Neue Netflix-Doku enthüllt schonunglos: Take That litt unter Hass und Krisen.
Take That packen ausGary Barlow & Co. beichten Bulimie, Sucht und Selbsthass

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Take That in ihrer Glanzzeit. (Archivbild)
In einer neuen, sehr persönlichen Netflix-Dokuserie gewährt Take That tiefe Einblicke in die Krisenjahre der Band. Im Mittelpunkt stehen psychische Probleme, finanzielle Sorgen und interne Streitigkeiten, die insbesondere nach dem Ausstieg von Robbie Williams 1995 eskalierten. Die Geschichte wird von Gary Barlow, Howard Donald und Mark Owen erzählt, ergänzt durch Archivmaterial sowie Interviews mit Jason Orange und Robbie Williams.
Robbie Williams' Ausstieg und die dramatischen Folgen
Robbie Williams' Zeit in der Gruppe war von Alkohol- und Drogenproblemen geprägt. Gary Barlow räumt im Rückblick ein, die emotionale Verletzlichkeit seines Bandkollegen unterschätzt zu haben. Die Spannungen verschärften sich, als Robbie nach einem exzessiven Glastonbury-Besuch offen sein Desinteresse zeigte und kurz darauf seinen Ausstieg bekannt gab – ein Schritt, der laut den verbliebenen Mitgliedern ungeplant und überstürzt geschah.
Nach der Trennung hatten die Bandmitglieder mit erheblichen persönlichen Schwierigkeiten zu kämpfen. Howard Donald beschreibt depressive Phasen und suizidale Gedanken, die durch den plötzlichen Karriereknick, Identitätsverlust und Geldsorgen nach der Geburt seiner Tochter ausgelöst wurden.
Spott und Essstörung: Gary Barlows tiefer Fall
Auch Mark Owen geriet in eine tiefe Krise. Nach dem Misserfolg seiner Solokarriere wurde er von seinem Plattenlabel fallengelassen, was sein Selbstwertgefühl nachhaltig erschütterte und zu einer Phase starker Verunsicherung führte.
Gary Barlow hatte ebenfalls mit massiven Problemen zu kämpfen. Der langfristig ausbleibende Soloerfolg, öffentliche Spottkampagnen und der ständige Vergleich mit Robbie Williams führten zu sozialem Rückzug, starker Gewichtszunahme und einer Bulimie-Erkrankung, wegen der er sich später in Behandlung begab.
Rivalität statt Freundschaft: Der Konflikt mit Robbie Williams eskaliert
Parallel dazu verschärfte sich die Rivalität zwischen Barlow und Williams. Öffentliche Sticheleien, Konkurrenzdenken und gegenseitige Kränkungen belasteten nicht nur ihre Beziehung, sondern auch die Dynamik innerhalb der Band erheblich.
Erst Jahre später kam es zu einer Annäherung, als Berichte über Robbie Williams’ erneute Suchtprobleme die Runde machten. In Los Angeles führten die Beteiligten ein offenes Gespräch, in dem langjährige Konflikte und Verletzungen erstmals ausgesprochen und aufgearbeitet wurden.
Die Aussprache ebnete den Weg für die gemeinsame Tour im Jahr 2006. Gary Barlow beschreibt diese Phase rückblickend als den Moment, in dem sich Take That erstmals wirklich als eine Band anfühlte und ein neuer Zusammenhalt entstand.
Die Dokuserie „Take That“ startet am 27. Januar bei Netflix. Sie zeichnet den Weg der Band von extremem Erfolg über persönliche Abstürze bis hin zur Versöhnung und Neubewertung ihrer gemeinsamen Geschichte nach. (jag)

