Eine ehrgeizige Muslima will sich in „High Stakes“ (ZDFmediathek) in der Pokerwelt beweisen, während WOW mit „The Paper“ ein Spin-off zum Serien-Hit „The Office“ an den Start schickt. Welche Streaming-Highlights die kommende Woche noch bereithält, verrät die Übersicht.
Von großen Träumen und einem tiefen FallDas sind die Streaming-Tipps der Woche
![Ayla Güner (Via Jikeli) will beim Poker das große Geld machen. (Bild: ZDF/Mario Stumpf/[M] Serviceplan)](https://static.express.de/__images/2025/08/30/5a6c6c2f-c4ba-4408-8a38-32deb3f0372b.jpeg?q=75&q=70&w=2000&h=1250&fm=jpeg&s=c06077fe61388dc973c135a41ce45e12)
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Ayla Güner (Via Jikeli) will beim Poker das große Geld machen. (Bild: ZDF/Mario Stumpf/[M] Serviceplan)
30.08.2025, 00:00
„High Stakes“ ist laut den Drehbuch-Autoren Orkun Ertener und Kathrin Tabler nicht nur die erste deutsche Poker-Serie, sondern auch die erste deutsche Serie mit einer kopftuchtragenden Muslima in der Hauptrolle. Ein ganz großer Auftritt für die deutsche Theaterschauspielerin Via Jikeli. Die 28-Jährige hat zuletzt auch im sehenswerten Bremer „Tatort“-Krimi „Solange du atmest“ auf sich aufmerksam gemacht. Nun verkörpert sie die hochintelligente Muslima Ayla, die „All in“ geht und droht, sich in der reizvollen, aber gefährlichen Welt des Pokers zu verlieren. Was die Streamer in den nächsten Tagen noch zu bieten haben, erfahren Sie in der Übersicht.
„High Stakes“ - ZDFmediathek

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Apple verlegt Akira Kurosawas legendären Thriller „Zwischen Himmel und Hölle“ auf die Straßen von New York: Dort muss sich Musikmogul David King (Denzel Washington) unversehens mit Erpressern auseinandersetzen. (Bild: Apple)
Nach einem sehr erfolgreichen Astrophysikstudium träumt Ayla (Via Jikeli) von einer Karriere als Astronautin, und ihr Traum scheint zum Greifen nah, nachdem sie einen Praktikumsplatz bei der NASA erhält. Der Haken: Sie braucht 22.000 Euro, in weniger als sechs Wochen. Ihre Eltern halten ihren Traum für absurd, Stipendien erhält sie in so kurzer Zeit keine, also wendet sie sich in ihrer Verzweiflung an den Freund ihres Bruders und Poker-Profi Vincent (Jannik Schümann), um sich das Geld für ihren Traum zu erspielen. Doch Vincent versteckt hinter seinem Poker-Face seine eigenen Geheimnisse und hofft, Ayla für seine Zwecke manipulieren zu können. „High Stakes“ ist ab Freitag, 5. September, in der ZDFmediathek zu sehen.
Ayla ist eine sympathische und komplexe Protagonistin, mit der man gerne mitfiebert, egal ob es gerade um ein fesselndes, mit Synth-Beats untermaltes Poker-Spiel geht oder um ihre vielschichten Konflikte mit ihrer Familie und sich selbst. Ihre Faszination für das Universum und ihre Leidenschaft für Wissenschaft bringen sie nicht ab vom Glauben, im Gegenteil, sie bestärken ihn. Doch einmal in der Poker-Szene angekommen, wird sie schnell an ihre moralischen Grenzen gebracht.
Aber das Glücksspiel ist der einzige Weg, der sich ihr bietet, um ihre Träume zu erfüllen. Deswegen spielt sie weiter, aber nicht als Ayla, sondern als Nina. Nina ist ihr Alter Ego, ein personifiziertes Poker-Face, das sie mit der Zeit aber immer mehr daran zweifeln lässt, wer sie wirklich ist. Als Nina findet sie Gefallen am Spiel - auch am Spiel mit dem Feuer. Doch lässt sich diese Version von ihr mit ihren eigenen Selbstbild vereinen?
„High Stakes“ gelingt der Drahtseilakt, die Parallelwelt der Pokerszene packend und düster zu inszenieren, ohne dass es überzeichnet oder ungewollt komisch wirkt. Das liegt vor allem an einem Ensemble von vielschichtigen Haupt- und Nebenfiguren, die diese Welt beleben und erden.
„Highest 2 Lowest“ - Apple TV+

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Ned Sampson (Domhnall Gleeson) möchte als neuer Chefredakteur die Lokalzeitung „Toledo Truth Teller“ vor dem Bankrott retten. (Bild: 2024 Peacock TV LLC)
Wie es sich für einen König gehört, residiert David King (Denzel Washington) hoch über seinen Untertanen: Der Musikmogul schaut aus einem Penthouse auf New York, sieht die Stadt leuchten und glitzern. Doch auch Könige können tief fallen: Regisseur Spike Lee stürzt ihn in „Highest 2 Lowest“ (ab Freitag, 5. September, Apple TV+) in ein moralisches Dilemma.
Die fünfte Zusammenarbeit von Lee und Washington ist das Remake von Akira Kurosawas „Zwischen Himmel und Hölle“ (1963), einer strengen Parabel über Macht und Gewissen. Kings heitere Stimmung kippt, als er erfährt, dass sein Sohn Trey in der Gewalt eines Gangsters sei. Zwar entpuppt sich die Entführung als Verwechslung, weil sich der Kidnapper statt Trey dessen besten Freund geschnappt hat. Doch für David King stellt sich nun die Frage, ob er das Lösegeld trotzdem zahlen sollte.
Spike Lee gönnt sich für die Beantwortung eine leichtfüßige, energiegeladene Inszenierung. Ohne das moralische Dilemma zu vernachlässigen, macht er „Highest 2 Lowest“ zu einer Liebeserklärung an die Musik und seine Wahlheimat New York, deren Wandel er quasi im Vorübergehen einfängt.
„The Paper“ - WOW

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Im Zeichentrick wie auch in der neuen Realfilm-Adaption (Bild): Stitch sieht richtig knuffig aus, sorgt aber auch für mächtig viel Chaos. (Bild: 2025 Disney Enterprises, Inc)
Der Papierhersteller Dunder Mifflin avancierte dank der Sitcom „The Office“ zum Kult. Mit „The Paper“ (ab Freitag, 5. September, WOW) folgt nun ein Spin-off. Das altbekannte Kamera-Team zeichnet im Mockumentary-Stil die Geschehnisse hinter den Kulissen der strauchelnden Tageszeitung „Toledo Truth Teller“ in Ohio auf. Der Journalist Ned Sampson (Domhnall Gleeson, „Ex Machina“) übernimmt den Posten des Chefredakteurs bei der kleinen Lokalzeitung. Sein ambitioniertes Ziel ist es, das Blatt vor dem drohenden Aus zu retten.
„Hast du die Zeitung mal gelesen?“, fragt Journalistin Mare Pritti (Chelsea Frei, „Morgen kommt ein neuer Himmel“) skeptisch: „Wie würdest du sie im Vergleich zu anderen beurteilen?“ Sampson antwortet uverblümt: „Sie ist sch..., aber wir werden sie besser machen!“ Um sein Versprechen einzuhalten, entwickelt er für sein bunt zusammengewürfeltes Redaktionsteam allerlei waghalsige Strategien zwischen skurrilen Interviews und chaotischen Redaktionssitzungen. Denn Samsons Glaube in guten Journalismus ist auch in Krisenzeiten ungebrochen.
Zum Cast gehören unter anderem Sabrina Impacciatore (“The White Lotus“), Ramona Young (“Noch nie in meinem Leben“), Tim Key (“The Ballad of Wallis Island“) und Oscar Nuñez (“The Office“ (US)). Greg Daniels (“The Office“ (US)) fungiert unter seinem Label Deedle-Dee als Serienentwickler, Autor und Executive Producer, zusammen mit Michael Koman (“Nathan For You“). Weitere Executive Producer sind Ricky Gervais, Stephen Merchant, Howard Klein, Ben Silverman und Banijay Americas.
„Lilo & Stitch“ - Disney+
„Ich wünsche mir einen Freund. Einen besten Freund.“ - Wenn im realen Leben ein kleines Mädchen so etwas sagt und dann mit einem kleinen blauen Außerirdischen ankommt, der die Welt zerstören könnte, dann müssten Eltern sich wohl ernsthaft Sorgen machen. Wenn es aber im Film passiert, und wenn das Mädchen Lilo heißt und der Außerirdische Stitch, dann sind wir mittendrin in einem weiteren Disney-Abenteuer für die ganze Familie. 23 Jahre nach dem gleichnamigen Trickfilm kehrten „Lilo & Stitch“ im Mai mit einem Live-Action-Remake ins Kino zurück. Ab Mittwoch, 3. September, ist der Film nun als Stream bei Disney+ abrufbar.
„Lilo & Stitch“ war 2002, immerhin sieben Jahre nach dem Animations-Meilenstein „Toy Story“, einer der letzten großen Zeichentrick-Filme von Disney. Ob die Kids von heute den alten Stitch überhaupt noch kennen? Fraglich. Die Eltern aber werden sich sicher erinnern und erfreut feststellen: Stitch hat den Wechsel vom Trick- zum (animierten) Realfilm gut gemeistert. Er sieht, auch wenn es eine ganz andere Filmtechnik ist, eigentlich genauso aus wie damals und bringt auch den gleichen rebellischen Charme mit (womit er dann auch die Kinder von heute prima „abholen“ sollte).
Die Neuverfilmung wurde von Dean Fleischer Camp inszeniert, das Drehbuch verfassten Chris Kekaniokalani Bright und Mike Van Waes. Die Geschichte, weitgehend unverändert: Die kleine Lilo (Maia Kealoha), ein Mädchen aus Hawaii, wird auf dem Schulhof herumgeschubst und leidet unter dem vielen Streit in ihrer Familie. Sie wünscht sich nichts mehr als Harmonie und Freundschaft. Und dann fällt Stitch vom Himmel, ein „gefährliches Experiment“ aus dem All mit dem Potenzial, ganze Planeten auszulöschen. Dabei ist er doch so knuffig! Lilo adoptiert Stitch, und das ebenso turbulente wie herzergreifende Abenteuer nimmt seinen Lauf ... (tsch)