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Schauspieler Leonard Lansink „Meine Eltern waren und sind Fremde für mich“

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Leonard Lansink beim Interview in Köln. Er kennt die Vorzüge der Stadt. „Ich trinke im Weinhaus Vogel am Eigelstein gern mein Kölsch, bin gern an der Aachener Straße und in der Südstadt. Und  hier gibt es das Savoy,  für mich beste Hotel Deutschlands. Die Rheinländer haben es gut, dass sie so was haben“, sagt er.  Nur Karneval ist nix für ihn. „Ich verkleide ich mich beruflich genug.“

Als eigenbrötlerischer „Wilsberg“ ist er der Held von Millionen und erfolgreichster Samstagabend-Schnüffler im ZDF: Leonard Lansink (60), der Mann, dessen Leben Stoff für einen Film sein könnte.

Von den Eltern verstoßen, abgebrochenes Medizin-Studium, Kampf gegen den Krebs, gefährlicher Reitunfall und schließlich das Glück in der Liebe. Kommenden Donnerstag sehen wir ihn in der turbulenten ZDF-Komödie „Nur nicht aufregen“ (in der er sich natürlich wahnsinnig aufregt!). Alles Gründe, ihn zu einem langen Sonntags-Gespräch zu bitten.

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Leonard Lansink mit Reporter Horst Stellmacher.

Sonntag-EXPRESS: In „Nur nicht aufregen“ sind Sie ganz anders als im „Wilsberg“. Sie spielen einen Mann, der sich über Banken, Behörden & Co. aufregt, dann sein Schicksal selbst in die Hand nimmt. Können Sie das nachvollziehen?

Leonard Lansink: Ein Mann, der auf die Schnauze fällt, weil er nicht gern lügt, der sich wie ein Brecheisen benimmt und zum Schluss ein bisschen recht hat: So einer hat immer was mit mir zu tun. Denn auch ich finde es bedenklich, dass Geld und Macht in unserer Gesellschaft so eng miteinander verwoben und dazu noch ungerecht verteilt sind.

Sie sind gerade 60 geworden – ein Grund, zurückzuschauen. Wann haben Sie das erste Mal festgestellt, dass Schauspielerei das Richtige für Sie ist?

Das war erst während der Aufnahmeprüfung zur Schauspielschule. Ich hatte mir eine Vorsprechrolle ausgesucht, die lustig war – das hat die Herren am langen Tisch überrascht. Sie hatten »Hamlet« oder »Faust« erwartet. Sie lachten, fanden mich gut. Fand ich auch gut!

Haben Sie damals von einer TV-Karriere geträumt?

Schauspielerei habe ich wegen des Theaters gemacht. Theater war für viele von uns feinste Hochkultur, Fernsehen nur schlappe Unterhaltung. Inzwischen nähert sich das an.

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So kennen wir ihn: Leonard Lansink als „Wilsberg“ zusammen mit Kollegin Ina Paule Klink (alias Rechtsanwältin Alex Holtkamp).

Sie haben erst Medizin studiert. Waren das rückblickend betrachtet verlorene Jahre?

Es ist gut, wenn man vorher viele Sachen gemacht hat. Das muss nicht Medizin sein, es geht auch als Lkw-Fahrer, Taxifahrer oder Bauarbeiter. Das ist meist besser, als schon mit 18 die Schauspielschule zu besuchen.
Als Hauptdarsteller in „Wilsberg“ fahren sie verbotenerweise Auto. Sie haben nie einen Führerschein besessen. Wollen Sie das noch ändern?
Daran habe ich kein Interesse. Ich kenne kein Auto, bei dem ich denke: »Scheiße, dafür mache ich jetzt noch mal den Führerschein!« Und beim Dreh sind die Straßen immer gesperrt, da ist kein anderer unterwegs, und wir fahren höchstens 50 Meter. Privat bevorzuge ich die Bahn. Da ist zwar alles etwas langsamer, doch ich kann da gut sitzen und nachdenken.

Überraschend ist, dass wir Sie hier mit einer E-Zigarette erwischen. Sie waren doch bis vor kurzem bekennender Raucher. Schmeckt „E“ besser?

Ich bin bei meinen Großeltern aufgewachsen, und weil Opa rauchte, fiel für mich immer mal eine »Atika« oder »Lord« ab. Mit 14 hatte ich schon richtig geraucht. Inzwischen ist es ungemütlich geworden, richtig zu rauchen, überall sind andere Vorschriften. Es ist geschmacklich eine große Umstellung. Wenn ich die E-Zigarette benoten müsste, würde ich ihr eine 3 minus geben.

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Mit Ehefrau Maren Muntenbeck ist Lansink seit fünf Jahren verheiratet. Die beiden leben in Berlin.

Sie hatten Lymphdrüsen-Krebs. Spielte das eine Rolle?

Dieser Krebs hat mit Rauchen nichts zu tun, und er ist jetzt schon 15 Jahre her. Statistisch gesehen ist er ganz weg. Natürlich achte ich immer auf Warnzeichen und weiß, dass ich manchmal nah am Abgrund bin.

Sie haben spät geheiratet...

Am Anfang war es ungewöhnlich für uns beide, Maren musste sich an meine Lebensweise gewöhnen, und umgekehrt war es auch so. Aber wir haben es geschafft, indem wir beide in der Art zu Leben aufeinander zugegangen sind.

Ihr „Wilsberg“ wird zum größten Teil in Köln gedreht. Sind Sie gern im Rheinland?

Ich finde es hier prima, denn hier ist der Kern meines beruflichen Daseins. Man kann in Köln gut leben, gut Gast sein und gut arbeiten, es ist eine schöne Stadt mit netten Menschen.

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Da kocht das Blut: Lansink im ZDF-Film „Nur nicht aufregen“ (Donnerstag, 20.15 Uhr).

Sie sind ohne Eltern aufgewachsen – wenn Sie heute drüber nachdenken, fehlt Ihnen da was?

Nein, ich habe ja keinen Vergleich. Und ich war kein ungeliebtes Kind, im Gegenteil. Ich war sehr glücklich bei meinen Großeltern, die ja nur älter waren als meine Eltern, sonst nichts.

Haben Sie nie den Wunsch, Ihren Eltern mal zu erzählen, was aus Ihnen geworden ist?

Nein, ich möchte ihnen nichts erzählen. Sie waren und sind fremde Menschen für mich. Punkt!

Fahrradfreundliche Person

 In Hamm geboren, in Gelsenkirchen aufgewachsen. 1983 erste Rolle im „Schimanski-Tatort“.

1994 bis 2005: „Ein starkes Team“. Seit 1997 bei „Wilsberg“ dabei. 2008 wurde er als „Fahrradfreundlichste Persönlichkeit“ ausgezeichnet.

Er ist Fan von Schalke. Seit 2011 ist er mit Juristin Maren Muntenbeck verheiratet, die er als Festredner bei einer Veranstaltung traf.

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