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Rapper und Fugees-ProduzentJohn Forté stirbt im Alter von 50 Jahren

Rapper und Fugees-Produzent: John Forté ist im Alter von 50  Jahren gestorben. (Bild: Theo Wargo/Getty Images for Tribeca Festival)

Rapper und Fugees-Produzent: John Forté ist im Alter von 50 Jahren gestorben. (Bild: Theo Wargo/Getty Images for Tribeca Festival)

Er prägte den Sound der Fugees mit und kämpfte sich nach einer Verurteilung wegen Drogenbesitzes zurück ins Musikleben: Nun ist Rapper und Produzent John Forté mit 50 Jahren gestorben.

Die Musikwelt trauert um John Forté: Der US-Rapper und Produzent, der vor allem durch seine enge Zusammenarbeit mit den Fugees bekannt wurde, ist tot. Forté wurde 50 Jahre alt. Wie die Tageszeitung „MV Times“ berichtete, starb der Musiker am Montag, dem 12. Januar, in seinem Haus in Chilmark auf Martha's Vineyard. Die genaue Todesursache ist bislang ungeklärt.

Nach Angaben der Polizei wurde Forté am frühen Nachmittag von einem Nachbarn allein auf dem Küchenboden gefunden. DAls die Einsatzkräfte eintrafen, zeigte Forté keine Reaktion mehr und wurde noch vor Ort für tot erklärt. Hinweise auf Fremdverschulden gab es nicht. Gesundheitlich hatte Forté bereits zuvor Rückschläge hinter sich. Laut „MV Times“ war der Musiker etwa ein Jahr vor seinem Tod nach einem Anfall ins Krankenhaus eingeliefert worden,

Nach Verurteilung wegen Drogenbesitz setzte sich Carly Simon für Fortés Freilassung ein

John Forte (links) und Fugees-Rapper Wyclef Jean arbeiteten bei mehreren Projekten zusammen.  (Bild: Bennett Raglin/Getty Images for Essence)

John Forte (links) und Fugees-Rapper Wyclef Jean arbeiteten bei mehreren Projekten zusammen. (Bild: Bennett Raglin/Getty Images for Essence)

Der in Brooklyn geborene Musiker begann als Talentscout beim Underground-HipHop-Label Rawkus Records, bevor Anfang der 90er-Jahre der entscheidende Karriereschritt folgte: Lauryn Hill stellte Forté den Fugees vor. Er schrieb und produzierte mehrere Songs für ihr Album „The Score“ aus dem Jahr 1996, von dem weltweit über 20 Millionen Exemplare verkauft wurden und das bis heute als eines der besten HipHop-Alben aller Zeiten gilt. Forté erhielt für „The Score“ mit nur 21 Jahren seine erste Grammy-Nominierung. Es folgten Tourneen mit den Fugees, 1997 arbeitete er an Wyclef Jeans Solo-Debüt „The Carnival“ mit. Ein Jahr später erschien sein eigenes erstes Album „Poly Sci“, das der Fugees-Rapper im Gegenzug produzierte.

Im Jahr 2000 wurde Forté am Newark International Airport mit flüssigem Kokain festgenommen, im Jahr darauf verurteilte ihn ein Richter zu 14 Jahren Haft. Auch im Gefängnis blieb Forté kreativ, in einer Haftanstalt mit niedriger Sicherheitsstufe in Pennsylvania schrieb er weiter Songs. Dort entstand auch sein zweites Album „I John“. An dem Projekt beteiligten sich unter anderem Carly Simon und Herbie Hancock, die Sängerin und ihr Sohn Ben Taylor machten Fortés Fall öffentlich bekannt. Sie bezeichneten das Strafmaß als überzogen und setzten sich landesweit für seine Freilassung ein. Der Einsatz zeigte Wirkung: Im November 2008 verkürzte Präsident George W. Bush die Haftstrafe, vier Wochen später kam Forté frei.

Nach seiner Entlassung baute sich Forté ein neues Leben auf. Neben eigenen Projekten komponierte er die Originalmusik für den Breonna-Taylor-Dokumentarfilm „Bree Wayy: Promise, Witness, Remembrance“. Sein letztes Album „Vessels, Angels & Ancestors“ veröffentlichte er 2021. Forté hinterlässt seine Ehefrau und zwei Kinder. (tsch)