A09 heißt Magen-Darm Das steckt hinter den Kürzeln auf der Krankschreibung

Arbeitsunfähigkeitbescheinigung_Arzt im hintergrund

Auf der Krankschreibung vermerken die Ärzte auch, was genau uns fehlt.

Wer zum Arzt geht und krankgeschrieben wird, bekommt eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung – in dreifacher Ausführung: eine für die eigenen Unterlagen, eine weitere für den Arbeitgeber und eine für die Krankenkasse. Auf den Exemplaren für den Kranken selbst sowie für die Krankenkasse vermerken die Ärzte nicht nur, wie lange wir arbeitsunfähig sind, sondern auch, was genau uns fehlt – aber in für den Laien unverständlichen Codes. Diese stehen in der Mitte des Dokuments unter „AU begründende Diagnose(n) (IDC-10)“.

Den Arbeitgeber geht die Diagnose erst einmal nicht an, darum fehlt der Code auf dieser Ausfertigung. Die meisten Menschen können die verschlüsselten Diagnosen auf der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung nicht entziffern.

Diagnosen werden verklausuliert

Das System aus Buchstaben und Zahlen heißt „International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems, Release 10“, oder kurz „ICD-10“. Mit diesem Diagnoseschlüssel codieren Ärzte, Psychologen und Zahnärzte die Diagnosen ihrer Patienten, um Krankheiten einheitlich definieren zu können.

Eingeführt wurde das System von der Weltgesundheitsorganisation (WHO), mit dem Ziel, weltweit die Bezeichnung von medizinischen Diagnosen zu vereinheitlichen. Seit dem 1. Januar 2018 gilt in Deutschland Version 2018.

Buchstaben stehen für Krankheitsgruppen, Zahlen spezifizieren die Beschwerden

Das bedeuten die Abkürzungen wirklich: Jeder Buchstabe steht für eine Krankheitsgruppe. So steht ein „I“ für Krankheiten des Kreislaufsystems, „F“ für psychische Erkrankungen und Verhaltensstörungen, ein „O“ für Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett oder „K“ für Erkrankungen des Verdauungssystems.

Die dazugehörige Zahl definiert die Krankheit genauer, beispielsweise steht I10 für Hypertonie oder Bluthochdruck. Der Code F60.3 bezeichnet beispielsweise eine „Emotional instabile Persönlichkeitsstörung“. Die Zahl im Code kann bis fünf Stellen lang sein – damit kann die Krankheit ganz genau definiert werden.

  • A09
  • B34
  • F32
  • F41.01
  • F45
  • G43
  • I10 
  • J01
  • J06
  • J11
  • J45 
  • K52
  • M54
  • N39
  • R10
  • R11
  • R42
  • R50
  • R51

(sar)

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