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„Sie wollen, dass ich hier sterbe“Harvey Weinstein erhebt schwere Vorwürfe gegen die Justiz

Harvey Weinstein wurde wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung bereits zu 16 Jahren Haft verurteilt, weitere Verfahren gegen den ehemaligen Hollywood-Produzenten laufen. (Bild: Steven Hirsch-Pool/Getty Images)

Copyright: Steven Hirsch-Pool/Getty Images

Harvey Weinstein wurde wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung bereits zu 16 Jahren Haft verurteilt, weitere Verfahren gegen den ehemaligen Hollywood-Produzenten laufen. (Bild: Steven Hirsch-Pool/Getty Images)

Der ehemalige Filmmogul Harvey Weinstein meldet sich erstmals ausführlich aus dem Gefängnis zu Wort. Im Interview erhebt er schwere Vorwürfe gegen die Haftbedingungen, spricht über seine Ex-Frau Georgina Chapman - und weist die Anschuldigungen sexueller Straftaten zurück.

Der ehemalige Hollywoodproduzent Harvey Weinstein hat in seinem ersten ausführlichen Interview aus dem Gefängnis schwere Vorwürfe gegen das US-Justizsystem erhoben und erneut bestritten, sexuelle Straftaten begangen zu haben. In einem Gespräch mit dem Branchenmagazin „The Hollywood Reporter“ sprach der 73-Jährige über seine Haftbedingungen, seine gescheiterte Ehe mit Georgina Chapman sowie über die Folgen der gegen ihn erhobenen Vorwürfe.

Weinstein sitzt derzeit auf Rikers Island in New York in Haft und wartet dort auf ein weiteres Gerichtsverfahren. Zuvor war der frühere Filmmogul in Kalifornien wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung zu 16 Jahren Haft verurteilt worden. Seine strafrechtliche Verurteilung gilt als zentraler Auslöser der weltweiten MeToo-Debatte über Machtmissbrauch und sexuelle Übergriffe in der Unterhaltungsbranche.

Sexuelle Belästigung? Weinstein: „Das habe ich nie getan“

Im Interview weist Weinstein erneut den Vorwurf sexueller Belästigung zurück. „Was ich falsch gemacht habe, war keine sexuelle Belästigung. Es war Untreue gegenüber meiner Frau“, sagt er. Er beschreibt sich selbst als untreuen Ehemann, der seine Affären bewusst vor seiner Familie verborgen habe. „Ich war mit einer fantastischen Frau verheiratet, die keine Ahnung hatte, was ich tat. Ich habe ständig gelogen. Ich habe meine Mitarbeiter missbraucht, um diese Dinge zu verbergen. Aber habe ich jemals eine Frau sexuell belästigt? Nein. Das habe ich nie getan.“

Seine „fantastische Frau“, die Designerin Georgina Chapman, war von 2007 bis 2021 mit ihm verheiratet. Sie ist Mitgründerin des Luxuslabels Marchesa. Kurz nachdem im Oktober 2017 die ersten Vorwürfe gegen Weinstein öffentlich geworden waren, trennte sie sich von ihm. „Wir reden überhaupt nicht miteinander“, sagt Weinstein über den heutigen Kontakt. „Sie lässt mich unsere Kinder sehen, wofür ich dankbar bin. Es tut mir leid, dass sie so einen schlechten Ruf bekommen hat.“

Das ehemalige Paar hat zwei gemeinsame Kinder: Tochter India (15) und Sohn Dashiell (12). Weinstein erklärt, Chapman habe nichts von seinen vermeintlichen Affären gewusst. „Sie wusste nichts von dem, was ich tat. Ich war ein Meister der Täuschung. Ihre Firma zu bestrafen, ist Wahnsinn. All die Frauen, die sie so schön gekleidet hat, haben sie über Nacht verlassen.“ Chapman habe unter den Folgen der Vorwürfe stark gelitten, heute freue er sich, dass sie mit ihrem neuen Partner, dem Schauspieler Adrien Brody, „endlich etwas Glück“ gefunden habe.

Weinstein will nicht im Gefängnis sterben

Ein weiterer Schwerpunkt des Interviews sind Weinsteins Angaben zu seiner Gesundheit und den Haftbedingungen. Der ehemalige Produzent berichtet von einem schweren medizinischen Vorfall während seiner Haft. Ein von ihm engagierter Gefängnisberater habe ihm geholfen, sich im Haftsystem zurechtzufinden und auch in einer akuten Notsituation reagiert. Weinstein schildert, er sei krank geworden und habe sich in seiner Zelle kaum bewegen können. „Als ich letztes Jahr krank wurde, fror ich in meiner Zelle fast zu Tode. Tagelang konnte ich mich nicht bewegen. Hier gibt es keinen Arzt.“

Schließlich habe er den Berater Craig Rothfeld kontaktiert und um Hilfe gebeten. Daraufhin sei er in das New Yorker Krankenhaus Bellevue Hospital gebracht worden. „Am nächsten Tag wurde ich am Herzen operiert. Einen Tag später wäre ich gestorben.“ Weinstein erklärt außerdem, dass er an Knochenmarkkrebs leide; „Ich sterbe hier. Und die Staatsanwaltschaft will wahrscheinlich, dass ich im Gefängnis sterbe.“ Er fühlt sich ungerecht behandelt: „Was auch immer sie denken, was ich in meinem Leben falsch gemacht habe, ich habe keine Todesstrafe bekommen. Im März werde ich 74 Jahre alt. Ich möchte hier nicht sterben.“

Weitere Verhandlungen gegen Weinstein laufen

Neben seiner Verurteilung in Kalifornien laufen weitere juristische Verfahren gegen Weinstein. Im vergangenen Jahr wurde er im Fall der früheren Produktionsassistentin Miriam Haley schuldig gesprochen. Im Fall des polnischen Models Kaja Sokola wurde er freigesprochen.

Der Prozess wegen eines Vergewaltigungsvorwurfs von Jessica Mann soll im März neu aufgerollt werden, nachdem sich eine Jury zuvor nicht auf ein Urteil einigen konnte. (tsch)

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