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Scarlett, Dakota und Co.Das sind die Nackt-Regeln der Stars

In manchen Verträgen ist festgeschrieben, wie viel Haut man dem Arbeitgeber zeigen muss. Klingt ungewöhnlich, ist für Hollywood-Schauspieler aber Normalität. So stehen die Stars zu Nacktheit im Film.

Egal ob Jugendsünde oder ob die Gage doch einfach zu gut war, viele Stars haben sich schon mal vor der Kamera ausgezogen. Trotzdem haben sie ihre Prinzipien - und ihre Verträge. In denen ist genau festgelegt, wie viel, wie lange und aus welchem Winkel man sie hüllenlos bestaunen darf. Wir zeigen, welche Nacktregeln Stars wie Anne Hathaway, Sarah Jessica Parker, Amber Heard oder Scarlett Johansson haben.

So funktionieren Nacktklauseln

Allzu explizite Szenen waren bei „Fifty Shades of Grey“ von vornherein nicht vorgesehen: „Jamie ist verheiratet, Dakota in einer Beziehung, und wir wollten eine FSK-16-Freigabe für den Film“. (Bild: TVNOW / 2017 Universal City Studios Productions LLLP.)

Allzu explizite Szenen waren bei „Fifty Shades of Grey“ von vornherein nicht vorgesehen: „Jamie ist verheiratet, Dakota in einer Beziehung, und wir wollten eine FSK-16-Freigabe für den Film“. (Bild: TVNOW / 2017 Universal City Studios Productions LLLP.)

Wie mit Nacktklauseln in der Praxis umgegangen wird, erklärte Anne Hathaway in einem Radiointerview: „Der Regisseur gibt dir eine Szenenliste, und du gehst sie durch und gibst dein Okay“. Wenn Schauspieler der Meinung sind, dass eine bestimmte Szene ihnen sehr viel abverlange - wie etwa eine Nacktszene -, sei es üblich, eine Gagenerhöhung zu verlangen. Als sie und Jake Gyllenhaal 2010 für „Love and other Drugs - Nebenwirkung inklusive“ die Hüllen fallen ließen, behielt sich Anne Hathaway das letzte Wort vor: Ihre Nacktszene wurde auf ihren Wunsch um etwa fünf Sekunden gekürzt, in denen „die Kamera etwas zu lang verweilte“.

„Das ist einfach nicht mein Ding“, sagte Julia Roberts einmal „E! News“ zum Thema hüllenloser Auftritt. (Bild: Pascal Le Segretain/Getty Images)

„Das ist einfach nicht mein Ding“, sagte Julia Roberts einmal „E! News“ zum Thema hüllenloser Auftritt. (Bild: Pascal Le Segretain/Getty Images)

Auch bei „Fifty Shades of Grey“ war vorab festgelegt worden, wie viel nackte Haut von Dakota Johnson und Jamie Dornan zu sehen sein würde: „Sie hatten beide Verträge, was gezeigt werden darf und was nicht“, verriet Sam Taylor-Johnson, die Regisseurin des ersten Teils der Reihe, der britischen Zeitung „Mirror“. Die Szene, in der Dakota Johnsons Figur Ana mit einem Gürtel der nackte Hintern versohlt wird, wurde etwa mit einem Po-Double gedreht. Ausschweifende Sexszenen waren für die SM-Romanze von vornherein nicht vorgesehen: „Jamie ist verheiratet, Dakota in einer Beziehung, und wir wollten eine FSK-16-Freigabe für den Film“.

Keine Nacktszenen, bitte!

Amber Heard lieferte sich einst einen Rechtsstreit: Weil dem Produzenten Christopher Hanley die Sexszenen in „London Fields“ nicht heiß genug waren, beraumte er heimlich einen Nachdreh mit einem Body Double an - und schnitt sehr, sehr explizite Szenen in den Film hinein. Die Schauspielerin reichte eine Neun-Millionen-Euro-Klage ein: „Das neue Material mit dem Body Double hinterlässt beim Zuschauer den Eindruck, es sei Heard“, heißt es in der Klageschrift. Für Heard ein klarer Verstoß gegen die Nacktklausel in ihrem Vertrag. Im September 2018 einigten sich die Parteien auf einen Vergleich.

Dass es auch sexy sein kann, wenn die Klamotten anbleiben, demonstrierte Jessica Alba eindrucksvoll in „Sin City“: „Ich drehe einfach nicht nackt, selbst wenn mich das zu einer schlechten Schauspielerin machen sollte“, rechtfertigte sich der Männerschwarm, und hat dafür ganz bestimmte Gründe. „Ich will nicht, dass meine Großeltern mich oben ohne sehen. Das wäre kein gutes Gesprächsthema zu Weihnachten“, erklärte die dreifache Mutter in „Glamour“. Zumal sie die Meinung vertritt, dass keiner ihrer Filme durch ihre Nacktheit an künstlerischen Wert hätte gewinnen können.

Für „Love After Love“ (2017) drehte Andie MacDowell ihre erste Nacktszene - mit 59! (Bild: Kinostar)

Für „Love After Love“ (2017) drehte Andie MacDowell ihre erste Nacktszene - mit 59! (Bild: Kinostar)

Auch Sarah Jessica Parker pocht seit jeher auf ihre No-Nudity-Klausel - selbst, als sie einst die männerverschlingende Carrie spielte. „Es gibt Schauspieler, die in ihrer Garderobe nur weiße Kerzen haben wollen. Und ich will mich nicht ausziehen“, fasste sie im „Hollywood Reporter“ zusammen. Tatsächlich sei das im Laufe ihrer langen Karriere bisher nur einmal ein Problem gewesen. Bei welchem Film will die Darstellerin nicht verraten. Ihre Klamotten behielt sie jedenfalls an.

Mit der Romanze „Pretty Woman“ (1990), in der sie eine Prostituierte spielt, wurde Julia Roberts zum Superstar. Schon damals, zu Beginn ihrer Karriere, ließ sie sich in Szenen, in denen viel Haut gezeigt wurde, von einem Bodydouble vertreten. „Das ist einfach nicht mein Ding“, sagte Julia Roberts einmal „E! News“ zum Thema hüllenloser Auftritt. Eine Meinung, die auch ihre Nichte zu vertreten scheint. Zumindest erklärte Serienstar Emma Roberts (“American Horror Story“) im „W Magazine“, dass sie sich nicht vorstellen könne, jemals splitterfasernackt vor der Kamera aufzutreten.

Kate Winslet hat sich schon mehrfach vor der Kamera ausgezogen - weil sie anderen Frauen zeigen möchte, dass es okay ist, nicht perfekt zu sein.  (Bild: Gareth Cattermole/Getty Images)

Kate Winslet hat sich schon mehrfach vor der Kamera ausgezogen - weil sie anderen Frauen zeigen möchte, dass es okay ist, nicht perfekt zu sein. (Bild: Gareth Cattermole/Getty Images)

Jennifer Garner kann seit 1995 auf eine bewegte Karriere zurückblicken. Sie spielte in Serien wie „Alias - Die Agentin“ mit und war im Kino unter anderem mit dem Action-Thriller „Peppermint: Angel of Vengeance“ (2018) zu sehen. Vor der Kamera ließ sie bisher allerdings noch nie die Hüllen fallen - und plant auch nicht, das in Zukunft zu ändern. Die Ex-Frau von Ben Affleck hatte in der Vergangenheit deutliche Worte zu diesem Thema. In einem MTV-Interview sagte sie augenzwinkernd: „Ich werde nie alles ausziehen... nein danke. Die Welt verdient etwas Besseres. Ich habe kein Interesse.“

Spätestens seit ihrer Rolle in den „Transformers“-Filmen gilt Megan Fox als Männerschwarm. Das Magazin „FHM“ kürte sie 2008 zur „Sexiest Woman in the World“. Entblößte Szenen in Filmen sind für sie dennoch ein No-Go. Sie möchte nicht, sagte die mehrfache Mutter, dass ihre Söhne sie so auf der Leinwand sehen müssen. In einem Interview mit „The Mirror“ erklärte Fox, dass der Sender HBO ihr eine Serienrolle angeboten hatte, die sie wegen detaillierter Sex-Szenen im Drehbuch ablehnte: „Diese Dinge sind sehr erniedrigend für die Frauen, die die Rolle spielen.“

Sich vor der Kamera entblößen? Ja, aber ...

Entblößte Szenen in Filmen sind für Megan Fox ein No-Go. Sie möchte nicht, sagte die mehrfache Mutter, dass ihre Söhne sie so auf der Leinwand sehen.  (Bild: Dimitrios Kambouris/Getty Images for Sports Illustrated Swimsuit)

Entblößte Szenen in Filmen sind für Megan Fox ein No-Go. Sie möchte nicht, sagte die mehrfache Mutter, dass ihre Söhne sie so auf der Leinwand sehen. (Bild: Dimitrios Kambouris/Getty Images for Sports Illustrated Swimsuit)

Heiße Fotos auf Magazin-Covern, um einen Film zu verkauften? Das schließt Reese Witherspoon kategorisch aus: „Wenn sich Schauspielerinnen ausziehen, machen sie sich zum Objekt“, formulierte sie einst in einem „Glamour“-Interview. „Und ich bin erstaunt, wie viele angesehene Schauspielerinnen sich dafür hergeben“. Die dreifache Mutter kennt aber keinerlei Hemmungen vor der Kamera, wenn es wirklich erforderlich ist: „Sexszenen machen nie Spaß“, sagte Witherspoon in einem Interview zu ihrem Film „Wild“, in dem ihre Figur Geschlechtsverkehr mit zwei Männern hatte.

Männer kommen deutlich seltener in die Verlegenheit, nackt zu drehen, lassen diese Szenen jedoch genauso streng regeln: „Man legt haarklein fest, was im Bild sein darf“, erzählte Chris Pratt. (Bild: Dimitrios Kambouris/Getty Images)

Männer kommen deutlich seltener in die Verlegenheit, nackt zu drehen, lassen diese Szenen jedoch genauso streng regeln: „Man legt haarklein fest, was im Bild sein darf“, erzählte Chris Pratt. (Bild: Dimitrios Kambouris/Getty Images)

Seit sie 22 ist, soll Scarlett Johansson eine No-Nudity-Klausel in ihrem Vertrag stehen haben. Für ihre Rolle als männermordendes Alien in „Under The Skin“ machte sie 2014 eine Ausnahme. „Ich provoziere nicht gern“, meinte die Sexiest Woman Alive von 2013 darauf angesprochen. „Man weiß, dass irgendwer davon einen Screenshot machen wird, und muss abwägen, ob es das Risiko wert ist.“ Im Fall von „Under The Skin“ entschied sie sich dafür.

Für „Love After Love“ (2017) drehte Andie MacDowell ihre erste Nacktszene - mit 59! Bis dahin hatte sich die US-Schauspielerin immer hoch geschlossen gegeben. Warum? „Ich bin nicht prüde oder so, aber ich bin in einer Zeit aufgewachsen, in der Schauspielerinnen Body Double anforderten“, erklärte sie dem „Hollywood Reporter“. Außerdem wollte sie nichts tun, das ihre Kinder beschämen könnte.

Kate Winslet hingegen hat sich schon mehrfach vor der Kamera ausgezogen - weil sie anderen Frauen zeigen möchte, dass es okay ist, nicht perfekt zu sein. „Meine Brüste sind nicht makellos, ich habe Cellulite und bin kurvig“, sagte Winslet in einem Interview. „Auf einer tieferen, unterbewussteren Ebene könnte das ein Grund dafür sein, dass ich mir erlaube, nackt auf der Leinwand aufzutreten“, so die Oscar-Preisträgerin.

Auch Carice von Houten, die in „Game of Thrones“ regelmäßig die Hüllen fallen ließ, sieht ihre Nacktheit als Statement: „Ich finde es albern, dass man überall Maschinengewehre und ähnlich grauenhafte Dinge zeigen darf, aber jeder ausflippt, wenn mal ein Nippel zu sehen ist.“ Grundlos ziehe sie dennoch nicht blank, betont die Niederländerin im Interview mit „E! Online“: „Wenn im Skript steht 'Zieh dich aus, wir wollen dich oben ohne sehen', frage ich natürlich, warum. Ich bin nicht per se für hüllenlose Szenen zu haben.“

Auch männliche Schauspieler haben Nacktregeln

Männer kommen deutlich seltener in die Verlegenheit, nackt zu drehen, lassen diese Szenen jedoch genauso streng regeln: „Man legt haarklein fest, was im Bild sein darf“, erzählte Chris Pratt in der US-Sendung „The Late Late Show“. Der Schauspieler präsentierte in „Passengers“ sein nacktes Hinterteil: „Das erforderte wirklich große mentale Vorbereitung.“

Von Ben Affleck gab es in „Gone Girl“ sogar noch mehr zu sehen: „David Fincher sagte mir am Anfang klipp und klar, dass ich mir keine Eitelkeiten erlauben dürfte und meine Figur bauchabwärts nackt zu sehen sein wird“, verriet er dem Musiksender MTV. Dass die entsprechende Szene nur sehr, sehr kurz war, kam dem dreifachen Vater trotzdem gelegen. (tsch)