Johnny Depp gegen Amber Heard Urteil ist gefallen: „Kann man nicht in Worte fassen“

Schauspieler Johnny Depp und seine Ex-Frau Amber Heard lieferten sich vor Gericht eine regelrechte Schlammschlacht. Am Mittwoch wurde von den Geschworenen ein Urteil gefällt.

Tag der Entscheidung: Die siebenköpfige Jury ist im Verleumdungsprozess zwischen Hollywood-Star Johnny Depp (58) und seiner Ex-Ehefrau Amber Heard (36) zu einem Urteil gelangt. Es wurde am Mittwoch um 21 Uhr MESZ mit einiger Verzögerung verkündet, weil die Geschworenen zunächst den Schadenersatz nicht auf dem entsprechenden Formular eingetragen hatten.

Die Jury hat sich größtenteils auf Depps Seite gestellt: Sie stellte fest, dass Depp diffamiert und zu Unrecht der häuslichen Gewalt beschuldigt wurde. Sie erklärte Amber Heard für schuldig und befand, dass der Kommentar, den sie in der „Washington Post“ über ihren Ex-Mann geschrieben hatte, Depp verleumdet habe. 

Heard muss dem Hollywood-Star 15 Millionen Dollar (14 Millionen Euro) Schadenersatz zahlen. Aber auch ihr wurde in einigen Punkten recht gegeben, Depp muss ihr zwei Millionen Dollar zahlen. 

Johnny Depp gegen Amber Heard: Sie zeigt sich enttäuscht auf Twitter

Alles zum Thema Twitter
  • Ukraine-Krieg Medwedew warnt vor „neuem Tschernobyl“ – bedrohlicher Satz in Richtung EU
  • Sat.1-„Frühstücksfernsehen“ Amira Tröger bringt Fans im kurzen Kleid um den Verstand – „atemberaubend“
  • Kultband unter Schock Musiker Darryl Hunt ist tot – Sänger Shane MacGowan meldet sich
  • Bahnverkehr in NRW Böschungsbrand sorgt für heftige Behinderungen – auch Köln betroffen
  • „Das ist eine Frechheit!“ Porsche, Trauung, Gehalt: Lindner erntet nach Aussage heftigen Shitstorm
  • Gesundheitsminister auf Twitter Karl Lauterbach wird nach Corona-Infektion angefeindet: „Hass und Niedertracht“
  • Nach Suizid von österreichischer Ärztin Im Netz tobt der Hass, Twitter-Flucht der Wissenschaftlerinnen
  • Skurrile Werbung NRW-Polizei mit peinlicher Bier-Panne – „möchten uns entschuldigen“
  • Gewalt-Eklat in Amateur-Liga Spieler schlägt Schiedsrichterin brutal von hinten nieder
  • Leichtathletik-WM Wie bitter! Sturz-Drama beim Hürdenlauf: Diese Bilder gehen um die Welt

Während Heard die Urteilsverkündung ganz in Schwarz gekleidet vor Gericht verfolgte, zeigte sich Depp diesmal nicht. Heard äußerte sich anschließend zutiefst getroffen. „Die Enttäuschung, die ich heute fühle, kann man nicht in Worte fassen“, schrieb sie auf Twitter. Dass die Jury ihr trotz eines „Berges an Beweisen“ größtenteils nicht geglaubt habe, breche ihr Herz. Zudem sehe sie das Urteil als einen „Rückschritt“ für andere Frauen in ähnlichen Situationen an. 

„Ich bin traurig, dass ich den Prozess verloren habe. Aber ich bin noch trauriger, dass ich anscheinend ein Recht verloren habe, von dem ich davon ausgegangen war, dass ich es als US-Amerikanerin habe – frei und offen zu sprechen.“

Johnny Depp nach Urteil: „Das Beste kommt erst noch“

Depp wiederum bedankte sich bei der Jury und seinem Anwaltsteam. „Diese Jury hat mir mein Leben zurückgegeben“, hieß es in seiner Mitteilung.

„Das Ziel, diesen Prozess voranzubringen, war von Anfang an, die Wahrheit ans Licht zu bringen – egal wie es ausgehen würde. Die Wahrheit zu sagen war etwas, was ich meinen Kindern und all denjenigen, die mich immer unterstützt haben, geschuldet habe. Jetzt, wo ich das geschafft habe, fühle ich einen inneren Frieden in mir.“ Für ihn habe nun ein neues Kapitel in seinem Leben begonnen. „Das Beste kommt erst noch.“

Die Ex-Eheleute hatten sich in dem Prozess sechs Wochen lang gegenseitig mit schweren Vorwürfen überzogen – die über Kameras per Livestream in alle Welt verbreitet wurden.

Entscheidung im Gerichtsprozess zwischen Johnny Depp und Amber Heard 

Der „Fluch der Karibik“-Star hatte Heard in seiner Zivilklage beschuldigt, in einem 2018 von der „Washington Post“ veröffentlichten Kommentar zum Thema häusliche Gewalt falsche Aussagen gemacht zu haben. Dies habe seinem Ruf geschadet.

Wegen Verleumdung forderte er 50 Millionen Dollar (gut 46 Millionen Euro) Schadenersatz. Heard pochte in ihrer Gegenklage auf 100 Millionen Dollar. Der bittere Rosenkrieg tobt schon seit Jahren. 2016 hatte Heard nach nur 15 Monaten Ehe die Scheidung eingereicht.

Vor rund zwei Jahren hatte Depp in London mit einer Klage gegen die Boulevardzeitung „Sun“ eine Niederlage einstecken müssen. Es ging um einen Artikel, in dem behauptet wurde, Depp habe als Frauenschläger („wife beater“) Heard körperlich misshandelt. Nach einem Prozess mit heftigen Vorwürfen wies der High Court die Klage am Ende ab. (dpa/mg)

Sie verwenden einen veralteten Browser. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um Ihren Besuch bei uns zu verbessern.