Strenge Verbote überflüssig Abnehmen mit der Genuss-Diät: Hier einige praktische Tipps

Starkoch Christian Henze.

Betreibt eine der besten Kochschulen Deutschlands und gründete die Facebook-Gruppe „Schlank geht auch anders“: Christian Henze. 

Abnehmen ohne strenge Verbote? Das geht mit der Genuss-Diät. TV-Koch Christian Henze verrät, wie es geht.

TV- und Sternekoch Christian Henze war einst Privatkoch von Gunter Sachs, lernte so berühmte Models und Schauspieler kennen und ihre angesagten Diäten. Die einen wollten auf Fett verzichten, die anderen auf Kohlenhydrate.

Schon verrückt: Nahezu alle Konzepte würden funktionieren (obwohl sie sich in ihren Verboten widersprechen) – wenn sie konsequent genug angewandt werden. Aber wer tut das schon? Sein Fazit: „Diäten scheitern am Herd.“

Genuss-Diät: Strenge Verbote sind überflüssig

Der TV-Koch hat die Erfahrung gemacht: „Wenn wir gute Rezepte haben, die köstlich schmecken, verliert eine Diät ihren Schrecken!“

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Für seine Genuss-Diät hat sich Henze mit vielen Ernährungsspezialisten ausgetauscht – und kam zu der Erkenntnis: „Die meist strengen Verbote erweisen sich als überflüssig. Der Genuss und das wirkungsvolle Unterdrücken von Hungerattacken müssen im Vordergrund stehen, um dran zu bleiben.“

Wichtig sei vor allem, dass der Insulinspiegel niedrig bleibe, um permanent die Fettverbrennung anzukurbeln. Er entwickelte ein Konzept und servierte 60 Testpersonen leckere Rezepte. Alle nahmen tatsächlich in drei Monaten ab. Wie das funktioniert? Hier einige praktische Tipps:

Ideal zum Frühstück: Eier. „Fügen Sie nach Ihrem Geschmack ruhig Speck, Zwiebeln, Schinken, Paprika, Tomaten und Schnittlauch hinzu. Hilft, lange satt zu bleiben. Alternativ: Fetthaltige Joghurts und Quarks mit Früchten. Sein Tipp: Finger weg von Lightprodukten – das gilt bei Getränken.

Für Brotliebhaber: Ideal ist ein Brot fast ohne Kohlenhydrate oder Roggenbrot mit 80 Prozent Anteil an ganzen Körnern. Höchstens zwei Scheiben sollten es sein.

Das zweite Frühstück entfallen lassen, Zwischenmahlzeiten sind kontraproduktiv.

Achten sie darauf, maximal 50 bis 80 g Kohlenhydrate pro Tag zu sich zu nehmen, in der Startwoche bitte höchstens 50 (der Durchschnittsdeutsche liegt bei 250 bis 400 Gramm Kohlenhydraten). Das geht am besten mit einfachen Salaten und Bowls.

Seine Lieblings-Kombis: Bowl mit Thunfisch, Avocado, roter Paprika, Zitronensaft und schwarzem Pfeffer; Bowl mit hart gekochten Eiern, Tomaten, Parmesan, Basilikum und Öl; Bowl mit Hähnchen, Gurke, Sojasoße und Zitronensaft; Bowl mit Karotten, Cashewkernen, Eisbergsalat, Sahnemeerrettich und Zitrone.

Auf Milch im Kaffee verzichten und stattdessen Sahne nehmen, da sie weniger Kohlenhydrate enthält. Für Milchschaum Sahne 1:1 mit Wasser aufschäumen. Wasser mit Zitrone und Minze aufpeppen. Ab der zweiten Woche ist zwei bis dreimal in der Woche ein Glas trockener Weißwein okay – aber nicht mehr.

Verwenden Sie frische, regionale Produkte, meiden Sie Fertiggerichte und verarbeitete Produkte mit Zusätzen. Beispiel: Thunfisch in Öl aus der Dose ist gut, Thunfisch in Gemüsesoße nicht.

Ab und zu mal sündigen ist okay, aber es macht Sinn, sich sofort danach mindestens 30 Minuten zu bewegen oder mindestens einen Tag mit unter 30 g Kohlenhydraten zum Ausgleich einschieben.

Die richtige Menge Eiweiß macht’s. Beispiel: Eine 50-jährige Büro-Frau, 1,65 Meter groß, benötigt täglich etwa 60 bis 70 Gramm Eiweiß. 100 g Steak enthalten bereits 25 g.

Kartoffeln (am besten festkochend) erkalten lassen und am nächsten Tag noch mal erhitzen, dann fällt die Bilanz verwertbarer Kohlenhydrate am besten aus.

Überraschende Genuss-Tipps zum Abschluss: Schalentiere dürfen mit Mayo angemacht werden, Käse in Maßen ist okay (am besten Parmesan), ebenso unverarbeitete Wurstwaren wie Schinken, Roastbeef oder aufgeschnittener Braten.

Minus 10 Kilo mit der Genuss-Diät

Birgit, Kindergartenleiterin, 1,76 m, Startgewicht 87 Kilo, heute 77 Kilo: „Ich hatte schon einige Diäten hinter mir, aber es nie geschafft, mich daran zu halten.

Birgit hat mit der Genuss-Diät 10 Kilo abgenommen.

Birgit hat mit der Genuss-Diät 10 Kilo abgenommen.

Als Erstes lernte ich, mich mit meinem eigenen Essverhalten auseinanderzusetzen: Was, wann, wie und wieviel esse ich zwischendurch? Die Lust am Kochen kam wieder dank vieler leckerer, unkomplizierter Rezepte. Jetzt habe ich mein Wohlfühlgewicht, meine Arthroseschmerzen haben sich deutlich reduziert.“

Genuss-Diät: Minus 28 Kilo

Gerhard, Kriminalbeamter, 1,75 m, Startgewicht 102,2 Kilo, heute 74 Kilo: „Ich hatte einen BMI von 34 – also starkes Übergewicht.

Dank der Genuss-Diät ist Gerhard nun 28 Kilo leichter.

Dank der Genuss-Diät ist Gerhard nun 28 Kilo leichter.

Unterstützt durch Sport hatte ich bei der Genuss-Diät nach drei Monaten 18 Kilo abgenommen. Ich ernähre mich jetzt viel bewusster, die „Schlank-geht-auch-anders-Gruppe“ war zusätzliche Motivation. Mittlerweile habe ich 28 Kilo abgenommen, meine Lebensqualität hat sich enorm gesteigert.“

Beispielrezept: Fenchel mit Aprikose und Scamorza

2 Fenchelknollen längs in dünne Scheiben schneiden, mit Salz und Pfeffer würzen. 2 Knoblauchzehen in feine Scheiben schneiden, alles in der Pfanne mit 3 EL Olivenöl braten.

Fenchel mit Aprikose und Scamorza

Super lecker und gesund: Fenchel mit Aprikose und Scamorza

20 g Soft-Aprikosen klein würfeln, zugeben und braten, bis der Fenchel bissfest ist. 30 g eingelegte, getrocknete Tomaten in Streifen schneiden, 30 g geschälte Mandelkernen zugeben und gut braten. Mit 3 EL Balsamico-Essig ablöschen. 80 g Scamorza (alternativ Mozzarella) klein würfen und darüberstreuen. Für den Dip 80 g griechischen Naturjoghurt, 2 EL rotes Pesto und 1 EL Essig glatt rühren, drüberträufeln. 

Beispielrezept: Avocadobrot mit pochiertem Ei

Avocadobrot mit pochiertem Ei

Toll als Frühstück oder zum Brunch: Avocadobrot mit pochiertem Ei

2 Scheiben Vollkornbrot in einer Pfanne mit 30 g Butter beidseitig rösten, aus der Pfanne nehmen. 80 g Räuchertofu zerbröseln, in der gleichen Pfanne kurz anbraten. 1 1/2 EL Honig und 15 g Pinienkerne zugeben.

2 Liter Wasser aufkochen, 2 EL Essig und Salz zugeben, mit einem Löffel das Wasser verrühren, so dass ein Strudel entsteht. 2 Bio-Eier einzeln in Tassen aufschlagen, mittig in den Strudel gleiten lassen, 3 bis 4 Minuten pochieren. Avocado und Strauchtomaten in Spalten schneiden, Brot mit 40 g Hüttenkäse bestreichen, mit allen Zutaten belegen.  

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