Weltstar, Actionheld - und trotzdem voller Zweifel: Liam Neeson spricht darüber, warum er sich selbst nie ganz vertraut hat und was ihm heute wirklich wichtig ist.
Liam Neeson denkt manchmal, er wäre besser Gabelstapler-Fahrer geworden

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Vielleicht doch lieber Gabelstaplerfahrer werden? Filmstar Liam Neeson plagen Selbstzweifel. (Bild: 2025 Getty Images/Dia Dipasupil)
Er gehört seit Jahrzehnten zu den größten Stars Hollywoods - und wirkt auf der Leinwand oft unerschütterlich. Doch im Gespräch mit der Agentur teleschau zeigt sich Liam Neeson überraschend selbstkritisch - und fast schon bodenständig. „Manchmal schaue ich in den Spiegel und denke: Was mache ich hier eigentlich?“, sagt er offen. Ein Satz, den man von einem Schauspieler seiner Größe kaum erwarten würde. Denn Zweifel gehören für ihn bis heute dazu. „Dann denke ich mir: Vielleicht sollte ich zurück nach Irland gehen und einen Gabelstapler fahren“, sagt er und lacht. „Ich habe nie wirklich das Gefühl gehabt, dass ich dazugehöre“, fügt er hinzu.
Dass er sich ausgerechnet auch auf humorvolle Rollen einlässt, passt dabei fast ins Bild. Für die Neuauflage von 'Die nackte Kanone' schlüpfte Neeson in die Rolle eines chaotischen Ermittlers - ein bewusster Bruch mit seinem Image als ernster Actionheld. „Ich wusste ehrlich gesagt nicht, ob ich das kann“, gibt er zu. Das Gespräch mit teleschau fand im vergangenen Jahr anlässlich des Kinostarts statt, aktuell ist der Film bei Sky Cinema Premiere sowie beim Streamingdienst WOW zu sehen.
„Solange ich noch kann, mache ich weiter“
Trotz jahrzehntelanger Karriere hat er sich eines bewahrt: den Blick für das echte Leben. „Wenn ich an einer Baustelle vorbeifahre und die Leute dort arbeiten sehe, denke ich mir: Das ist echte Arbeit“, sagt er. „Das bringt dich schnell wieder runter“, ergänzt Neeson. Ein Gedanke, der ihn erdet - und der zeigt, wie wenig selbstverständlich er seinen eigenen Weg sieht. Was ihm heute wirklich etwas bedeutet, hat mit Ruhm nur wenig zu tun.
„Das größte Lob ist für mich, wenn mein Sohn sagt, dass ihm ein Film gefallen hat“, erzählt Neeson. „Das ist ehrlich - und das ist alles, was zählt“, sagt er. „Bei so vielen Filmen, die es heute gibt, bedeutet mir das sehr viel.“ Dass er sich auch mit 73 immer wieder neu erfindet, ist für ihn dabei kein Plan - sondern eher eine Haltung. Nicht stehen bleiben. Nicht zu ernst nehmen. Und vor allem: weitermachen. „Solange ich noch kann, mache ich weiter“, sagt Neeson. (tsch)
