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Hollywood-TragödieKinderstar (†10) vom eigenen Vater ermordet

Judith Barsi an einem Filmset.

Judith Barsi an einem Filmset. (Archivbild von 1988)

Aktualisiert

Sie war die Stimme von „Ducky“ – doch hinter dem Kinderstar-Lächeln lauerte ein Albtraum. Judith Barsi wurde nur 10 Jahre alt.

Sie galt als eine der vielversprechendsten Kinder-Stars Hollywoods. Über 50 Werbespots, Rollen in Serien wie „Unser lautes Heim“ und der Kinofilm „Der weiße Hai – Die Abrechnung“ machten Judith Barsi in den 1980er Jahren bekannt. 1988 lieh sie der Figur Ducky im Zeichentrickfilm „In einem Land vor unserer Zeit“ ihre Stimme, kurz darauf sprach sie Anne-Marie in „Charlie – Alle Hunde kommen in den Himmel“. In der Branche hieß es, ihr stünden alle Türen offen.

Regisseur Don Bluth, der mit ihr bei „In einem Land vor unserer Zeit“ und „Charlie“ arbeitete, nannte sie später „absolut erstaunlich“ und betonte, sie habe selbst schwierige Regieanweisungen außergewöhnlich schnell verstanden.

Judith Barsi: Drohungen und Angst bestimmten ihren Alltag

Doch hinter den Kulissen herrschte laut dem Magazin „People“ blanker Terror. Ihr Vater József Barsi soll alkoholkrank und extrem kontrollierend gewesen sein. Bekannte berichteten von massiven Drohungen gegen Ehefrau Maria und Tochter Judith.

Judith Barsi in einer Szene von „Der weiße Hai – Die Abrechnung“.

Judith Barsi (m) in einer Szene von „Der weiße Hai – Die Abrechnung“. (Archivbild von 1987)

Laut der „Los Angeles Times“ soll er seiner Tochter wiederholt mit dem Tod gedroht haben – in einem Bericht ist sogar von einer Szene die Rede, in der er ihr ein Messer an den Hals hielt, bevor sie zu den Dreharbeiten von „Der weiße Hai – Die Abrechnung“ abreiste. Judith habe Freunden anvertraut, sie fürchte sich, nach Hause zu gehen.

True Crime: Kinderstar trotz Gewalt in der Familie

Dennoch stieg das talentierte Mädchen schnell zu einer der beliebtesten Kinderdarstellerinnen ihrer Zeit auf. Zu ihren bekanntesten Auftritten zählen die Miniserie „Ich bin kein Mörder“, Gastrollen in Kultserien wie „Cheers“, „Ein Colt für alle Fälle“, „Remington Steele“, „Punky Brewster“ und „Love Boat“ sowie der Film „Der Tiger“.

Comic-Bild von „Charlie – Alle Hunde kommen in den Himmel“.

Judith Barsi sprach die kleine Anne-Marie (m) in „Charlie – Alle Hunde kommen in den Himmel“. (Archivbild)

1986 wandte sich die Mutter an die zuständige Kinderbehörde in Los Angeles. Doch weil keine sichtbaren Verletzungen festgestellt wurden und Maria keine Anzeige erstattete, wurde der Fall wieder geschlossen. Später hieß es, emotionale Gewalt sei schwerer nachzuweisen als körperliche Misshandlung. Judith zeigte laut Berichten deutliche Stresssymptome.

Bluttat in West Hills: Vater erschießt Frau und Tochter

Am 25. Juli 1988 eskalierte die Situation. In ihrem Haus im Stadtteil West Hills erschoss József Barsi zunächst seine Ehefrau im Flur, dann die zehnjährige Judith in ihrem Bett. Anschließend legte er Feuer und beging Suizid. Nachbarn hörten eine Explosion, Feuerwehrleute entdeckten die Leichen nach dem Löschen des Brandes.

Der Fall löste Entsetzen weit über die Grenzen Hollywoods hinaus aus und führte zu Diskussionen über Lücken im US-amerikanischen Kinderschutz. Behörden kündigten verbesserte Schulungen im Umgang mit häuslicher Gewalt an.

Judiths letzter Film „Charlie – Alle Hunde kommen in den Himmel“ kam 1989 posthum ins Kino – dort sorgt bis heute besonders die herzzerreißende Abschiedsszene zwischen Charlie und Anne-Marie für Gänsehaut.

Barsi sprach das Waisenmädchen Anne-Marie. 2024 ging ein TikTok viral, in dem behauptet wurde, Hollywood-Legende Burt Reynolds (†2018) habe die emotionale Szene nur in einem geschlossenen Studio aufnehmen können, weil er immer wieder abbrechen musste – als würde er nicht nur der Figur, sondern Judith selbst Lebewohl sagen.

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