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Merkel-Einladung ausgeschlagenGrönemeyer: „Wollte mich mit der nicht unterhalten“

Herbert Grönemeyer hat im Rahmen eines TV-Talks scharfe Kritik an Ex-Kanzlerin Angela Merkel geübt. (Bild: Getty Images / Gerald Matzka)

Herbert Grönemeyer hat im Rahmen eines TV-Talks scharfe Kritik an Ex-Kanzlerin Angela Merkel geübt. (Bild: Getty Images / Gerald Matzka)

Aktualisiert

Im rbb-Talk „Berlin Sounds Inside“ sprach Herbert Grönemeyer über die Willkommenskultur 2025 in Deutschland. Während er diese lobte, übte er zeitgleich scharfe Kritik an Ex-Kanzlerin Angela Merkel.

Herbert Grönemeyer (69) war im rbb-Talk „Berlin Sounds Inside“ zu Gast und hat dort mit Host Anja Caspary über seine Musik, die deutsche Gesellschaft und Angela Merkel gesprochen.

In Hinblick auf die Willkommenskultur 2015 in Deutschland stellt Grönemeyer klar: „Ich glaube, dass wir uns manchmal gar nicht bewusst sind (...), was das für eine enorme humanistische Leistung war, von Deutschland, von den Menschen hier in Deutschland.“ Und weiter: „Wir können zeigen, was wir bis heute geleistet haben (...) wie viel Menschen sich nach wie vor um Geflüchtete kümmern, wie viele Gemeinschaften es gibt, die sich engagieren und wie viele Geflüchtete sich auch schon integriert haben.“

Grönemeyer: „Wir sind nicht doof, sondern wir sind auch problembewusst“

Dass es auch Probleme gibt, wolle er gar nicht „wegreden“, dennoch ist er sicher: „Das liegt aber auch daran, dass Frau Merkel nie kommuniziert hat.“ „Ich bin da ziemlich streng“, gesteht Grönemeyer. Man hätte ununterbrochen kommunizieren müssen, was sind die Probleme seien, was man geschafft habe und wie weit man gekommen ist.

„Es wurde nie darüber geredet, es wurde immer gesagt 'Da kommen immer mehr'“, merkt Grönemeyer an. Das habe bei vielen Menschen dann zu „Beklemmungen“ geführt. „Frau Merkel hat 16 Jahre nie kommuniziert, außer, dass sie einmal den Satz gesagt hat 'Wir schaffen das', danach wurde nicht mehr kommuniziert.“ Das könne man, so Grönemeyer, mit einer Gesellschaft nicht machen.

„Wir verstehen, wir sind nicht doof, sondern wir sind auch problembewusst“, so Grönemeyer. „Wir können auch Dinge aushalten, wenn man uns das erklärt.“ Dass die Politik den Menschen nicht die Chance dazu gegeben habe, kritisiert er scharf: „Das ist eine Unverschämtheit!“

„Wir sind ein erwachsenes Volk und es wird gefälligst mit uns gesprochen“

Ob dies auch der Grund gewesen sei, dass er alle früheren Einladung von Angela Merkel ins Kanzleramt ausgeschlagen hätte, möchte Anja Caspary wissen. „Ja, ich wollte mich mit der nicht unterhalten“, gibt Grönemeyer zu. Die ehemalige Kanzlerin habe zwar auch viel geleistet, der Musiker betont mehrfach, er wolle Angela Merkel nicht „nur dissen“. Jedoch: „Gleichzeitig war sie Widerspruch nicht gewohnt. Das mochte sie nicht.“

Die Kanzlerin habe die Deutschen dennoch „sehr gut repräsentiert“. Der Musiker erklärt: „Das war eine uneitle Frau im Gegensatz zu dem, was danach kam. Das ist keine Frage.“ Bei seiner Kritik bleibt er dennoch. Gerade ab dem Jahr 2015 wäre eine Kommunikation enorm wichtig gewesen. „Wir hätten sprechen müssen miteinander - und das hat sie nicht getan.“

Grönemeyer erklärt abschließend: „Ich will jetzt nicht nur auf ihr rumreiten, aber diese Kommunikation, das ärgert mich bis heute: Wir sind ein erwachsenes Volk (...) und es wird gefälligst mit uns gesprochen.“ (tsch)