Sommerfluch Krampfadern 10 wichtige Antworten zu Diagnose und Therapie

Die Volkskrankheit der Beine: Jede sechste Frau in Deutschland hat nach einer aktuellen Umfrage Probleme mit Krampfadern. Das Venen-Leiden entwickelt sich hauptsächlich aufgrund erblicher Veranlagung.

Die Volkskrankheit der Beine: Jede sechste Frau in Deutschland hat nach einer aktuellen Umfrage Probleme mit Krampfadern. Das Venen-Leiden entwickelt sich hauptsächlich aufgrund erblicher Veranlagung.

Köln – Sie sind unschön und lästig, gerade im Sommer: Krampfadern. Bei warmem Wetter tun vielen Betroffenen die Beine auch ohne stundenlanges Umherlaufen weh. Das beflügelt den Entschluss zu handeln – bloß wie?

Für uns beantwortet Facharzt Dr. Lothar Müller vom Gefäßzentrum Rudolfplatz in Köln die zehn wichtigsten Fragen zum „Sommerfluch Krampfadern“:

Ich habe abends schwere Beine, sie sind gerade bei Hitze geschwollen und tun weh. Sind das Krampfadern?

Nicht zwangsläufig, aber man muss, wenn das regelmäßiger vorkommt oder akut schmerzt, immer eine venöse Fehlfunktion der innenliegenden Krampfadern ausschließen. Dafür genügt ein Ultraschall des Beins.

Wann bin ich reif für eine Krampfader-OP?

Krampfadern kann man mit einem Loch im Zahn vergleichen. Sie heilen nicht von alleine. Wenn ein Rückstau der Stammvene diagnostiziert wird, sollte man handeln. Sofort bei Hautschäden oder Venenentzündung, weil hier Thrombose (Gefäßverschluss) droht.

Was zahlen die Kassen?

Das Stripping (also das Ziehen von Krampfadern) an betroffenen Venen.

Was zahlen die Kassen nicht?

Die weniger einschneidendenden Verfahren. Radiowellen oder Laser werden nur im Rahmen der sogenannten integrierten Versorgung von einigen Kassen übernommen.

Funktioniert die Operation auch im Sommer?

Selbstverständlich! Es ist ein Märchen, dass das nicht geht. Das anschließende Tragen von Kompressionsstrümpfen ist zwar keine rechte Freude, aber das sind die unbehandelten schmerzenden Beine auch nicht.

Außerdem sind moderne Kompressionsstrümpfe viel leichter, sehen sehr viel besser aus als früher – und man kommt bei den neuen minimal-invasiven Verfahren in der Regel mit zehn Tagen Strumpftragen aus. Nach dem Stripping allerdings sollte man sie länger tragen.

Wie lange nach dem Eingriff kann ich nicht laufen?

Gehen, Laufen – alles außer Sauna und Schwimmbad – klappt gerade bei den minimal-invasiven Verfahren spätestens am Tag nach der Operation. Bewegung ist immer der beste Thromboseschutz. Wer aktiv ist, hat weniger Schmerzen.

Was ist das derzeit beste, sicherste, schonendste OP-Verfahren?

Für mich ist es klar die Radiowelle – eher als Laser, Stripping oder CHIVA, wobei die Vene nur überbrückt wird.

Was ist der Haken an der Radiowelle?

Der Erfolg einer Krampfader-OP muss sich daran messen lassen, wie hoch die sog. Rezidivrate ist, das heißt, in wie vielen Fällen Krampfadern wiederkehren. Beim Stripping gibt es Daten für über zehn Jahre, die Radiowelle ist bei sechs Jahren – und scheint so effektiv zu sein wie Stripping.

Kriegt jeder irgendwann Krampfadern?

Nein, 60 Prozent der Bevölkerung haben zeitlebens keine Probleme, das ist nicht wie mit Altersweitsichtigkeit oder dass die Haare grau werden.

Gibt es spezielle Risikofaktoren, oder kann ich Krampfadern vorbeugen?

Nein, das gehört ebenfalls in den Bereich der Krampfadermärchen. Ob dick, dünn, jung, alt, sportlich oder träge, das spielt keine Rolle. Zu 98 Prozent sind Krampfadern durch erbliche Vorbelastung bedingt. Der einzige Risiko-Faktor ist eine Schwangerschaft, deshalb sollten Schwangere möglichst Kompressionsstrümpfe tragen.

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