Die Apple-Serie „Hijack“ nimmt Kurs aufs Staffelfinale. Hauptdarsteller Idris Elba spricht über Dreharbeiten in Berlins U-Bahn - und Erfahrungen, die bleiben.
Idris Elba„Berlin trägt Geschichte in sich. Sie ist rau, offen, ehrlich.“

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Die zweite Staffel „Hijack“ auf Apple TV+ wurde in Berlin gedreht. Hauptdarsteller Idris Elba erlebte die Stadt intensiv. (Bild: Apple TV)
Gedreht wurde im Berliner Winter. Unter der Erde. Auf echten Gleisen. Während über ihnen die Stadt weiterlief. Für Idris Elba war die zweite Staffel der Serie „Hijack“ (neue Folgen immer dienstags auf Apple TV+) deshalb mehr als nur ein neuer Thriller-Job. „Mich interessiert nie das Spektakel“, sagte der 53-Jährige im Interview mit der Agentur teleschau. „Mich interessiert der Moment danach. Wer bist du, wenn alles vorbei ist - und du mit dem, was du getan hast, allein bleibst?“
Nach dem Flugzeug-Drama der ersten Staffel verlagert sich die Handlung diesmal in die Berliner U-Bahn. Ein Zug wird zum Schauplatz einer Geiselnahme. Gedreht wurde größtenteils nachts - teils direkt auf den Gleisen. Dafür wurden ganze Abschnitte der Berliner U-Bahn gesperrt.
„Diese Enge verändert alles“, erklärte Elba. „Man ist sehr nah beieinander. Es fühlt sich unmittelbarer an. Roher.“ Die Stadt selbst habe die Atmosphäre noch verstärkt. „Berlin trägt Geschichte in sich. Man spürt sie. Sie ist rau, offen, ehrlich. Nichts ist geschniegelt. Ich mag Städte, die nicht perfekt sein wollen.“
„Man beginnt, Dinge anders zu betrachten. Vielleicht vorsichtiger.“
Elba spielt erneut Sam Nelson - eine Figur, die nach den Ereignissen der ersten Staffel nicht einfach weitermachen kann. Genau das habe ihn gereizt. „Ich habe mich viel mit Trauma beschäftigt - besonders damit, wie Männer damit umgehen. Oder eben nicht umgehen“, sagte er gegenüber teleschau. „Wir leben oft in einer Welt, in der erwartet wird, dass man schnell wieder normal ist. Aber so funktioniert das nicht.“ Manche Erfahrungen wirkten leise nach. „Nicht laut, aber nachhaltig. Sie setzen etwas in Bewegung.“ Und ja - etwas bleibe auch bei ihm selbst hängen. „Man beginnt, Dinge anders zu betrachten. Vielleicht vorsichtiger.“
Trotz aller Extremsituationen hält Elba an einer klaren Haltung fest: „Ich vertraue grundsätzlich jedem - bis ich einen Grund bekomme, es nicht zu tun. Für mich ist das gesünder, als ständig in Abwehrhaltung zu leben.“ Eine Einstellung, die auch in Berlin gut gepasst habe. „Du steigst in die U-Bahn, hörst Sprachen, siehst Gesichter. Das ist echt. Das erdet.“
Als Wendepunkt seiner Karriere nennt Elba keinen Film - sondern einen privaten Moment. Den Abschied von seinem Vater. „In unseren letzten Gesprächen hat er Dinge gesagt, die mein Leben verändert haben“, erzählte der Schauspieler ruhig. „Er sprach darüber, was er gern noch getan hätte - und wusste, dass ihm die Zeit fehlt.“ Die Botschaft sei klar gewesen: „Wende dich den Dingen ganz zu. Egal ob Film oder Kuchen - es sind alles Momente deines Lebens.“ Heute nehme er Arbeit deshalb anders wahr. „Wenn Menschen für etwas brennen, steckt das an. Dann fühlt sich Arbeit nicht wie Arbeit an - sondern wie etwas, das zählt.“
Ob er sich gewünscht habe, seine Figur wäre diesmal an einem sonnigeren Ort gelandet? Elba lacht: „Ich habe vorgeschlagen, Sam auf einem Kreuzfahrtschiff in Barbados entführen zu lassen.“ Abgelehnt. Schnell. „'Hijack' funktioniert nur dort, wo man nicht weg kann.“ (tsch)

