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„Jenke Crime“ „Hunderte Millionen Euro“ Beute – so wurde eine Profi-Sportlerin zur Juwelendiebin 

Jenke von Wilmsdorff (l.) und Juwelendiebin Olivera Cirkovic (r.).

Investigativ-Journalist Jenke von Wilmsdorff trifft im ProSieben-Format „Jenke Crime“ (TV-Ausstrahlung: 20. September 2022) auf die Juwelendiebin Olivera Cirkovic. 

„Jenke Crime“: Als Basketball-Profi sorgte Olivera Cirkovic in den 1990er-Jahren in Serbien für Aufsehen – heute kennt man sie vor allem als ehemalige Juwelendiebin. Wie konnte es dazu kommen?

Tugend, Moral, Anstand – all das erwartet die Zuschauerinnen und Zuschauer bei „Jenke Crime“ definitiv nicht. Am Mittwochabend (23. November, 20.15 Uhr) zeigt ProSieben eine Wiederholung des Formats.

In der serbischen Hauptstadt Belgrad traf ProSieben-Journalist Jenke von Wilmsdorff (56) auf die ehemalige Profi-Sportlerin Olivera Cirkovic (53). In den 1980er- und 90er-Jahren war sie als Basketballerin unter anderem in ihrem Heimatland Serbien und Griechenland aktiv.

„Jenke Crime“: Aus Profi-Sportlerin wird Kriminelle 

Als Profi-Basketballerin ist Olivera Cirkovic jedoch wohl nur den Wenigsten in Erinnerung geblieben – heute kennt man die Serbin vor allem als Kriminelle! Als Teil der „Pink Panther“, einer weltweit agierenden Gruppe von Juwelenräubern, erbeutete sie laut eigener Aussage „hunderte Millionen Euro“. 

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Die genaue Anzahl ihrer Überfälle kennt sie selbst nicht mehr. Und es wird noch spektakulärer: Denn ihre kriminelle Karriere begann die Tochter eines Beamten und einer Hausfrau schon parallel zu ihrer sportlichen Laufbahn. Wie konnte es dazu kommen? Das wollte auch Jenke von Wilmsdorff herausfinden.

In einem Belgrader Nobelrestaurant verabredete sich der Investigativ-Journalist zu diesem Zweck mit Olivera Cirkovic. Die serbische Hauptstadt ist mittlerweile wieder der Lebensmittelpunkt der einst international agierenden Kriminellen. 

„Wie wurdest du kriminell?“, legte Jenke von Wilmsdorff dann auch direkt den Finger in die Wunde. Da musste Olivera Cirkovic erst einmal ausholen: Alles begann 1995 in Athen. Olivera Cirkovic spielte hier für den Basketball-Verein Pagrati Athen – als sie sich plötzlich verliebte. Und zwar in ihren heutigen Ex-Mann. 

Schnell wurde ihr klar: „Ich habe gemerkt, dass der Mann an meiner Seite ein Krimineller ist.“ Eine Erkenntnis, die viele andere wohl wie ein Schlag getroffen hätte. Doch Olivera Cirkovic ließ sie völlig kalt: „Das Schockierendste war, dass es mir nichts ausgemacht hatte.“

„Jenke Crime“: Das kriminelle Milieu faszinierte Olivera Cirkovic früh

Stattdessen hätte das kriminelle Milieu schnell eine gewisse Faszination auf sie ausgeübt – jedoch nicht des Geldes wegen: „Ich habe gut verdient. Damals haben viele Leute in Serbien nur etwa fünf Mark pro Monat verdient. Ich bekam 5.000 und war finanziell abgesichert.“

Doch was lockte sie dann? „Mich hat viel mehr die Macht gereizt. Kriminell zu sein, sein Land zu verlassen und Geld im Überfluss zu haben, bedeutet nicht nur Reichtum. Sondern auch Macht und Freiheit. Ein Gefühl, das ein Geschäftsmann niemals hätte“, so Olivera Cirkovic.

Damit gab sich Jenke von Wilmsdorff aber noch nicht zufrieden: „Wie hast du angefangen?“, wollte er von Olivera Cirkovic wissen. Und die erzählte: Noch während ihrer aktiven Sport-Karriere hatte sie begonnen, nebenbei Geld als Hehlerin zu verdienen.

„Jenke Crime“: Hehlerei als Nebenberuf

Sie betrieb Wohnungen in Serbien, in denen geklaute Gegenstände aus dem Ausland deponiert und dann weiterverkauft wurden. Erst betrieb sie nur eine dieser Wohnungen, dann eine zweite und so sei es immer weiter gegangen. Ihre Kundschaft kam vor allem aus höheren gesellschaftlichen Schichten: „Polizeibeamte und Politiker kamen als Allererste.“

Die politische Lage in ihrem Heimatland Serbien Ende der 1990er-Jahre sei ihr dabei zugutegekommen. Nach dem Jugoslawien-Krieg wurde das Land von zahlreichen anderen Staaten mit Handelsembargos belegt. In der Folge fehlte es in Serbien an allen möglichen Gütern. 

Olivera Cirkovic erinnerte sich im Gespräch mit Jenke von Wilmsdorff: „Hehlerei galt hier nicht als Vergehen. Die Ware wurde doch außerhalb Serbiens geklaut. Ich hatte nahezu kein Risiko.“ Bis zu 50.000 Euro am Tag hätte sie damals mit der Hehlerei verdient.

Doch Olivera Cirkovic hatte immer noch nicht genug. „Ich habe mich gefragt: Warum soll ich aufhören? Ich könnte doch auch 500.000 Euro machen.“ Immer häufiger fehlte ihr Ware, die Nachfrage war schlicht zu groß. Und so fing sie an, selbst Überfälle zu organisieren, um an begehrte Produkte zu gelangen. 

„Jenke Crime“: So wurde Olivera Cirkovic zur „Nummer eins“

„Ich habe die Warenbeschaffung beschleunigt, um noch schneller Geld zu machen und bin dadurch Schritt für Schritt zur Organisatorin der kriminellen Gruppe geworden, die ich selbst geschaffen habe. Somit war ich in der Hierarchie die Nummer eins.“

Im Jahre 2003, nachdem Olivera Cirkovic ihre Karriere als Basketballerin an den Nagel gehängt hatte, begann sie selbst aktiv an Überfällen teilzunehmen. 

2006 wurde sie zum ersten Mal verhaftet, 2012 schon wieder. Noch im selben Jahr gelang ihr gleich zweimal der Ausbruch aus einem Athener Gefängnis – jedoch wurde sie beide Male erneut verhaftet. Mittlerweile befindet sich Olivera Cirkovic wieder auf freie Fuß. Kriminell ist sie laut eigener Aussage heute nicht mehr. (tab) 

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