„Habe sowas noch nie gesehen” Erste Plagen bei uns: Schmerzhafte Tiere lauern im Gras

Arm mit rotem Ausschlag, verursacht durch Grasmilben.

Quaddeln und Knötchen auf dem Arm – so sieht eine allergische Reaktion auf die Grasmilbe aus.

Köln. Sie sind winzig klein, aber ihre Bisse können eine starken Juckreiz und läste Pusteln auf der Haut verursachen: Grasmilben, oder auch Erntemilben oder Herbstmilben genannt. Wer barfuß durch das Gras geht, könnte eine schmerzhafte Erfahrung machen. In Deutschland gibt es bereits erste Plagen.

Erst hat sie Luxemburg überfallen, mittlerweile ist sie auch in deutschen Regionen eine Plage: die Grasmilbe überfällt derzeit wieder vermehrt zahlreiche Menschen.

Ein luxemburgischer Apotheker aus Ettelbrück erklärt in der größten Tageszeitung des Landes, „Luxemburger Wort”: „Das war der Wahnsinn heute morgen“. Jeder zweite Kunde habe nach einer Salbe gegen den Juckreiz gefragt, auch Apotheken in der deutschen Grenzregion hätten viel zu mit Hautirrationen und Stichen zu tun. Ein Allgemeinmediziner erklärt der Zeitung zur Plage: „In meinen 30 Jahren als Arzt habe ich sowas noch nicht gesehen.“

Grasmilbe: Erste Plagen in Deutschland aufgetreten

Mittlerweile plagen die Grasmilben auch Regionen im Saarland und in Rheinland-Pfalz,in Crailsheim herrscht in Kinderarztpraxen laut „SWP” der Ausnahmezustand, weil zahlreiche Eltern anrufen, da ihre Kinder rote Quaddeln auf der Haut haben. Auch die Region Trier ist besonders stark betroffen. Im nahen Konz musste eine Realschule Schüler nach Hause schicken, weil sie nicht mehr konzentriert am Unterricht teilnehmen konnten.

Zwar sind derlei krasse Fälle in NRW noch nicht bekannt – aber auch hierzulande ist die Grasmilbe anzutreffen. Von Juli bis Oktober lauern sie aber auch im Rheintal, in Gärten, Parks von Großstädten.

Was aussieht wie Mückenstiche, können in Wirklichkeit auch Bisse der Grasmilbe sein: Sie sind kleiner, schwellen zwar nicht so stark an – dafür aber ist der Juckreiz heftiger und dauert länger.

Grasmilben: Sie beißen öfter als Zecken oder Mücken

Sie sind zwar nicht gefährlich, es fließt – anders als bei der Zecke oder der Mücke – in der Regel auch kein Blut. Dafür beißen Milben öfter und das am liebsten an empfindlichen Stellen wie Kniekehlen, Knöcheln, Leisten. Da, wo die Hünn dünn und weich ist, beißt sie am liebsten zu.

Dann bilden sich rote Quaddeln, es juckt, wer zu stark und häufig juckt, der riskiert außerdem eine Entzündung.

Grasmilbe: 24 Stunden nach Biss können Quaddeln auftreten

Die Grasmilbe gehört zu den Spinnentieren, liebt das warme Wetter. Ist es länger warm, wie zuletzt, kann das Tierchen zur Plage werden. Bis zum Herbst legt sie ihre Eier auf Wiesen mit hohem Gras ab. Schlüpfen die Larven (2 mm klein), suchen sie sich eiweißhaltige Nahrung – oder gern auch den Menschen.

Nach etwa 24 Stunden können dann Rötungen, Schwellungen oder Quaddeln auftreten, erklärt Wolfgang Thomas, der Chefarzt für Kinder- und Jugendmedizin am Klinikum Mutterhaus in Trier dem „SWR”.

Grasmilbe: Was hilft gegen den Juckreiz?

Bis der Ausschlag weg ist, könne es auch zwei Wochen dauern. Nach den Bissen hilft es, kalt zu duschen und eine entzündungshemmende Salbe auf die betroffenen Stellen aufzutragen. Auch eine Anti-Histamin-Tablette kann helfen. Wichtig: Am Besten nicht kratzen.

Gerade Kleinkinder seien stärker gefährdet, da es ihnen schwerer falle sich nicht zu kratzen, so Thomas.

Grasmilbe: Wie erkenne ich, ob sie in meinem Garten sind?

Ein Tipp an alle Gartenbesitzer: Regelmäßiges Rasenmähen hilft. Der Rasenschnitt sollte dann nach dem Mähen schnell entfernt werden, sonst verbreiten sich die kleinen Tierchen weiter. Außerdem hilft dunkle, lange Kleidung.

Und wer wissen will, ob er Grasmilben im Garten hat, kann das mit einem weißen Blatt Papier testen: Einfach auf einen sonnigen Platz ins Gras legen, die Milben werden von der Helligkeit angezogen. Und erscheinen als winzig kleine rötliche Punkte auf dem Papier. (mg)

Sie verwenden einen veralteten Browser. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um Ihren Besuch bei uns zu verbessern.