Dank der Teenie-Serie „O.C., California“ wurde Mischa Barton zum gefeierten Serienstar, bald danach gab es fast nur noch Negativschlagzeilen über sie zu lesen. Jetzt feiert die Britin ihren 40. Geburtstag - und mit ihrer Vergangenheit hat sie erfolgreich abgeschlossen.
„O.C., California“-StarSo geht es Mischa Barton heute

Copyright: ProSieben / Warner Bros. Television
Mischa Barton war in den Nuller-Jahren das Aushängeschild der Teenie-Serie „O.C, California“. Am 24. Januar feiert die Schauspielerin ihren 40. Geburtstag. (Bild: ProSieben / Warner Bros. Television)

Copyright: Hannes Magerstaedt/WireImage
Nach ihrem Ausstieg bei „O.C., California“ machte Mischa Barton viele Schlagzeilen mit ihrem Privatleben. Inzwischen ist die Britin aber wieder ein gefragter TV- und Filmstar. (Bild: Hannes Magerstaedt/WireImage)
Kaum eine Schauspielerin ihrer Generation ist so eng mit einer einzelnen Rolle verknüpft: Es ist über 20 Jahre her, seit Mischa Barton erstmals als Marissa Cooper in der Teenager-Serie „O.C., California“ zu sehen war - und doch kann sie diese Rolle immer noch nicht abschütteln. Das zeigt eine Anekdote: Als Barton 2019 in der Reality-Show „The Hills“ auftrat - inspiriert von den privilegierten jungen Kaliforniern, die bereits die Kultserie bevölkert hatten, aber mit echten Menschen -, sollte sie eigentlich sie selbst sein. Aber die Produzenten wollten Marissa Cooper. Das passiere immer wieder, sagte Barton 2021 dem „Guardian“: „Sie haben mich sogar mit meinem Charakternamen angesprochen. Im Ernst? Nach all der Zeit können sie sich nicht einmal meinen Namen merken?“

Copyright: IMAGO / Allstar
Ihre erste große Hauptrolle spielte die damals elfjährige Mischa Barton in der britischen Komödie „Lawn Dogs“ (1997). (Bild: IMAGO / Allstar)
Dabei war ihr Name schon früh in aller Munde: Barton machte früh Schlagzeilen, ihre Karriere verlief steil, ihr Leben wurde öffentlich - und verlief alles andere als reibungslos: Inzwischen kann die Schauspielerin, die am 24. Januar ihren 40. Geburtstag feiert, aber gelassen auf die Unwägbarkeiten ihrer Vergangenheit zurückblicken.
„Wie eine Betrügerin“: Mischa Barton fühlte sich am Set von „O.C., California“ unwohl

Copyright: Tiberius Film
Noch vor ihrem Durchbruch als Serienstar war Mischa Barton (Bild, Mitte) in zahlreichen Filmen zu sehen - etwa im Jugenddrama „Tart - Jet Set Kids“ (2001). (Bild: Tiberius Film)
Barton wurde 1986 in London geboren und zog im Alter von sechs Jahren mit ihrer Familie in die USA. Ihr Vater arbeitete im Finanzwesen, ihre irische Mutter war später auch ihre Managerin. Anders als das spätere Image vermuten ließ, beschreibt Barton ihre Kindheit nicht als glamourös, sondern als eher introvertiert. Sie liebte Literatur, nahm an Gedichtwettbewerben teil und entdeckte die Schauspielerei in einem künstlerischen Sommercamp.

Copyright: Wonderland Sound and Vision / JM
In „O.C., California“ spielte Mischa Barton (vorne links) die verwöhnte Marissa Cooper und wurde zum Star. (Bild: Wonderland Sound and Vision / JM)
Bereits mit acht Jahren stand sie professionell auf der Theaterbühne in New York, es folgten Filmrollen, unter anderem im Independentfilm „Lawn Dogs - Heimliche Freunde“ (1997) sowie ein Auftritt in „The Sixth Sense“ (1999). Der Erfolg dieses Films, so sagte sie später, habe „die Tür aufgebrochen“. Als Marissa Cooper in „The O.C.“ wurde Barton Anfang der 2000er-Jahre dann schlagartig bekannt, damals sei sie, „fast außer Kontrolle geraten“.

Copyright: Sunfilm
Weg vom „O.C., California“-Image: Im Horrorfilm „Walled In“ spielte Mischa Barton 2008 die Hauptrolle. (Bild: Sunfilm)
Ohnehin sei sie mit 17 sehr jung und in vielerlei Hinsicht nicht bereit gewesen: „Die meisten meiner 'ersten Male' fanden vor der Kamera statt - ich bin durch den Bildschirm erwachsen geworden“, sagte sie im „Guardian“-Interview. Als sie zu „O.C., California“ kam, sei sie noch Jungfrau gewesen und habe sich „wie eine Betrügerin“ gefühlt. Weil sie in der Serie als Marissa Cooper von älteren Männern umworben wurde, hätte sie das Gefühl gehabt, dass sie ihre erste sexuelle Erfahrung „hinter sich bringen“ müsse.
Drogen, psychische Probleme und mehr Negativschlagzeilen

Copyright: Antony Jones/Getty Images
2017 zeigte sich Mischa Barton in Cannes auf dem roten Teppich, Schlagzeilen machte damals aber vor allem ihr Privatleben. (Bild: Antony Jones/Getty Images)
Bartons Verhältnis zu „O.C., California“ war lange ambivalent: 2021 sprach sie gegenüber „E! News“ davon, dass es am Set „eine Art allgemeines Mobbing von einigen Männern“ gegeben habe, ohne Namen zu nennen. Das Arbeitsklima habe sich zunehmend belastend angefühlt. 2006 verließ sie die Serie bewusst. Sie wollte Filme drehen und sich aus einem Umfeld lösen, das sie als „nicht unterstützend“ empfand.

Copyright: Lionsgate
Seit einigen Jahren ist Mischa Barton wieder gut im Geschäft: In Mystery-Krimi „Einladung zm Mord“ (2023) übernahm sie die Hauptrolle. (Bild: Lionsgate)
Nach dem Serienausstieg arbeitete Barton zwar kontinuierlich, wurde aber zunehmend über ihr Privatleben wahrgenommen. 2007 wurde sie wegen Fahrens ohne Führerschein unter Alkoholeinfluss und im Besitz von Drogen festgenommen. Darauf folgte eine dreijährige Bewährungsstrafe. Zwei Jahre später kam es zu einer Zwangseinweisung in eine psychiatrische Klinik, 2017 folgte eine weitere kurze Hospitalisierung. In einem Fernsehinterview einige Monate später behauptete Barton, ihr Team habe ihr verschreibungspflichtige Medikamente gegeben, damit sie weiterarbeiten konnte.
Besonders belastend war ein Rechtsstreit um explizite Privatfotos und -videos, den sie 2017 gegen zwei ehemalige Freunde führte und gewann. Der Fall spielte sich noch vor der breiten gesellschaftlichen Debatte im Zuge von #MeToo ab. „Es war kurz bevor irgendjemand auch nur das geringste Mitleid mit dir hatte“, sagte sie dem „Guardian“: „Es war ein sehr verzweifelter, dunkler Moment: Ich dachte wirklich, dass das, was er getan hatte, publik werden würde und dass der Rest meines Lebens vorbei wäre.“
Ein Beitrag geteilt von M I S C H A B A R T O N (@mischabarton)
Barton: „Viel Heilung und Veränderung“
Inzwischen ist Barton wieder gut im Geschäft: Zuletzt war sie in der Serie „Neighbours“ sowie in den Filmen „Murder At The Embassy“ (2025) und „Sleepwalker“ (2026) zu sehen. Zudem war sie bereit zur „Versöhnung“ mit ihrer Vergangenheit: „E! News“ berichtete 2023 von einem Treffen mit ihren ehemaligen „O.C.“-Kollegen Melinda Clarke, Willa Holland und Tate Donovan. Dabei sprach sie öffentlich über das Vermächtnis der Serie. „Es fühlt sich an, als hätte sich nach 20 Jahren in meinem Leben ein Kreis geschlossen“, sagte sie. Es habe „viel Heilung und Veränderung stattgefunden“, alles sei „positiv“ gewesen. (tsch)

