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Trotz zwei Oscars„Suche Job!“ – Hollywood-Ikone schaltete verzweifelte Zeitungs-Anzeige

Bette Davis

Copyright: IMAGO/ZUMA Press Wire

Bette Davis

Aktualisiert:

Sie war die Königin der Leinwand, hatte zwei Oscars im Schrank und doch bekam sie kaum noch gute Rollen angeboten.

Stell Dir vor, ein Weltstar wie Julia Roberts oder Meryl Streep müsste heute per Kleinanzeige nach Arbeit suchen. Undenkbar? Am 21. September 1962 passierte das Unfassbare: In der Zeitung stand ein Hilferuf, der die Welt der Schönen und Reichen erschütterte.

„Suche ständige Beschäftigung“

Die Studiobosse rieben sich ungläubig die Augen. In der Rubrik „Stellengesuche, weiblich“ im Fachblatt „Variety“ stand schwarz auf weiß:

„Mutter von drei Kindern, geschieden, Amerikanerin, 30 Jahre Erfahrung als Filmschauspielerin, immer noch beweglich und freundlicher, als man es ihr nachsagt, sucht ständige Beschäftigung in Hollywood. Broadway-Erfahrung vorhanden. Auf Wunsch Referenzen.“

Hinter dieser Anzeige steckte keine Geringere als Bette Davis, zweifach Oscarprämiert – 1936 für „Dangerous“ und 1939 für „Jezebel – Die boshafte Lady“. Zusätzlich erhielt sie als einer der größten Kassenmagneten der 1940er Jahre im Laufe ihrer Karriere insgesamt zehn Oscar-Nominierungen, darunter für Klassiker wie, „Opfer einer großen Liebe“ (1940), „Reise aus der Vergangenheit“ (1943) oder „Alles über Eva“ (1950).

Die Frau mit den berühmtesten Augen der Filmgeschichte hatte der Anzeige ein Foto beigefügt, damit auch der letzte Ignorante verstand: Hier forderte eine Ikone ihr Recht auf Arbeit ein.

Die Rache der „alten Schachtel“

Es war eine schallende Ohrfeige für ein System, das Frauen über 40 gnadenlos aussortierte. Mit 54 Jahren galt man im alten Hollywood als „alte Schachtel“. Die Männer hinter den großen Schreibtischen glaubten zu wissen: Das Publikum will nur junge Gesichter sehen.

Joan Crawford und Bette Davis am Strand.

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Joan Crawford und Bette Davis im Klassiker „Was geschah wirklich mit Baby Jane?“. (Archivbild)

Doch die streitbare Bette Davis dachte gar nicht an den Ruhestand. Während Freunde entsetzt waren und um ihren Ruf fürchteten, ging sie in die Offensive. Ihre Botschaft: Ich bin hier, ich bin bereit – und ihr habt keine Ahnung!

Das späte Wunder

Und die Hollywood-Göttin sollte recht behalten. Nur kurze Zeit nach der Anzeige kam „Was geschah wirklich mit Baby Jane?“ in die Kinos – und wurde zum Schocker-Erfolg. Das Publikum strömte in Scharen in die Kinos, um Bette Davis als verbitterten Ex-Kinderstar im erbitterten Clinch mit ihrer Schwester zu sehen, gespielt von Joan Crawford. Dass sich die beiden hinter den Kulissen schon seit Jahren spinnefeind gewesen sein sollen, sorgte für zusätzlichen Zündstoff.

Bette Davis gewann in ihrer langen Karriere zwei Oscars. Auf dem Bild erhält sie im Jahr 1936 den Preis für den in Deutschland nicht erschienenen Film „Dangerous“ aus den Händen von Jack Warner.

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Bette Davis gewann in ihrer langen Karriere zwei Oscars. Auf dem Bild erhält sie im Jahr 1936 den Preis für den in Deutschland nicht erschienenen Film „Dangerous“ aus den Händen von Jack Warner. (Archivbild)

Die Rechnung ging voll auf: Für Bette Davis und Joan Craword wurde es das Comeback des Jahres, während der Film selbst zum Thriller-Klassiker avancierte. Davis wurde erneut für den Oscar nominiert.

Gleichzeitig begründete „Baby Jane“ ein ganz eigenes Subgenre – die sogenannte „Hagsploitation“, auch bekannt als „Psycho-Biddy“-Filme, in denen ältere Schauspielerinnen in düsteren Geschichten im Mittelpunkt stehen. Mit „Wiegenlied für eine Leiche“ legte Bette Davis 1964 direkt nach und bewies erneut ihre enorme Wucht als Schauspielerin.

Auch wenn große Kinorollen später seltener wurden und sie vorwiegend im Fernsehen zu sehen war, blieb sie bis zu ihrem Tod im Jahr 1989 eine Kämpferin, die kein Blatt vor den Mund nahm. Sie zeigte eindrucksvoll: Wahres Talent kennt kein Verfallsdatum.

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