„Almost naked“Nacktparty-Skandal um russischen ESC-Gewinner Dima Bilan

Der beim Eurovision Song Contest für Russland gestartete Sänger Dima Bilan (r) und der Eiskunstlauf-Olympiasieger Jewgeni Pluschenko jubeln am Sonntagmorgen (25.05.2008) über den Sieg.

Dima Bilan, hier mit dem russischen Eiskunstlauf-Olympiasieger Jewgeni Pluschenko (l.), gewann 2008 den ESC. Nun steht er im Mittelpunkt eines Skandals.

Nach einem Skandal um eine Party mit viel nackter Haut sind in Moskau die auch international bekannten Musikstars Filip Kirkorow und Dima Bilan unter Druck geraten.

Sie haben es ordentlich krachen lassen – und müssen jetzt mit Konsequenzen rechnen. Fotos und Videos einer in einem Club organisierten schlüpfrigen Sause wurden veröffentlicht. Nach der Nackparty stehen unter anderem die prominenten Sänger Filip Kirkorow und Dima Bilan laut Medienberichten vom Donnerstag (28. Dezember 2023, Ortszeit) im Fokus.

Seit Tagen berichten Staatsmedien über die „dekadente“ Party reicher Showstars, die in Zeiten, da russische Soldaten im Krieg gegen die Ukraine ihr Leben gäben, halbnackt tanzten, prassten und Spaß hätten.

„König der russischen Popszene“ droht Aberkennung des Titels „Volkskünstler“

Kirkorow, dem „König der russischen Popszene“, droht laut Medien die Aberkennung des Titels „Volkskünstler“ durch das Kulturministerium. Der 56-Jährige habe sich mit seinen Anwälten getroffen, berichtete die Boulevardzeitung „Moskowski Komsomolez“. Seine Sprecherin beklagt, dass seine Internetseite blockiert sei.

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Dima Bilan gewann 2008 den Eurovision Song Contest (ESC) teil mit der von Timbaland produzierten Ballade „Believe“. 2011 verlas er die russische Punktevergabe für den ESC in Düsseldorf. Wegen seiner Unterstützung von Russlands Einmarsch in die Ukraine wurde er 2023 zusammen mit 119 anderen russischen Künstlern von der ukrainischen und der kanadischen Regierung sanktioniert.

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Die Party selbst fand bereits am 20. Dezember auf Einladung der Bloggerin Nastja Iwlejewa unter dem Motto „Almost naked“ in einem Moskauer Club statt. Als anschließend von den halbnackten Gästen des russischen Showgeschäfts Bilder im Netz auftauchten, regte sich zunächst Protest bei den ultrakonservativen Kreisen. So tauchten Videos von vermummten angeblichen Frontkämpfern auf, die die Feier in Kriegszeiten als anstößig verurteilten und Ermittlungen forderten.

Wegen der zunehmenden öffentlichen Empörung schalteten sich schließlich auch die russischen Behörden ein. So hat die Medienaufsichtsbehörde wegen des Verdachts auf „LGBT-Propaganda“ eine Untersuchung eingeleitet.

Untersuchung wegen des Verdachts auf „LGBT-Propaganda“

Russische Behörden haben die LGBT-Bewegung als extremistisch eingestuft und verfolgen Aktivisten der Szene strafrechtlich. LGBT steht für Lesben, Gays (Schwule), Bi- und Transsexuelle. Ein Rapper wurde zu 15 Tagen Arrest verurteilt, weil Fotos und Video ihn nackt nur mit einer Socke um den Penis zeigten.

Die Beteiligten der Party haben sich inzwischen öffentlich für ihren halbnackten Auftritt entschuldigt - teils in Videos. Doch damit ist es offenbar nicht getan. Der Club wurde geschlossen. Mehrere Schlagerstars wie die Sängerin Lolita Miljawskaja beklagen ein Quasi-Auftrittsverbot. Ihren Angaben zufolge sind seither mehrere Veranstaltungen abgesagt worden - unter anderem ihre Beteiligung am traditionellen Neujahrskonzert russischer Showgrößen. (dpa)