Abo

Was Sie noch nicht über „Die drei ???“ wussten

Mit „Die drei ??? - Toteninsel“ kommt nun die fünfte Verfilmung der Buchreihe ins Kino. (Bild: Tomás Correa/Wiedemann und Berg Film GmbH/Deutsche Columbia Pictures Filmproduktion GmbH)

Mit „Die drei ??? - Toteninsel“ kommt nun die fünfte Verfilmung der Buchreihe ins Kino. (Bild: Tomás Correa/Wiedemann und Berg Film GmbH/Deutsche Columbia Pictures Filmproduktion GmbH)

Seit über 50 Jahren faszinieren „Die drei ???“ Millionen Fans. Wir präsentieren überraschende Fakten zu Büchern, Hörspielen, Filmen und ihren Machern.

Wie heißt Peter Shaw mit zweiten Vornamen? Welche deutsche Band benannte sich nach einer „Die drei ???“-Folge? Wer ist die Mutter der „Die drei ???“-Hörspiele? Was machen die Kultsprecher sonst so? Welche Verfilmungen gab es bereits? Anlässlich des Kinostarts von „Die drei ??? - Toteninsel“ liefern wir Antworten auf diese und weitere Fragen rund um die beliebte Jugendbuch- und Hörspielreihe.

„The Three Investigators“: Das waren die Anfänge der „Die drei ???“-Buchreihe

„The Three Investigators“ (so der Originaltitel) wurden 1964 vom Journalisten Robert Arthur erfunden. Er nutzte seine Mystery-Erfahrung und überzeugte Alfred Hitchcock, als Schirmherr zu fungieren - allerdings nur als Name auf dem Cover. Lange dachte man, Hitchcock sei der Autor, doch in Wahrheit stammten Vorwort und Geschichten komplett von Arthur. Der Erfinder selbst verantwortete allerdings nur zehn Bände: Arthur schrieb die ersten Romane zwar in hohem Tempo, konnte das geforderte Veröffentlichungsrhythmus von zwei Büchern pro Jahr aber bald nicht mehr halten. Nach seinem Tod 1969 übernahm ein ganzes Team von Autoren die Reihe - und sicherte so das Fortbestehen des Detektivtrios über Jahrzehnte hinweg.

Der erste deutsche Band erschien 1968 beim Verlag Kosmos unter dem Titel „... und das Gespensterschloß“. Die ersten Cover-Illustrationen kamen jedoch beim Publikum nicht an. Grafikerin Aiga Rasch entwarf das berühmte schwarze Cover mit weißen Lettern, farbigen Fragezeichen und grellem Bild in der Mitte - damals völlig unüblich für Jugendbücher. Der Verlag war entsetzt, ließ sich aber überreden. Raschs Konzept machte die Serie unverwechselbar und gilt bis heute als Design-Meilenstein.

„The Three Investigators“ (so der Originaltitel) wurden 1964 vom Journalisten Robert Arthur erfunden. Von ihm selbst stammen nur zehn Bände. (Bild: Public domain, via Wikimedia Commons)

„The Three Investigators“ (so der Originaltitel) wurden 1964 vom Journalisten Robert Arthur erfunden. Von ihm selbst stammen nur zehn Bände. (Bild: Public domain, via Wikimedia Commons)

Nicht nur wegen des Designs, sondern vor allem auch dank der Hörspiel-Umsetzung ab Ende der 70er-Jahre wurde die Reihe gerade in Deutschland populär. Nachdem die US-Bücher Anfang der 90er-Jahre eingestellt wurden, übernahm der Kosmos die Serie selbst. 1993 erschien mit „Tatort Zirkus“ der erste „deutsche“ Fall. Seitdem erscheinen alle neuen Bücher zuerst in Deutschland - „Die drei ???“ sind also längst keine Übersetzungen mehr, sondern eine komplett eigenständige deutsche Marke, die in über 20 Sprachen exportiert wird.

Dank der Hörspiele wurden „Die drei ???“ zum Popkultur-Phänomen

Der erste deutsche Band erschien 1968 bei Kosmos unter dem Titel " ... und das Gespensterschloß“.  (Bild: Franckh Kosmos Verlag)

Der erste deutsche Band erschien 1968 bei Kosmos unter dem Titel " ... und das Gespensterschloß“. (Bild: Franckh Kosmos Verlag)

Ihre Namen - Justus Jonas, Peter Shaw und Bob Andrews - kennt jeder. Doch wussten Sie auch, dass zwei der drei Spürnasen auch einen zweiten Vornamen besitzen? In „Gefahr im Verzug“ erfährt man, dass Peter mit zweitem Namen Dunstan heißt. In „Das leere Grab“ wird erstmals Justus' zweiter Vorname Jupiter erwähnt, eine Anspielung auf seinen Namen Jupiter Jones in der Originalserie. Fun Fact: Der ursprüngliche Name des ersten Detektivs diente der Band Jupiter Jones als Inspiration. Und mindestens noch eine deutsche Band verdankt ihren Namen den „drei ???“: Karpatenhund „klauten“ den Namen von „Die drei ??? und der Karpatenhund“.

Bei den Castings 1979 für die Hörspiel-Reihe sprachen Oliver Rohrbeck, Jens Wawrczeck und Andreas Fröhlich ursprünglich für andere Rollen vor. Wawrczeck sollte Bob, Fröhlich Peter sprechen. Doch Regisseurin Heikedine Körting schlug vor, dass die beiden tauschen und schuf so eine Besetzung, die über 40 Jahre unverändert blieb und längst Rekordstatus erreicht hat.

Superlative sind auch bezüglich der „Mutter“ der „drei ???“ angebracht: Heikedine Körting denkt mit mittlerweile 80 noch nicht ans Aufhören. Sie produzierte in über 60 Jahren mehr als 3.000 Hörspiele - neben „Die drei ???“ auch „TKKG“ und „Hanni und Nanni“. Mit 500 Millionen verkauften Exemplaren dürfte sie als erfolgreichste Hörspielregisseurin der Welt gelten. Sie erhielt einen Eintrag ins Guinness-Buch als „Deutschlands erfolgreichste Märchentante“ und 2022 das Bundesverdienstkreuz.

Sie ist die Mutter der „drei ???“ und denkt mit mittlerweile 80 noch nichts ans Aufhören: Heikedine Körting produzierte in über 60 Jahren mehr als 3.000 Hörspiele - neben „Die drei ???“ auch „TKKG“ und „Hanni und Nanni“.  (Bild: IMAGO / Future Image)

Sie ist die Mutter der „drei ???“ und denkt mit mittlerweile 80 noch nichts ans Aufhören: Heikedine Körting produzierte in über 60 Jahren mehr als 3.000 Hörspiele - neben „Die drei ???“ auch „TKKG“ und „Hanni und Nanni“. (Bild: IMAGO / Future Image)

Auch die Sprecher, die 2002 zum ersten Mal auf Tournee gingen, sorgten für einen Rekord: 2014 spielten die ??? in der Berliner Waldbühne vor über 20.000 Zuschauern - Weltrekord für ein Live-Hörspiel. Die Mischung aus Spannung, Humor und Publikumsinteraktion machte daraus ein eigenes Eventformat, das weltweit einzigartig ist. Inzwischen gehören Großtourneen fest zur Marke.

Das sind die Sprecher der „drei ???“

Oliver Rohrbeck hatte bereits als Kind erste TV-Auftritte und ist bis heute immer wieder in kleineren Rollen (etwa als Hotelgast in „Das Geheimnis der Geisterinsel“) zu sehen: 1976/1977 wurde der gebürtige Berliner Bundessieger beim deutschen Vorlesewettbewerb - von da an war seine Karriere als Sprecher wohl vorgezeichnet. Bis heute spricht er Justus Jonas, er ist aber auch die deutsche Stimme von Ben Stiller und Chris Rock.

Auch Jens Wawrczeck kann man nicht nur bei „Die drei ???“ hören: Der in Dänemark geborene, in Hamburg, Wien und New York City ausgebildete Schauspieler ist ein gefragter Hörspiel- und Hörbuchsprecher und unter anderem die deutsche Stimme von Patton Oswalt (“King of Queens“). 2020 erfüllte er sich einen Traum und veröffentlichte mit „Celluloid“ sein erstes Album als Sänger, auf dem er Klassiker der Filmmusikgeschichte neu interpretierte.

Andreas Fröhlich spricht Bob Andrews, seine Stimme kennt man aber auch aus dem Kino - etwa als deutsche Synchronstimme von John Cusack und Edward Norton sowie als Gollum aus „Der Herr der Ringe“. Fröhlich ist zudem Regisseur und Produzent von Hörbüchern und immer auch in kleineren Schauspielrollen zu sehen: Im Kinofilm „Das Geheimnis der Geisterinsel“ hatte er einen Cameo-Auftritt als Schrottplatzkunde.

Von Enttäuschung bis Publikumsrenner: Das sind die „drei ???“-Filme

Trotz des großen Erfolgs dauerte es vergleichsweise lange, bis die drei ??? das erste Mal auf der Leinwand zu sehen waren: Mit „Das Geheimnis der Geisterinsel“ entstand 2007 ihr erstes Kinoabenteuer, mit „Das verfluchte Schloss“ folgte zwei Jahre später eine zweite Verfilmung. Die Filme unter der Regie von Florian Baxmeyer und mit den US-Schauspielern Cameron Monaghan (Bob Andrews), Nick Price (Peter Shaw) und Aaron Chancellor Miller (Nick Price) in den Hauptrollen blieben hinter den Erwartungen zurück. Ein geplanter dritter Film wurde nie realisiert.

2023 kam mit „Die drei ??? - Erbe des Drachen“ ein neuer Film mit den drei Detektiven ins Kino. Mit über 1,5 Millionen verkauften Kinotickets wurde der Krimi mit Julius Weckauf als Justus Jonas, Nevio Wendt als Peter Shaw und Levi Brandl als Bob Andrews zum besucherstärksten deutschen Film des Jahres. Auch der zweite Film „Die drei ??? und der Karpatenhund“ (2025) wurde zum Publikumserfolg.

Der dritte Film der Reihe, „Die drei ??? - Toteninsel“ (Kinostart: 22. Januar), basiert wie schon der erste Teil der neuen Reihe auf einem Roman von André Marx aus den frühen 2000er-Jahren, erzählt also eine vergleichsweise moderne „Drei ???“-Geschichte. (tsch)

Stritten bei „Maischberger“ lautstark über Russland und den Ukraine-Krieg: AfD-Chef Tino Chrupalla (links) und SPD-Politiker Hubertus Heil. (Bild: WDR / Oliver Ziebe)

„Sie sind im Westen der Vertreter Russlands“

Heil und Chrupalla geraten bei „Maischberger“ aneinander