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Chaos nach dem TodMilliarden auf Konten, von denen Erben nichts wissen

Vater und Sohn am Computer

Copyright: Zacharie Scheurer/dpa-tmn

Zentrale Vermögensübersicht: Eine vollständige und übersichtliche Dokumentation aller Konten, Depots, Versicherungen und Immobilien erleichtert Erben den Zugriff auf das Vermögen.

Wissen Ihre Erben, wo all Ihr Geld versteckt ist?

Stellt euch vor, ihr habt euer Leben lang gespart – und am Ende weiß niemand, wo das Geld ist. Genau das könnte vielen Familien in Deutschland drohen. Eine Umfrage von Forsa, beauftragt durch die SOS-Kinderdörfer weltweit, enthüllt ein alarmierendes Bild: Weniger als jeder Dritte (30 Prozent) hat seine Finanzen so geordnet, dass die Erben im Ernstfall alles finden würden.

Fast die Hälfte (48 Prozent) hat laut der Erhebung, über die auch die dpa berichtet, gar keine oder nur eine lückenhafte Übersicht über ihr Vermögen erstellt. Ein Gespräch mit den Nachkommen darüber? Fehlanzeige. Das kann für die Hinterbliebenen zu einem riesigen Problem werden.

Milliarden-Drama auf herrenlosen Konten

Wenn Erben nichts von Konten, Depots oder Versicherungen wissen, können sie darauf auch nicht zugreifen. So entstehen sogenannte nachrichtenlose Konten. Zu den Inhabern haben die Geldinstitute den Kontakt verloren, oft weil diese verstorben sind und die Erben ahnungslos bleiben. Schätzungen zufolge liegen auf Millionen dieser Konten in Deutschland mehrere Milliarden Euro – ein vergessener Schatz.

Expertin rät: So schützt ihr euer Vermögen

Damit euren Liebsten das nicht passiert, rät Nora Dieckmann, eine Spezialistin für Erbrecht bei den SOS-Kinderdörfern weltweit, zu einer zentralen Vermögensübersicht. „Wichtig ist, dass sie vollständig ist und für Dritte verständlich bleibt“, so Dieckmann. In die Liste gehören alle Konten, Depots, Versicherungen, Immobilien, aber auch Schulden.

Dieckmanns Tipp: „Die Übersicht gehört nicht ins Testament, sondern sollte separat in einem verschlossenen Ordner und zusätzlich als digitales Dokument mit klar geregeltem Zugriff aufbewahrt werden.“ Am besten weiß eine Vertrauensperson, wo dieser Ordner zu finden ist.

Was tun, wenn die Übersicht fehlt?

Fehlt eine solche Liste, wird es für Erben schwierig. Dann hilft nur, alte Post, Kontoauszüge und Steuerbescheide durchzugehen. Wer Banken direkt anschreibt, braucht einen Nachweis wie einen Erbschein. „Hilfreich ist es außerdem, Kontakt zu Versicherern, früheren Arbeitgebern oder Steuerberatern aufzunehmen“, so die Juristin.

Ein zentrales Register, bei dem Erben alle Vermögenswerte abfragen können, gibt es in Deutschland nicht. „Deshalb kann die Recherche lückenhaft bleiben und es hängt manchmal vom Zufall ab, ob man alle Vermögenswerte entdeckt“, erklärt Dieckmann.

Doch es gibt eine beruhigende Nachricht: Das Geld ist nicht einfach weg. Auch wenn Guthaben für Jahrzehnte unberührt bleiben, verfällt der Anspruch nicht. Geldinstitute müssen den Betrag zwar nach rund 30 Jahren als Gewinn verbuchen, aber: „Melden sich Berechtigte später und weisen ihre Ansprüche nach, muss die Bank das Geld weiterhin auszahlen“, so die Expertin. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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