Booster-Impfung Biontech, Moderna, Johnson & Johnson, Astra Zeneca – alle Infos zur Auffrischung

Ein junger Mann wird Ende Dezember in Potsdam mit einer Booster-Dosis des Impfstoffs von Moderna in Potsdam geimpft.

Ein junger Mann wird Ende Dezember in Potsdam mit einer Booster-Dosis des Impfstoffs von Moderna in Potsdam geimpft.

Die Infektionszahlen in Deutschland nehmen stark zu, die Omikron-Welle türmt sich weiter auf. Millionen Menschen lassen sich deshalb boostern: Die Auffrischungsimpfung erhöht den Schutz gegen Corona, und vor allen gegen die neuartige Variante Omikron, deutlich. Doch was gilt bei der dritten oder gar vierten Impfung? Was sollte ich bekommen – und ab wann? 

Zuletzt hat Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach angesichts der stark steigenden Fallzahlen für einen Booster geworben: Für jeden, der eine Booster-Impfung möchte, stehe der Impfstoff zur Verfügung, sagte der SPD-Politiker am Donnerstag (13. Januar). Das Ziel: „Aus der Wand der Omikron-Well einen steilen Hügel zu machen oder zumindest die Höhe der Wand zu begrenzen.“ 

Doch Geimpfte können schnell den Überblick verlieren, werden doch regelmäßig neue Empfehlungen ausgesprochen, immer wieder gibt es neue Erkenntnisse sowohl zu den Impfstoffen als auch zum Virus selbst. Zuletzt hat sich die Ständige Impfkommission (Stiko) auch für Auffrischungsimpfungen ab 12 Jahren ausgesprochen. Was gilt denn nun für mich? Welche Fristen sollte ich beachten? EXPRESS.DE gibt den Booster-Überblick.

Was bedeutet überhaupt Grundimmunisierung?

In Deutschland wird die sogenannte Grundimmunisierung gegen Covid-19 durch das Verimpfen einer bestimmten Anzahl von Dosen der jeweiligen Impfstoffe erreicht:

  • Beim mRNA-Impfstoff Comirnaty (BioNTech/Pfizer) sind es zwei Dosen, dann gilt man als grundimmunisiert.
  • Beim mRNA-Impfstoff von Spikevax (Moderna/NIAID) sind es ebenfalls zwei Dosen. 
  • Beim Vektorimpfstoff Janssen von Johnson & Johnson gilt man nach nur einer Dosis als grundimmunisiert. Allerdings empfiehlt die Stiko hier ab vier Wochen nach der Erstimpfung eine weitere zweite Impfung zur Optimierung der Grundimmunisierung.

Allerdings nimmt die Wirkung eines jeden Impfstoffs nach einer gewissen Zeit allmählich ab. Die Ständige Impfkommission empfiehlt daher eine dritte Impfung, um weiterhin möglichst viele schwere Verläufe von Covid-19 zu verhindern. Durch diesen Booster wird der wenige Monate nach der Grundimmunisierung abnehmende Impfschutz wieder verbessert, auch die Übertragungswahrscheinlichkeit von Corona-Infektionen reduziert. Studien zeigen auch, dass Booster-Impfungen gerade gegen Omikron einen höheren Schutz bieten.

Dritte Impfung gegen Corona: Wer sollte überhaupt einen Booster bekommen? 

Laut Impfverordnung des Bundesgesundheitsministeriums hat grundsätzlich jeder in Deutschland Anspruch auf eine Booster-Impfung. Der Abstand zur Zweitimpfung ist darin nicht festgelegt, ebenso wenig das Alter. Die Stiko allerdings spricht hier klare Empfehlungen aus.

Sie empfiehlt grundsätzlich allen Personen ab 18 Jahren eine Auffrischungsimpfung, jetzt auch allen 12- bis 17-jährigen Kindern und Jugendlichen. Welcher Impfstoff dabei für welche Altersgruppe am besten geeignet ist, das ist unterschiedlich. 

Welcher Impfstoff ist der beste Booster für mich?

Auch in dieser Frage gibt es klare Empfehlungen der Stiko: 

  • Grundsätzlich gilt: Unabhängig davon, welcher Impfstoff zuvor verwendet wurde, soll für die Auffrischungsimpfung ein mRNA-Impfstoff verwendet werden.
  • Allen 12- bis 17-jährigen Kindern und Jugendlichen empfiehlt das Gremium einen Booster mit dem mRNA-Impfstoff von Biontech/Pfizer.
  • Allen Über-18-Jährigen wird Comirnaty von BioNTech/Pfizer empfohlen.
  • Allen Über-30-Jährigen wird der Impfstoff Spikevax (Vaccine Moderna) von Moderna empfohlen.
  • Personen, die eine Grundimmunisierung mit einer Dosis von Johnson & Johnson erhalten haben, empfiehlt die Stiko zur Optimierung ihres Impfschutzes eine weitere Impfung mit einem mRNA-Impfstoff: Moderna ab 30 Jahren oder Comirnaty von BioNTech/Pfizer. Im Anschluss wird eine Booster-Impfung empfohlen (ebenfalls mRNA).
  • Für Schwangere gilt: Unabhängig davon, welcher Impfstoff zuvor verwendet wurde, sollte die Booster-Impfung mit dem mRNA-Impfstoff von BioNTech/Pfizer durchgeführt werden.

Wann sollte ich meinen Booster bekommen?

Die Stiko empfiehlt, dass sich die jeweiligen Personengruppen zu folgenden Zeitpunkten ihren Impfschutz auffrischen lassen können:

  • Für alle Personen ab 18 Jahren gilt: 3 Monate nach vollständiger Grundimmunisierung.
  • Für alle Kinder und Jugendlichen ab 12 bis 17 Jahren gilt: „in der altersentsprechenden Dosierung“ und mindestens 3 Monate nach der vorangegangenen Impfung.
  • Für Schwangere ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel gilt ebenfalls: 3 Monate nach vollständiger Grundimmunisierung.
  • Personen mit einer schweren Immunschwäche sollten die dritte Impfstoffdosis bereits ab 4 Wochen nach der zweiten Impfstoffdosis bekommen; hier ist eine Booster-Impfung nach weiteren 3 Monaten nach ärztlicher Beratung möglich.
  • Für Personen, die sich mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson haben impfen lassen, gilt: zweite Impfstoffdosis (mRNA) ab 4 Wochen nach der ersten Impfstoffdosis, Booster-Impfung (mRNA) nach weiteren drei Monaten.
  • Personen, die sich nach der ersten Impfung mit Corona infizieren, sollten die zweite Impfstoffdosis frühestens 3 Monate nach der Infektion bekommen.
  • Personen, die sich nach der zweiten Impfung infizieren: Auch hier sollte die Auffrischungsimpfung frühestens 3 Monate nach der Infektion stattfinden.

Dürfen die Ärztinnen und Ärzte Ausnahmen machen?

Ja, Ärztinnen und Ärzte dürfen auch außerhalb der Zulassung Impfstoffe verabreichen (das sogenannte Off-Label-Use). Allerdings hat das Auswirkungen auf die Haftung im Falle eines Impfschadens.

Welche Regeln gelten aktuell für geboosterte Menschen in Deutschland?

Seit dem 15. Dezember 2021 entfällt die Testpflicht bei allen dreimal Geimpften. Das bedeutet, dass Personen, die eine Booster-Impfung erhalten haben, von der Testpflicht im Rahmen der 2G-Plus-Regel ausgenommen sind. Restaurants, Fitnessstudios oder sonstige Freizeiteinrichtungen dürfen also in dem Fall ohne einen zusätzlichen Testnachweis von ihnen besucht werden.

Doch Achtung, auch hier gibt es Ausnahmen: 

  • Sie gelten etwa bei medizinischen Einrichtungen wie Krankenhäuser oder Pflegeheime. Hier gilt auch für dreimal geimpfte Personen die Testpflicht.
  • Für NRW gilt: Hier sind zweifach Geimpfte, die zusätzlich genesen sind, ebenfalls von der Testpflicht befreit.

Dritte Impfung: Wo kann ich mich boostern lassen?

Auffrischungsimpfungen erhält man in der Regel bei Haus-, Fach- und Betriebsärzten. Es gibt aber auch noch viele andere Möglichkeiten, sich boostern zu lassen, zum Beispiel in Gesundheitsämtern sowie in anderen kommunalen Impfstellen oder auch bei mobilen Impfteams.

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