Jetzt ist er der „Liebling Himmel“ Fernseh-Legende Manfred Krug starb mit 79

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Manfred Krug 1996 bei den Dreharbeiten  zu  „Liebling Kreuzberg“ – die Rolle, die ihn zum Publikumsliebling machte.

Berlin – Liebling Ost, Liebling West, Liebling Kreuzberg. Ein Hüne mit Witz und Charme, gerne ein Lied auf den Lippen. So kennen und lieben wir Manfred Krug. Der TV-Star ist jetztim Alter von 79 Jahren in Berlin gestorben, er soll friedlich eingeschlafen sein und „wünscht sich eine Bestattung im engsten Familienkreis“, so sein Management.

Am 14. Februar dieses Jahres noch war Manfred Krug mit dem Filmpreis „Paula“ für sein Lebenswerk ausgezeichnet worden, danach hatte er ein paar Konzerte gegeben. Jetzt hinterlässt er die drei Kinder Daniel, Stephanie und Josephine mit seiner Ehefrau Ottilie – und eine uneheliche Tochter.
In einem Kondolenzschreiben an Krugs Frau schrieb Bundespräsident Joachim Gauck (76): „In vielen Rollen im Fernsehen, im Kino und auf der Bühne hat er uns in seiner wundervollen Art Schwächen und Stärken der Menschen vor Augen geführt.“

Er war auch ein lässiger Plauderer, der in jedem Moment bezeugen konnte, dass er das Herz am rechten Fleck sitzen hatte. Und ein wunderbarer Optimist. „Stell die Sorgen in die Ecke, nimm dir deinen Hut. Spazier doch auf der Sonnenseite, dann wird alles gut.“ Das hat Manfred Krug getextet und gesungen – für das Defa-Lustspiel „Auf der Sonnenseite“. 1962, da war die Mauer schon gebaut, und Optimismus wurde gebraucht.

Schon in der DDR ein Star

Manfred Krug wurde am 8. Februar 1937 als Sohn eines Eisenhütten-Ingenieurs in Duisburg geboren. Nach dem Krieg ging die Ehe der Eltern in die Brüche, Krug lebte zuerst beim Vater, blieb aber später bei seiner Oma, als der Vater nach Brandenburg ging, um Direktor eines Stahlwerks zu werden. Als 12-Jähriger folgte Krug ihm in die damalige DDR.
Bundesrepublik, DDR, Deutschland wiedervereinigt. Krug hat dieses Deutschland in allen Versionen erlebt - und bespielt. Er war ein talentierter Jazz-Sänger, bald ein Film-Idol der jungen DDR. Es gab aber auch Filme, die gegen den Strich bürsteten: In „Spur der Steine“ spielt er den Boss einer Brigade von Zimmermännern, der sich gegen einen Parteisekretär stellt. Das gefiel der SED nicht, der Film verschwand schnell von der Bildfläche.

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Klaus Wowereit (li.) überreicht Manfred Krug  2013  das Bundesverdienstkreuz erster Klasse. Die Szene beobachtet Krugs Ehefrau Ottilie. 

„Tatort“-Rolle nach Maß

Krug gefiel dagegen nicht, wie die Stasi die Kollegen verfolgte. 1976 unterschreibt er die Protestresolution gegen die Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann. Das ist das Ende seiner DDR-Karriere. Er darf ausreisen und zieht mit seiner Familie 1977 nach West-Berlin. Der „Tatort“ hat für Manfred Krug eine maßgeschneiderte Rolle parat: Er spielt den Hauptkommissar Stoever an der Seite seines Kollegen Charles Brauer (81) von 1984 bis 2001. Krug und Brauer gehen in die Geschichte des deutschen Krimi-Klassikers als swingendes Gesangs-Duo ein.

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Manfred Krug (l., als Kommissar Stoever) und Charles Brauer (als Kommissar Brockmöller) bei den Dreharbeiten zu ihrem letzten  „Tatort“ („Tod vor Scharhörn“, 2001) 

Die Rolle, die man immer mit ihm verbinden wird, bleibt „Liebling Kreuzberg“. Das passte wie die Faust aufs Auge: Krug als Anwalt mit Herz für die kleinen Leute.

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1997 ein gesundheitlicher Warnschuss: Krug erleidet einen Schlaganfall, 2001 verabschiedet er sich von der TV-Bühne. Später tritt er noch als „singender Rentner“ auf. Im Herbst 2014 musste er sich einer Herzklappenoperation unterziehen.
Er bleibt über all die Jahre eine imponierende Gestalt, in all seinen vielen Rollen - Schauspieler, Sänger, Dichter, Erzähler. Manfred Krug führte vor der Kamera all das zusammen, was normalerweise nicht in ein Leben passt. Wir werden ihn vermissen.

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