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Von ABBA komponiertBei seinem größten Erfolg sang dieses 80er-One-Hit-Wonder nicht selbst

Sänger, Songwriter, Schauspieler und Musical-Star: „One Night In Bangkok“-Star Murray Head feiert am 5. März seinen 80. Geburtstag. (Bild: IMAGO / Bestimage)

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Sänger, Songwriter, Schauspieler und Musical-Star: „One Night In Bangkok“-Star Murray Head feiert am 5. März seinen 80. Geburtstag. (Bild: IMAGO / Bestimage)

Am 5. März wird Murray Head 80 Jahre alt. Weltweit kennt man ihn vor allem für „One Night in Bangkok“ - doch ausgerechnet im berühmten Refrain seines größten Hits ist nicht seine Stimme zu hören.

Murray Head steht bis heute auf der Bühne, in seiner zweiten Heimat Frankreich ist er ein Superstar. (Bild: IMAGO / Panoramic by PsnewZ)

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Murray Head steht bis heute auf der Bühne, in seiner zweiten Heimat Frankreich ist er ein Superstar. (Bild: IMAGO / Panoramic by PsnewZ)

Sein Name klingt wie ein Künstlername: Murray Head, der am 5. März seinen 80. Geburtstag, heißt aber tatsächlich so. Bis heute ist der Name des britischen Musikers vor allem mit einem Song verbunden: „One Night in Bangkok“. Der Titel aus dem Musical „Chess“ toppte 1985 die deutschen Charts, landete in USA auf Platz drei und weltweit in den Top 20. In gewisser Weise ist der Hit aber trotzdem nur eine Randnotiz in seiner Karriere - und das nicht nur weil er bei „One Night In Bangkok“ nicht selbst sang.

Komponiert wurde „One Night in Bangkok“ von Benny Andersson und Björn Ulvaeus von ABBA. Der Refrain stammt allerdings nicht von Head, sondern vom schwedischen Sänger Anders Glenmark. Head konnte die hohe Stimmlage im Studio nicht sauber umsetzen. Nicht die einzige kuriose Geschichte rund um den Song: In den Lyrics, geschrieben von Musical-Texter Tim Rice (“Der König der Löwen“) und Ulvaeus, wird die Stadt und ihr Nachtleben durchaus sarkastisch beschrieben. Was dazu führte. dass das Lied in Thailand verboten wurde, weil der Text „Missverständnisse über die thailändische Gesellschaft“ hervorrufe und „Respektlosigkeit gegenüber dem Buddhismus“ zeige. Der überraschendste Fakt ist allerdings, dass der Song trotz des Erfolgs in Heads Karriere fast nur eine untergeordnete Rolle spielte.

Murray Head: Auch als Songwriter und Schauspieler erfolgreich

Denn als „One Night in Bangkok“ erschien, konnte Head bereits auf eine respektable Karriere zurückblicken. Bereits 1964 gewann er einen Wettbewerb von Radio Luxemburg (zusammen mit John Paul Jones, dem späteren Bassisten von Led Zeppelin), was ihm einen Plattenvertrag einbrachte. 1969 engagierten ihn Tim Rice und Andrew Lloyd Webber für die Albumversion von „Jesus Christ Superstar“. Er sang dort als erster Judas Ischariot, an der Seite von Ian Gillan (Deep Purple). Es hätte sein Durchbruch sein können, doch das Album verkaufte sich in Großbritannien schlecht, und als die Bühnenshow schließlich ein Hit wurde, hatte Head sich bereits anderen Projekten zugewandt.

Für vier Oscars nominiert: In „Sunday, Bloody Sunday“ spielte Murray Head an der Seite von Glenda Jackson (Bild) und Peter Finch eine der Hauptrollen. (Bild: CMV Laservision)

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Für vier Oscars nominiert: In „Sunday, Bloody Sunday“ spielte Murray Head an der Seite von Glenda Jackson (Bild) und Peter Finch eine der Hauptrollen. (Bild: CMV Laservision)

Parallel hatte er eine Laufbahn als Schauspieler begonnen. 1971 übernahm er eine Hauptrolle im Künstlerdrama „Sunday, Bloody Sunday“ von John Schlesinger. Es folgten Auftritte in britischen Fernsehproduktionen sowie Rollen in französischen Filmen. 1972 veröffentlichte er mit „Nigel Lived“ ein erstes Songwriter-Konzeptalbum, ehe er 1975 mit dem Longplayer „Say It Ain't So“ und dem fast gleichnamigen Song in Frankreich zum Star wurde.

„Say It Ain't So, Joe“ wurde dort zu einem nationalen Klassiker, viele französische Hörer interpretierten den Song jedoch falsch: „Ich habe ihnen immer wieder gesagt, dass es kein Liebeslied ist - eigentlich geht es um Politik und Richard Nixon“, erklärte Head später. Die Deutung als romantische Ballade setzte sich dennoch durch. Der Titel wird bis heute regelmäßig in Oldie-Radiosendungen gespielt.

In Frankreich ist Murray Head bis heute ein Superstar

Eine Beziehung zu Frankreich hatte der als Murray Seafield Saint-George Header in London geborene Musiker bereits früh: Seine Eltern, der Dokumentarfilmer Seafield Head und die Schauspielerin Helen Shingler, waren frankophil. Die gesamte Familie, sein jüngerer Bruder ist der Schauspieler Anthony Stewart Head (“Buffy“), fuhr oft nach Frankreich zum Camping, Murray besuchte sogar ein französisches Gymnasium.

Inzwischen hat Head dort eine zweite Heimat gefunden: Er veröffentlichte Alben mit Chansons, trat in französischen Musicals auf, sogar seine offizielle Homepage ist auf Französisch. „Das Besondere an den Franzosen ist, dass sie sehr, sehr treu sind. Wenn sie dich mögen, bleiben sie dir treu“, sagte Head 2021 in einem BBC-Interview. Er lebe inzwischen in der Region Béarn in den Pyrenäen. „In England hat sich nie jemand für mich interessiert. Ich habe mich nie wirklich entschieden, in Frankreich zu leben. Aber Frankreich hat mir die Entscheidung abgenommen.“

Bis heute steht er in seiner neuen Wahlheimat immer wieder auf der Bühne, allerdings „weniger als früher, weil das Tempo anstrengend ist“, wie er 2025 im Interview mit „Musiques en live“ zugab. Aber er liebe es nach wie vor, „das Publikum zu treffen“. Bei seinen Auftritten gibt es dann auch seinen größten Hit zu hören: Mit „One Night In Bangkok“ beschließt Murray Head bis heute seine Konzerte. (tsch)

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