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Schöne BescherungWenn Schenken (bei Promis) in die Hose geht

Aktualisiert

„Morgen, Kinder, wird's was geben ...“ heißt es so schön im Weihnachtslied. Aber nicht immer läuft es glatt bei der Geschenkeübergabe – selbst bei Promis nicht.

Ob er wohl dran gedacht hat? Den Wink mit dem Zaunpfahl verstanden hat? Aber nein, statt der kuscheligen Alpaka-Wärmflasche gibts einen Airfryer. „Fettloses Frittieren ist voll im Trend, mein Schatz!“ Ist das sein Wink mit dem Zaunpfahl? Hält er mich etwa für zu dick? Tja, oft genug werden Geschenke unterm Weihnachtsbaum zum Rohrkrepierer.

Rund 60 Prozent der Befragten wurden laut „mydays“-Umfrage unterm Baum schon einmal bitter enttäuscht. Die größten Flop-Geschenke sind laut Marktforschungsinstitut YouGov:

  1. Socken (29 Prozent)
  2. Alkohol (25 Prozent)
  3. Geschirr (19 Prozent)
  4. Dekoartikel (18 Prozent)
  5. Süßigkeiten (18 Prozent)
  6. Weihnachtsartikel

Aber die wenigsten lassen es sich anmerken, dass sie im Geiste schon mal überlegen, in welche Schublade sie das ungeliebte Stück alsbald verstauen werden. 30 Prozent bedanken sich artig bei den Schenkenden, auch wenn sie Eierlikör verabscheuen, auf Schurwolle allergisch reagieren und lieber einen gemeinsamen Ausflug als einen Einkaufsgutschein bekommen hätten. Sie sagen einfach nichts weiter dazu.

Wenn Dankbarkeit bloß geheuchelt ist

Einige täuschen sogar Begeisterung für das misslungene Geschenk vor, Frauen (22 Prozent) etwas häufiger als Männer (17 Prozent). Dagegen überspielen Männer laut Umfrage ihre Enttäuschung gern mit Humor: „Dann wird's wohl nächstes Jahr was mit dem Ferrari.“

Denn wie heißt es so schön: Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul. Nur rund jeder Zehnte sagt ehrlich, wenn ihm ein Geschenk nicht gefällt. Die meisten behalten den Plunder trotzdem. Okay, Frauen sind da etwas rigoroser. Knapp jede Fünfte gibt das ungeliebte Präsent später weiter oder verkauft es, das trauen sich nur zwölf Prozent der Männer.

Woran aber liegt es, dass manche Geschenke, mögen sie auch noch so teuer gewesen sein, manchmal einfach ein Griff ins Klo sind? Konsumforscher Prof. Dr. Bernd Stauss schrieb dazu ein ganzes Buch „Das perfekte Geschenk“. Die Kernaussage: „Das Geschenk muss nicht dem Geber gefallen, sondern dem Beschenkten.“ Wenn sich jemand ein Computerspiel wünsche, dann möchte er nicht mit einem Gedichtband überrascht werden.

Gilt besonders für Kinder, die Heiligabend nicht von Nachhaltigkeits-Aposteln belehrt werden wollen! Das scheußliche Plastikmonster, das alle so toll finden, gibt es nun mal nicht aus Holz. Kein Wunder also, dass mittlerweile ein Trend immer weiter um sich greift. Ein Viertel der Bundesbürger beglückt sich selbst mit einem tollen Geschenk. Da weiß man wenigstens, was man hat.

Worüber Promis sich bei der Bescherung ärgerten oder letztendlich nur amüsierten, verraten sie in der EXPRESS-Bildergalerie oben.