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SAT.1 fiel in Paul Ronzheimers Bürgergeld-Doku auf Lügen-Erzählung herein

Paul Ronzheimer führt bei SAT.1 durch eine nach ihm benannte Reportage-Reihe. (Bild: Joyn/Christoph Köstlin)

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Paul Ronzheimer führt bei SAT.1 durch eine nach ihm benannte Reportage-Reihe. (Bild: Joyn/Christoph Köstlin)

Einen Bürgergeld-Schmarotzer, wie man ihn sich dreister und schamloser kaum denken kann, präsentierte SAT.1 in der Reportage-Reihe „Ronzheimer - Wie geht's, Deutschland?“. Jetzt stellte sich heraus: Der junge Mann hat vor der Kamera nicht die Wahrheit gesagt.

Das T-Shirt mit dem Aufdruck „Arbeitsloser des Jahres“ trägt er mit Stolz. Seine Social-Media-Reels aus dem selbst gewählten Lotterleben machen Schlagzeilen und haben in der Spitze Hunderttausende Aufrufe. Yannis B. aus Hannover scheint wie gemacht zu sein für eine Reportage, die es nicht zuletzt darauf anlegt, schamlose Bürgergeld-Schmarotzer vor die Kamera zu bringen.

Doch die Darstellungen des jungen Mannes in der Reihe „Ronzheimer - Wie geht's, Deutschland?“ entsprechen offenbar in wichtigen Teilen nicht Wirklichkeit. Das machte gut eine Woche nach der Ausstrahlung der Sender SAT.1 öffentlich.

Bei Joyn.de wird SAT.1-Sendersprecher Christoph Körfer mit folgendem Statement zitiert: „Yannis B. hat vor, während und nach den Dreharbeiten zu der Reportage zum i&u-Studios-Redaktionsteam nicht die Wahrheit gesagt. Er hat Dokumente und Belege gefälscht, um seine vermeintliche Geschichte glaubhaft erscheinen zu lassen. Wir prüfen aktuell die Hintergründe und eventuelle rechtliche Schritte.“

„Wir entschuldigen uns aufrichtig beim zuständigen Jobcenter Hannover“

Im Film, durch den der stellvertretende „Bild“-Chefredakteur Paul Ronzheimer als Presenter führt, gibt Yannis B. unter anderem zu Protokoll, er habe sich als freiberuflicher Video-Regisseur „ein bisschen überarbeitet“ und lebe deshalb jetzt von Sozialleistungen in den Tag hinein. Politischen Druck auf Leistungsempfänger bezeichnet er im Gespräch mit Ronzheimer als schlecht fürs „Volksklima“. Einen Job anzunehmen, den man nicht ausüben wolle, sei „verschwendete Lebenszeit“.

Laut SAT.1 habe es kurz nach Ausstrahlung des Beitrags Hinweise gegeben, die Zweifel an den vor der Kamera getätigten Behauptungen weckten. Inzwischen habe der Reportage-Protagonist „schriftlich eingestanden, dass er nicht die Wahrheit gesagt hat“. SAT.1-Sprecher Körfer: „Wir entschuldigen uns aufrichtig beim zuständigen Jobcenter Hannover, das durch die unwahren Behauptungen von Yannis B. in ein falsches Licht gerückt wurde.“

Beim Streamingportal Joyn wurde die „Ronzheimer“-Reportage zum Thema Bürgergeld um die fraglichen Szenen gekürzt und steht mit nur noch 76 statt 90 Minuten Laufzeit zum Abruf bereit. Weitere Folgen der dienstags, 20.15 Uhr, ausgestrahlten Reihe befassen sich mit den Themen „Bürokratie-Wahnsinn“ (10. März), „Migrations-Wende“ (17. März) und „Die Rechte Mitte“ (24. März). (tsch)

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