer Choleriker einen alten BMW mit einem Tennisball auf. Doch funktioniert diese Methode nur im Film? Oder könnte man mit dem Trick im Notfall auch das eigene Auto öffnen, wenn man den Schlüssel verloren hat? Im Netz kursieren dazu Videos und Foreneinträge, die eine Anleitung liefern sollen.

Trick funktioniert nur mit Unterdruck-Zentralverriegelung

Auch Autoexperte Thomas Müller vom BMW-Veteranenclub Deutschland kennt diese Methode. „Sie funktioniert allerdings nur, wenn die Zentralverriegelung des Wagens über Unterdruck gesteuert wird“, erklärt Müller: „Man schlitzt ein Loch in einen Tennisball und drückt den Ball mit der Öffnung auf das Schloss, erzeugt einen Unterdruck, täuscht so den Schließvorgang vor - und das Auto entriegelt.“

Kein BMW lässt sich so öffnen

Bei neueren Modellen ist dies allerdings nicht möglich. „Ab etwa Mitte der 90er Jahre wurden nur noch Autos mit elektrischer Zentralverriegelung hergestellt“, weiß Müller, dessen große Leidenschaft Autos sind und der sich insbesondere mit BMW-Modellen beschäftigt. Der Auto-Experte musste grinsen, als er die Szene gestern im Tatort gesehen hat. Das Auto, das der Schauspieler so schnell knacken konnte, war ein BMW E 32 aus der 7er Reihe, der zwischen 1986 und 1994 produziert wurde. Die Szene ist vollkommen unrealistisch, wie der Experte erklärt: „BMW-Modelle hatten nie eine Zentralverriegelung, die über Unterdruck funktioniert.“

Ob die Tennisballmethode von Autodieben tatsächlich angewendet wird, ist nicht klar. Arnulf Thiemel vom ADAC-Technikzentrum in Landsberg sagt, dass aus Polizeikreisen allerdings bekannt sei, dass die so hartnäckig kursierende Tennisball-Methode, letztlich nie hinlänglich geprüft wurde. (ok/rer)

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