Erinnern Sie sich?10 Sätze, die unsere Kinder heute nicht mehr kapieren

Die 80er Jahre: Wie eine weit entfernte Galaxie kommen sie einem manchmal schon heute vor.

Köln – Die guten alten Zeiten – es gab sie wirklich! Wir führten ein Leben ohne Facebook, Instagram und Twitter. Doch eine Zeiten ohne Smartphone und Internet können sich viele Jugendlichen zwischen 10 und 18 Jahren heute gar nicht mehr vorstellen.

In einer Umfrage von Bitkom Research wusste in dieser Altersgruppe fast niemand, was ein Pager ist (88 Prozent), also ein Funkempfänger für kurze Meldungen oder Personenrufe. Auch der Walkman gerät in Vergessenheit: In der Umfrage wusste knapp jeder zweite Jugendliche (49 Prozent) auch mit dem tragbaren Gerät so gar nichts anzufangen. Noch schlechter sieht es bei der Diskette (56 Prozent) aus. Immerhin rund jeder Dritte wusste, was Telefone mit Wählscheibe (32 Prozent) und Faxgeräte (28 Prozent) sind.

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Wir haben darum 10 Sätze gesammelt, die unsere Kinder heute nicht mehr verstehen. Wer sie versteht: Menschen, die schon mal ein ganzes Wochenende damit verbracht haben, das perfekte Mixtape für die Neue aus der Parallelklasse aufzunehmen, wer noch analog fotografiert hat und weiß, wie man ein Auto ohne Zentralverriegelung verschließt. Probieren Sie's aus: 

„Oh nein! Bandsalat!“

Es beschreibt den Ärger darüber, dass sich mal wieder das Magnetband der Lieblingskassette im Rekorder verheddert hat. Hitzige Gemüter beförderten gleich das ganze Bandgewirr in den Mülleimer. Geduldige reparierten das Tape mit einem Bleistift. Wie? Fragen Sie Ihre Eltern.

Ein einfacher Bandsalat lässt sich mit dem Bleistift reparieren.

„Bitte zurückspulen!“

So lautete die gängige Ermahnung jeder Videothek, die geliehenen VHS-Kassetten vor der Rückgabe wieder an den Anfang zu spulen. Wer der Aufforderung nicht nachkam, musste eine Strafgebühr zahlen.

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Wehe, die VHS-Kassette war nicht zurückgespult. 

„Hoffentlich ist das Bild was geworden.“

Zu Zeiten analoger Fotografie hatte ein Film im besten Fall 36 Bilder, war teuer und das Ergebnis der eigenen Knipserei war erst nach der Entwicklung im Labor zu sehen. Sehr ärgerlich, wenn dann ausgerechnet der süße Urlaubsflirt im Bild abgeschnitten war.

Ob die ganze Familie auf den Strandfotos zu sehen, erfuhr man früher erst eine Woche nach dem Urlaub.

„Leg' endlich auf! Ich erwarte einen Anruf.“

Unvorstellbar, aber wahr: Vor gar nicht allzu langer Zeit hatte eine gesamte Familie nur ein einziges Telefon. Und das stand im Flur. Und wenn die Tochter mal wieder stundenlang an der Strippe hing, hörten andere Anrufer nur das Besetztzeichen. Und mussten warten. Und noch mal neu wählen. Und was das bei einem Wählscheibentelefon bedeutete, das kann sich auch kein Kind mehr vorstellen.

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Verwählen war früher auch nervig, besonders bei langen Nummern.

„Singles musst du auf 45 stellen.“

Dieser Satz ist in mehrfacher Hinsicht erklärungsbedürftig: Singles sind in diesem Fall keine alleinstehenden Großstädter, sondern kleine Schallplatten. Und um sie ordnungsgemäß abzuspielen, musste man die Geschwindigkeit von 33 1/3 Umdrehungen pro Minute für große Schallplatten auf 45 beschleunigen. Sonst klang Vicky Leandros wie Samson aus der Sesamstraße. Obwohl das natürlich auch ganz lustig war.

Noch so ein Satz, den man heute nur noch selten hört: „Wo ist nur der verdammte Puck?“

„Kannst du bitte das Knöpfchen runterdrücken.“

Moderne Autos verriegeln die Türen inzwischen schon selbsttätig, aber früher musste jede offene Tür einzeln abgeschlossen werden. Um nicht mit dem Schlüssel um das ganze Auto herumgehen zu müssen, hörten Beifahrer vom Fahrer regelmäßig diesen Satz.

Immer seltener anzutreffen: Das gute alte Verriegelungsknöpfchen.

„Hier sind noch Groschen für die Telefonzelle.“

Fürsorgliche Eltern gaben ihren Sprösslingen stets zwei Zehner (Groschen) mit auf den Weg, damit die sie im Notfall aus einer öffentlichen Telefonzelle anrufen konnten. Ja, liebe Kinder: Es gab keine Handys. Keine. Handys. Aber dafür: Münzfernsprecher.

Die gelben Telefonzellen prägten früher das Bild jeder westdeutschen Stadt.

„Beim nächsten Ton ist es 11 Uhr, 47 Minuten und dreißig Sekunden. Düüüüüüüt.“

Als noch nicht jeder auf sein Handy sah, um zu erfahren, wie spät es ist, war die Zeitansage der Deutschen Post vermutlich die meist gewählte Telefonnummer Deutschlands. Dort wiederholte eine weibliche Stimme die aktuelle Uhrzeit in dieser Form. Und zwar alle zehn Sekunden aufs Neue.

Das erste automatische Zeitansagegerät erhielt im Volksmund den Namen „Eiserne Jungfrau“, weil vor seiner Zeit nur ledige Beamtinnen im Fernsprechamt arbeiten durften.

„Geh‘ mal bitte umschalten.“

Es gibt zwei Gründe, warum das Wort Zapping in den 80er Jahren noch nicht bekannt war. Erstens gab es sowieso nur drei Fernsehprogramme und zweitens war Umschalten wesentlich aufwendiger. Denn nicht jede Familie verfügte über einen Fernseher mit Fernbedienung. Vom ersten aufs zweite Programm wurde am Gerät selbst gewechselt.

Magische Strahlen: Mit dieser Anzeige wurde die erste Fernbedienung beworben.

„Hast du noch ne 90er? Nee, nur noch ne 60er.“

Dieser Satz bezieht sich nicht auf Musik-Compilations aus den 90er oder 60er Jahren, sondern auf die Länge von Leerkassetten. Eine sogenannte C90 bot pro Seite 45 Minuten Speicherplatz für Musik, eine C60 dementsprechend 30 Minuten.

Zu wahre Worte Was tun, wenn Kinder Peinliches ausplaudern? (hier lesen)

Die kompakte Technik wurde Anfang der 1960er Jahre entwickelt und wurde in den 1990er Jahren von der CD abgelöst.

Wenn unsere Kinder diese Sätze nicht verstehen, dann liegt es an der mangelnden Erfahrung. Es gibt aber auch Sätze, unbedacht geäußert, die kommen beim Kind ganz anders an. Es ist verletzt, bekommt Angst oder fühlt sich unter Druck gesetzt. Welche Sätze Eltern lieber vermeiden sollten, lesen Sie hier.