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Ungenießbar, zu teuer „Höhle der Löwen”: Investoren mit harter Kritik an Gründer-Duo

„Die Höhle der Löwen”-Investoren Nils Glagau, Carsten Maschmeyer

Die Investoren Carsten Maschmeyer, Georg Kofler und Nils Glagau bei „Die Höhle der Löwen” in der Folge vom 3. Mai 2021.

Köln – „Schmeckt nicht”, polterte nicht nur Georg Kofler, als man ihm einen alkoholfreien Gin vorsetzte. Eine hart kämpfende Gründerin weinte bitterlich, ein Handwerker versetzte für seinen Traum den Gegenwert seines Hauses. Und Carsten Maschmeyer (61) erzählte in der „Höhle der Löwen” von Krebs in der eigenen Familie.

  • „Die Höhle der Löwen”, montags um 20.15 Uhr auf VOX
  • Carsten Maschmeyer erzählt von Hautkrebs-Erkrankung
  • Gründerin bricht bei „Die Höhle der Löwen” in Tränen aus

„Die Höhle der Löwen”: Gründer scheitern mit alkoholfreiem Gin

Kurz, aber schmerzhaft: Selten hat man zuletzt einen so desaströsen Auftritt eines jungen Gründer-Duos in der VOX-Investmentshow „Die Höhle der Löwen” erlebt.

Fast hätte man Stella Strüfing aus Berlin und den ursprünglich aus der Schweiz stammenden Lebensmitteltechniker Christian Zimmermann bemitleiden müssen. Die beiden stellten ihr Start-up Laori vor. Dahinter verbirgt sich eine alkoholfreie Variante des Mode-Drinks Gin.

Gründerin Stella, eine selten um schlagfertige Antworten verlegene studierte Betriebswirten, liebt Gin Tonics, hat aber den Kater am Morgen danach zu fürchten gelernt.

Gründer-Duo stellt alkoholfreien Gin bei „Die Höhle der Löwen” vor

„Laori ist die erste alkoholfreie Alternative zu Gin, die wie Gin schmeckt und auch so riecht”, kündigte die 34-Jährige ihre edel gestalteten Pseudo-Schnapsflaschen zum stolzen Preis von fast 25 Euro an.

Das Gründer-Duo von bei Carsten Maschmeyer, Georg Kofler und Nils Glagau, bei „Die Höhle der Löwen” in der Folge vom 3. Mai 2021

Stella Strüfing und Christian Zimmermann aus Berlin konnten die „Löwen” in der Sendung nicht von ihrem alkoholfreien Gin überzeugen.

Das Verfahren, das Getränk mit den Aromanoten aus Wacholder-, Lavendel- und Rosmarin-Extrakten zu versetzen, hatte der Chemie-erfahrenen Kollege Christian entwickelt.

„Wir haben uns an der Destillation von Parfüm in Frankreich orientiert.” 175.000 Euro wollten die beiden von den „Löwen” haben - im Gegenzug für 15 Prozent der Firmenanteile. Georg Kofler (64) warnt: „Lasst niemanden das pur trinken!”

„Die Höhle der Löwen”-Investoren entsetzt von Produkt

Alles schön und gut. Einziges echtes Problem: Das Getränk kam furchtbar an. Die Verkostung geriet zum Tribunal - mit vernichtenden Urteilen.

Schon Ralf Dümmel (54) bekannte freimütig: „Mir schmeckt's nicht”, fügte aber erklärend an, dass er ohnehin keinen Alkohol trinke und daher auch das Original nicht kenne.

Deutlicher wurde Georg Kofler, der Genießer aus Südtirol und frisch selbst geoutete FDP-Großspender: „Das schmeckt nicht nach Gin Tonic”, sagte er über den Versuch eines Mix-Getränks mit Laori-„Gin”. „Seid mir nicht böse.”

Georg Kofler kritisiert Gin-Ersatz bei „Die Höhle der Löwen”

Den „total süßlichen” Geschmack beklagte dann auch Dagmar Wöhrl (66). „Es ist nicht Gin.” Und dann war das Urteil gefällt: „Lasst niemanden das pur trinken”, warnte Georg Kofler. „Das ist ungenießbar.”

Kein Wunder, dass auch die verbliebenen beiden „Löwen” schnell abwinkten. „Ich mag es pur und ehrlich”, sagt Nils Glagau (45) und zog sich zurück. Und Carsten Maschmeyer schimpfte. „Es ist zu teuer! Und es hat nicht genug Gin-Ähnlichkeit.”

Einen Deal gab es also nicht für Stella und Christian - dafür vermutlich reichlich Katerstimmung - ganz ohne Alkoholgenuss.

Gründerin nach „Die Höhle der Löwen”-Absage sauer

„Lasst euch nicht unterkriegen”, rief Nils Glagau dem Gründerpaar noch nach, als es mit versteinerten Mienen aus dem Studio flüchtete.

Ihre Fähigkeit, immer noch ein Widerwort zu finden, hatte Stella immerhin nicht verloren. Von unterschiedlichen Geschmäckern sprach sie im Hinausgehen.

„Gib uns ein Jahr, dann sprechen wir uns wieder!” Es hatte unter dem Eindruck des verheerenden Pitchs ein bisschen was von einer Drohung.

Mutter weint nach „Die Höhle der Löwen”-Präsentation

Während die jungen „Laori”-Gründer auch im Moment der ärgsten Schmach den Kopf hoch hielten, flossen zuvor Tränen - allerdings Glückstränen.

Dann nämlich, als die alleinerziehende Mutter N'deye Fall-Kuete aus Hamburg, deren familiäre und kulturelle Wurzeln aus Westafrika stammen, die von ihr selbst entwickelte und weitestgehend in heimischer Eigenproduktion gekochte Gourmetsaucen-Reihe „Ndeyefoods” vorstellte.

Georg Kofler kämpft bei „Die Höhle der Löwen” mit scharfem Fertigprodukt

Die teilweise herzhaft scharfen Fertigprodukte, die zu Beilagen wie Reis, aber auch als Aufstrich, Gewürzzusatz oder Suppe gegessen werden können, raubten potenziellen Geldgebern wie Georg Kofler zwar zwischenzeitlich den Atem, schmeckten aber erkennbar lecker.

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N´deye Fall-Kuete präsentierte bei „Die Höhle der Löwen” ihre selbstgemachten Soßen.

Allerdings: Ein Nischenthema dürfte die kulinarische Exotik dennoch bleiben.

Dagmar Wöhrl allerdings war komplett begeistert von Mama N'deye, die ihre Rührung auf der Investorenbühne nicht verbergen konnte und in einer Mischung aus Erschöpfung und Verzweiflung bitterlich zu weinen begann.

Dagmar Wöhrl investiert bei DHDL in Fertigprodukt

„Ich lasse mein Herz sprechen - ich investiere”, verkündete Familienunternehmerin Wöhrl unvermittelt, nachdem ihre Kollegen allesamt abgesagt hatten.

„Wir versuchen's”, meinte sie und ließ sich auf das Abenteuer ein, 130.000 Euro für 25 Prozent der Firmenanteile auszugeben, „Ob's klappt, weiß ich nicht." Eine Entscheidung mit Herz!

Maler verbraucht Ersparnisse für „Die Höhle der Löwen”-Innovation

Ähnlich emotional wurde es im VOX-Studio, als der gelernte Maler und Lackierer Michael Heide aus Zeuthen das vergleichsweise schlichte Produkt einer von ihm selbst ergonomisch optimierten, noch dazu Patent-geschützten Tapezierbürste vorstellte.

120.000 Euro an Ersparnissen hatte er in die Entwicklung schon gesteckt und sich und seiner Frau damit einen ursprünglich geplanten Hauskauf zugunsten seines Unternehmertraums versagt.

Nach einigem Hin und Her überzeugte der bodenständige Typ allerdings gleich drei Interessenten. Ralf Dümmel machte mit einem Investment von 40.000 Euro für 15 Prozent der „SmartQ”-Anteile (so heißt die Bürste) das Rennen.

Akademiker stellt Hautkrebs-App bei „Die Höhle der Löwen” vor

High-Tech der aller feinsten Sorte hatte schließlich das Akademiker-Ehepaar Annette Barth (Wirtschaftspsychologin) und Julian Meyer-Arnek (Dokter der Physik und Atmosphäre-Forscher) im Angebot.

Sie haben mit dem UV-Bodyguard „ajuma” einen App-unterstützenden Sensor entwickelt, der die Umwelteinflüsse genauestens misst und individuell vor dem Hautkrebsrisiko nach zu viel Sonneneinwirkung warnt.

In der dunkleren Jahreszeit „rät” der Sensor zum Gang in die Sonne, wenn es darum geht, die Körper-Vorräte an Vitamin-D aufzustocken.

„Die Höhle der Löwen”: Carsten Maschmeyer hatte Hautkrebs

Nils Glagau und Carsten Maschmeyer waren begeistert und zahlten 110.000 Euro für 15 Prozent Anteile an einer Firma, deren cleveres neues Produkt noch gar nicht auf dem Mark ist.

Allerdings dürfte es für „ajuma” einen großen Markt geben - und eine Hilfe bei Ängsten, die gerade Maschmeyer, der sich ungewohnt offen und persönlich gab, gut zu kennen scheint.

Wie erst nach der Aufzeichnung bekannt wurde, hatte er kurz vor den Dreharbeiten selbst eine Hautkrebsdiagnose erhalten und sich (letztlich erfolgreich) operieren lassen.

Sohn von DHDL-Investor Carsten Maschmeyer hatte Hautkrebs

„Ich war kurz davor, aufzustehen”, gestand Maschmeyer gegenüber „Bild” seine emotionale Überforderung in dem Moment.

„Aber das hätte natürlich niemand verstanden, weil zu jener Zeit alleine Veronica (Ferres, Maschmeyers Ehefrau, d. Red.) und sonst niemand von meiner Diagnose und der anstehenden Krebsoperation wusste.”

Allerdings erzählte er in der Sendung auch: Einer seiner eigenen Söhne litt mit 16 Jahren an Hautkrebs. „Das war für uns keine schöne Zeit.” Sichtlich bewegt öffnete also auch der Münchner Investor sein Herz - und seinen Geldbeutel. (tsch)

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