Joey Kelly redet Klartext: Er spricht in einem Podcast überraschend offen über die Kelly-Geschichte.
Joey Kelly bricht sein SchweigenFamilie stapelte Millionen-Schatz im Kölner Hausboot

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Joey Kelly (links) spricht offen über die Vergangenheit der Kelly Family. Hier ist er 1994 bei einem Konzert in der Berliner Waldbühne Berlin, neben ihm Bruder Angelo.
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Joey Kelly, das bekannte Multitalent, nimmt kein Blatt mehr vor den Mund. Bei Moderator Max Schradin im Podcast „Des Isses!“ machte er eine klare Ansage: „Heute hau ich alles raus“.
Und das tat er auch! Der Künstler und Ausdauersportler enthüllte ein bislang geheimes Detail zur Historie seiner Familie. Die Offenbarung: „Es ist eh alles verjährt und ich war noch klein: Wir hatten ein Schwarzkonto in der Schweiz. Das ist noch nie erzählt worden“.
Einkünfte stiegen rasant
Ehe die Kelly Family zu Europas erfolgreichsten Musikgruppen aufstieg, verdiente die Sippe ihr Geld auf der Straße. Die Einkünfte waren anfangs noch gering, aber das änderte sich rasant. An nassen Tagen, so Joey Kelly, flossen schon mal 3.000 bis 5.000 D-Mark in die Kasse.
An erfolgreichen Samstagen waren es manchmal sogar 20.000 bis 30.000 D-Mark. Das ergab im Jahr Einnahmen von bis zu 1,4 Millionen D-Mark, auch durch den Vertrieb eigener Tonträger wie Kassetten, LPs und CDs.
Mehr als eine Million Mark nur als Münzgeld
Ein beträchtlicher Teil der Kohle lag einfach bar herum – und das in einer kaum zu glaubenden Form. „Wir hatten über eine Million Mark nur in Münzen“, blickt Joey zurück.
Der Münz-Schatz habe auf einem Hausboot der Familie in Köln gelagert. „Wir haben in diesen gelben Kisten von der Post die Münzen immer gestapelt und hatten im Hausboot wirklich von der Wand bis zur Decke alles gestapelt.“ Man habe alles in die Mitte stellen müssen, weil das Boot sonst gekippt sei.
Kelly persönlich habe die schweren Kisten immer wieder zur Bank geschleppt und das gleich als Fitnessprogramm genutzt. 40, 50 Kilo habe eine gewogen – mindestens.

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Segelschiff „Sean O Kelley“: Das Hausboot Kelly Family lag im Hafen von Köln Mülheim vor Anker (hier 1996).
Ein kommerzieller Höhepunkt war das Album „Over the Hump“. Das allein verkaufte sich, so Joey Kelly, allein hierzulande 3,5 Millionen Mal. In dieser Phase machte die Familie einen sagenhaften Jahresumsatz von etwa 120 Millionen D-Mark. Was für ein Erfolg für die einstigen Straßenmusiker.
Geldverschwendung im großen Stil
Doch wo viel Kohle reinkommt, wird auch ordentlich was rausgehauen. Ganz ungeniert plaudert Joey Kelly über die immensen Ausgaben der 1990er-Jahre. „Man hat einen Privatjet bestellt für sechs, acht Leute. Und am Ende sind nur zwei geflogen. Das Ding hat 35.000 D-Mark gekostet“, schildert er.
Oder das Leben im Hyatt in Köln, da habe eine Nacht in der Wagner-Suite damals 1200 D-Mark gekostet. Zwei Jahre lang habe man die durchgebucht. „Da hat teilweise in einer Woche keine Sau drin gepennt“, so Joey Kelly. „Also wirklich: Geld verbrannt ohne Ende.“
Nach dem Mega-Erfolg mit der Band startete Joey Kelly nochmal richtig durch, machte sich einen Namen als Extremsportler, Unternehmer und Motivations-Coach. Schon zu Kelly-Family-Zeiten war er nicht nur auf der Bühne, sondern auch als Tourmanager und später als Chef der Familien-Firma Kel-Life GmbH am Start. Diese Erlebnisse haben seine Sicht auf Kohle und Business bis heute geformt. (mg)

