Brennende und explodierende Akkus Wie gefährlich sind E-Bikes wirklich?

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In Hannover explodierte ein E-Bike-Akku in einem Fahrradladen – und setzte ein ganzes Parkhaus in Brand.

Deutschland tritt in die Pedale – immer häufiger auch mit elektronischer Unterstützung. 605.000 E-Bikes und Pedelecs wurden laut Zweirad-Industrieverband ZIV im Jahr 2016 verkauft, so viel wie nie.

Doch die leistungsstarken Akkus der Elektrofahrräder sind nicht fehlerfrei. Die Fälle, in denen explodierende Stromsammler schwere Schäden verursachten, häufen sich.

Hotelgast starb nach Akku-Brand

Am Sonntag löste ein Akku einen Schwelbrand in Dormagen aus. Eine Garage brannte, es entstand ein Sachschaden von mehreren tausend Euro.

Nicht der einzige Vorfall in diesem Jahr: Mitte März verursachte ein E-Bike-Akku einen Kellerbrand in Willich, Anfang Februar brannte wegen eines explodierten Pedelec-Stromspeichers in Hannover sogar ein gesamtes Parkhaus.

In diesen Fällen blieb es „nur“ bei Sachschaden. Doch nicht immer geht es glimpflich aus: 2013 setzte ein E-Bike-Akku ein Hotel in Bad Bevensen (Niedersachsen) in Brand, ein Hotelgast starb im Feuer.

„...dann kann alles passieren“

Angesichts der geschätzt drei Millionen Elektrofahrräder, die auf Deutschlands Straßen unterwegs sind, handelt es sich zwar um Einzelfälle. Aber: „Die Anzahl der Schäden durch solche Akkus ist deutlich ansteigend“, sagt Michael Marten vom Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung.

Auch ADAC-Experte Ruprecht Müller warnt: „Man sollte das Gefahrenpotenzial der E-Bike-Akkus nicht unterschätzen. Hier gilt besondere Vorsicht. Wenn einmal eine Explosion oder ein Brand ausgelöst wurde, kann alles passieren.“

Das Problem ist der Mensch

Doch warum geraten die Stromspeicher der E-Bikes und Pedelecs überhaupt in Brand oder explodieren sogar? Nicht die Produkte selbst sind das Problem, sondern der Umgang mit ihnen.

Die verbauten Stromspeicher müssen auf wenig Raum viel Leistung bündeln – und reagieren empfindlich auf falsche Handhabung. Dabei können Besitzer von Elektrofahrrädern das Sicherheitsrisiko mit einfachen Maßnahmen deutlich verringern.

Experten fragen

„Käufer sollten sich im Vorfeld ausgiebig beraten lassen“, rät ADAC-Experte Müller. „Eine wichtige Frage ist beispielsweise: Gibt es beim Akku spezielle Abschaltvorrichtungen?“

Gebrauchsanweisung lesen

Klingt banal, aber ist bei den E-Bike-Akkus von besonderer Bedeutung. Oft klären sich Fragen zum sachgemäßen Umgang schon beim Blick ins beiliegende Serviceheftchen.

Akkuladung

Elektrofahrrad-Besitzer sollten nur das herstellereigene Ladegerät verwenden. „Wenn der Akku mit einem falschen oder defekten Ladegerät aufgeladen wird, kann ein Kurzschluss entstehen“, weiß Tamara Winograd von Bosch eBike Systems.

Lagerung

Am besten in speziellen Akkutaschen oder mit Granulat gefüllten Behältern. Sowohl eiskalte als auch zu heiße Räume begünstigen Defekte bei den Stromspeichern. Erhöhte Brandgefahr besteht zudem bei stark entladenen Akkus, die nach langer Zeit das erste Mal wieder aufgeladen werden.

Vorzeichen erkennen

Meist reicht schon ein Fall auf den Boden oder eine Quetschung aus, um bei den hochempfindlichen Akkus Kurzschlüsse zu verursachen. Wenn der Akku leicht aufgebläht ist, sollte man ihn keinesfalls mehr laden.

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