Im Frühjahr des Jahres 1986 gelang dem österreichischen Sänger Falco Historisches: Mit seinem wohl bekanntesten Song landete er auf Platz eins der US-Single-Charts - bis heute konnte ihm das niemand nachmachen.
Vor 40 Jahren schrieb er GeschichteDas war der einzige deutschsprachige Nummer-eins-Hit in den USA

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„Rock Me Amadeus“ von Falco ist bis heute der einzige deutschsprachige Song, der jemals auf Platz eins der US-Single-Charts war. (Bild: Curt Themessl)
„Er war ein Punker und er lebte in der großen Stadt“ - der Text zu Falcos (†40) „Rock Me Amadeus“ ist bis heute Kult. Zurecht, ist er doch der einzige deutschsprachige Song, der nicht nur in Deutschland, Österreich und der Schweiz Erfolg hatte, sondern auch im größten Musikmarkt der Welt die Nummer eins der Singlecharts erreichte.
Am 29. März 1986 erklomm der Pop-Rap-Song die Spitze der Billboard Hot 100 und ließ sich drei Wochen lang nicht verdrängen. Insgesamt zwei Millionen Mal verkaufte sich die Single aus Falcos drittem Album „Falco 3“ in den USA und wurde mit Platin ausgezeichnet. Dabei seien die Vorzeichen „nicht so gut“ gewesen, erinnerte sich der ehemalige Manager des Sängers, Horst Bork, 2025 in einem Interview mit dem SWR. „Aber irgendwie hat es das Ding doch geschafft und hat sich da durchgebrannt.“
„Rock Me Amadeus“: Unnachahmlicher Erfolg - bis heute
2020 würdigte die amerikanische „Recording Academy“, die den prestigeträchtigen Grammy verleiht, den Klassiker auf ihrer Homepage: „'Rock Me Amadeus' griff den Mozart-Hype ganz unverhohlen wieder auf und schaffte es gleichzeitig, seinen Sänger in schwindelerregender Geschwindigkeit in internationale Sphären zu katapultieren - ähnlich wie es sein Vorbild aus dem 18. Jahrhundert getan hatte.“
Dieses Vorbild landete logischerweise keinen Nummer-eins-Hit in den USA. Doch immerhin einem weiteren Österreicher gelang eben das. Das „Harry-Lime-Thema“ aus dem Schwarzweißfilm „Der dritte Mann“ (1949) vom Komponisten Anton Karras erreichte 1950 Platz eins. Zwar konnten sich ein paar mehr Deutsche in den Billboard Hot 100 platzieren, doch ein erster Platz gelang ihnen nur mit englischsprachigen Songs. Nur Nenas „99 Luftballons“ kam nah dran: 1983 erreichte der Antikriegssong Platz zwei der US-amerikanischen Charts.
„Er hat sofort kapiert, dass das ein Peak ist“
Bork weiß noch genau, wie Falco reagierte, als dieser von dem historischen Erfolg erfuhr. „Seine erste Reaktion war, schaffe ich denn das dann noch einmal? Er hat sofort kapiert, dass das ein Peak ist, der schwer zu überbieten oder noch mehr zu erreichen ist“, erzählte der Ex-Manager. „Er hat sich zwar links gefreut, aber rechts hat er registriert, dass das Leben dadurch nicht unbedingt leichter wird.“
Tatsächlich gelang es Falco, der mit bürgerlichem Namen Johann Hölzel hieß, nicht, den Erfolg von „Rock Me Amadeus“ zu wiederholen. Die zweite Single aus „Falco 3“, „Vienna Calling“, erreichte noch Platz 18 der Billboard Hot 100 und konnte sich 14 Wochen halten. Es war das letzte Mal, dass der Österreicher in den US-Charts vertreten war.
Falco selbst sagte später einmal: „Ich hätte oftmals Gelegenheit gehabt, nach Amerika zu gehen. Ich habe es nicht getan, weil das Schönste an der amerikanischen Fahne die rotweißroten Streifen sind.“ (tsch)

