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EU-Vergleich Warum bekommen die Ösis so viel mehr Rente als wir Deutschen?

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Warum bekommen die Deutschen im Vergleich zu anderen EU-Bürgern so wenig Rente?

Rentner können bald mit mehr Geld rechnen. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtete, sollen die gesetzlichen Renten bis 2030 um durchschnittliche 2,1 Prozent steigen. Das gehe aus dem neuen Rentenversicherungsbericht für 2016 hervor.

Demnach würden sich die monatlichen Bezüge für den Standardrentner von derzeit 1370 Euro auf 1844 Euro im Jahr 2030 vor Abzug von Steuern und Sozialabgaben erhöhen.

Unter einem Standardrentner versteht sich eine Person, die 45 Jahre lang Beiträge eingezahlt hat und dabei jedes Jahr das durchschnittliche Einkommen der Versicherten verdient hat. Das lag 2015 bei 34.999 Euro und 2016 bei 36.267 Euro.

Frauen haben viel weniger Rente als Männer

Dies ist allerdings eine Modellrechnung, die von der Realität etwas abweicht. Denn der Bericht zeigt auch, dass im Schnitt eine niedrigere Summe ausgezahlt wurde als beim „Standardrentner“ - da nicht jeder Deutsche wie der Modelltyp in die Rentenkasse eingezahlt hat. So hat sich ergeben, dass 2015 im Schnitt an Männer 1025 Euro Rente pro Monat ausgezahlt wurde. In Ostdeutschland war der Wert mit 1076 Euro etwas höher als im Westen mit 1012 Euro. Deutlicher sind die Unterschiede bei Frauen.

Im Westen erhielten sie im Schnitt 586, im Osten 838 Euro. Das liegt daran, dass Frauen in den neuen Ländern mehr gearbeitet haben. Wegen der Partner und anderer Einkünfte sind die Nettoeinkommen der Rentnerhaushalte aber oft deutlich höher.

So viel mehr bekommen die Ösis!

Die voraussichtliche Anhebung der Renten ist zwar eine gute Nachricht – allerdings liegt das Rentenniveau in Deutschland immer noch deutlich unter dem vieler anderer EU-Länder. So wurden 2015 in Österreich 1560 Euro pro Monat im Schnitt an Rente an einen langjährig versicherten Mann ausgezahlt, der in Deutschland 1050 Euro bekommen hätte, und zwar 14 Mal im Jahr. Das hat eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung ergeben. Das ist ein erheblicher Unterschied!

Nur Iren, Schweden und Briten bekommen weniger!

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Die Riester-Rente sollte die privat finanzierte Rente in Deutschland ankurbeln.

Insgesamt hinkt Deutschland ziemlich weit zurück, was die Renten in der EU angeht – wenn man sich die sogenannte „Netto-Ersatzquote“ einmal ansieht. Diese Quote bemisst, wie viel der Arbeitnehmer im Vergleich zu seinem ehemaligen Gehalt später an Netto-Rente bekommt.

In Deutschland liegt diese laut einer OECD-Studie für einen männlichen Durchschnittsverdiener, der mit 65 in Rente geht, bei knapp 58 Prozent – in Österreich liegt sie bei 90 Prozent. Ähnlich sieht es bei den Spaniern aus: Dort liegt die Quote bei knapp 80 Prozent, bei den Italienern bei 82 Prozent. Nach Deutschland kommen nur noch Irland, Großbritannien und die Schweden.

Warum ist die Rente in Deutschland so niedrig?

Doch warum fallen die Renten in den europäischen Ländern so unterschiedlich aus? Zum einen ist die Netto-Ersatzquote nur ein Durchschnittswert, der sich individuell verändert – bei jeder Person sind Faktoren wie Einkommen und Länge der Erwerbstätigkeit ausschlaggebend. Zum anderen gibt es in den verschiedenen Ländern auch verschiedene Rentenmodelle.

So gibt es in den Niederlanden zum Beispiel eine Mindestrente, die staatlich garantiert wird. Was darüber hinaus geht, hängt von den privaten Einzahlungen in die Arbeitnehmerversicherung ab. Ähnlich ist es in Schweden: Auch dort wird ein Existenzminimum in der Rente gewahrt, der Rest wird über ein Zusatzrentensystem geregelt.

In Österreich zahlen beispielsweise auch Beamte und Selbstständige in die öffentlichen Rentenversicherungen mit ein. Außerdem, so erklärt die Studie der Hans-Böckler-Stiftung, zahlen die Österreicher auch einen höheren Beitragssatz (22,8 % gegen über 18,9 % in Deutschland).

Notmaßnahmen: Rentenkürzungen!

Doch hinzu kommt noch ein entscheidender Punkt: In Deutschland wurden die Renten 2004 als „Notmaßnahme“ bewusst gekürzt. Es ging damals darum, die negativen Erwartungen zur Lohnentwicklung nach der Wirtschaftskrise aufzufangen und die Arbeitgeber mit ihren Rentenanteilen zu entlasten. Dafür ist die sogenannte „Riester-Rente“ eingeführt worden, mit der Arbeitnehmer sich nun selbst mehr um ihre Rente kümmern sollten.

Seitdem ist das Thema „Rente“ ein hochsensibles in der deutschen Politik, ob es um das Rentenalter oder um die Bezüge geht.
Dass im neuen Rentenbericht die Lage für die Rentenentwicklung nun so positiv eingeschätzt wird, dass für Rentner längerfristig mehr Geld raus kommen sollte, liegt vor allem an der guten Beschäftigungslage. (chs mit Material der dpa)

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