Zombiefilme mit Weltkriegsbezug gibt es viele, oft mehr schlecht als recht umgesetzt. Doch „Operation: Overlord“ bricht nun endlich eine Lanze für das Genre. Was nicht zuletzt am Budget und dem Produzenten liegt.
Heute im Free-TVDieser Nazi-Zombie-Horrorfilm vom „Star Wars“-Macher ist ein echter Geheimtipp

Copyright: 2018 Paramount Pictures. All Rights Reserved. / Peter Mountain
„Operation: Overlord“ ist eine ungewöhnliche Mischung aus Kriegs-, Horror- und Zombiefilm. (Bild: 2018 Paramount Pictures. All Rights Reserved. / Peter Mountain)

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US-Soldaten im Zweiten Weltkrieg: (von links) Boyce (Jovan Adepo), Rosenfeld (Dominic Applewhite), Chloe (Mathilde Ollivier), Ford (Wyatt Russell) und Tibbet (John Magaro) sind in Nordfrankreich im Einsatz. (Bild: 2018 Paramount Pictures. All Rights Reserved. / Peter Mountain)
Mit diesem Werk wandte sich J.J. Abrams, Produzent, Regisseur und Mastermind namhafter Serien und Kinofilme (“Star Wars“, „Lost“), 2018 erneut dem Genrefilm zu: Natürlich heizte das im Vorfeld Spekulationen an, ob es sich dabei um einen weiteren Teil der „Cloverfield“-Filme handeln könnte. Schließlich weiß man bei Abrams nie genau, ob und wann er wieder auf diesen Zug aufspringt. Doch weit gefehlt: „Operation: Overlord“, den Kabel Eins am Montag, 16. Februar um 22.40 Uhr zeigt, hat mit der Reihe absolut nichts zu tun. Zuschauer müssen aber nicht enttäuscht sein, denn mit dem Crossover von Kriegs-, Horror- und Zombiefilm gelang Regisseur Julius Avery (“Son of a Gun“) ein Streifen, der auch hartgesottene Horrorfans abholt und sogar Actionliebhaber zufriedenstellen wird.

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Ford (Wyatt Russell) und seine Leute sollten eigentlich einen Radarturm zerstören - doch dann kommt alles anders. (Bild: 2018 Paramount Pictures. All Rights Reserved. / Peter Mountain)
1944, ein Tag vor dem D-Day: Nachdem ihr Flugzeug von den Deutschen abgeschossen wurde, landen die amerikanischen Soldaten Boyce (Jovan Adepo) und Ford (Wyatt Russell) in feindlichem Gebiet. Ihr Auftrag mit dem Namen „Operation: Overlord“ lautet, sich bis zu einem Radarturm in einem nordfranzösischen Dorf durchzuschlagen und diesen zu zerstören. Auf ihrem Weg dahin machen die beiden, die sich einem Alliierten-Trupp angeschlossen haben, eine furchtbare Entdeckung: Nazis haben, in den Katakomben einer Kirche, ein Labor errichtet, in dem an Soldaten grausame Experimente durchgeführt werden. Das will Boyce nicht mehr zulassen, und so steht der Trupp vor einem neuen Auftrag.
Einschüchternde Kulissen, tolle Schnitte und eine brillante Maske: „Operation Overlord“ ist ein Effektspektakel

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Boyce (Jovan Adepo) findet heraus, dass die Nazis Menschenexperimente durchführen. (Bild: 2018 Paramount Pictures. All Rights Reserved. / Peter Mountain)

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Boyce (Jovan Adepo, links) und Ford (Wyatt Russell) entdecken Unglaubliches in einem unterirdischen Labor. (Bild: Paramount Pictures)
Früh wird der Zuschauer hineingezogen in das Geschehen - mit allem, was man von einem bildgewaltigen Kriegsactionfilm erwarten kann. Das erinnert an vieles, nur nicht an die gewohnten, trashigen Zombiefilme, die man bereits kennt. Strenggenommen sind die Zombies hier auch gar keine Zombies, und gerade das ist hier der entscheidende Punkt. Denn eigentlich ist „Operation: Overlord“ ein Kriegsfilm, der sich mehr und mehr zum Horrorfilm entwickelt. Allein schon für die ausgezeichnete Maske lohnt sich das Zuschauen.
Dass die Themen Zweiter Weltkrieg und Zombies zusammenpassen, haben bereits Streifen wie „Dead Snow“ oder „Angry Nazi Zombies“ bewiesen. Allerdings stand bei diesen und ihren Artverwandten immer eine gewisse Trashigkeit im Fokus - was häufig an dem sehr begrenzten Budget lag. Fans solcher sogenannten Naziploitation-Filme hat das jedoch nie gestört - ganz im Gegenteil. Genau diesen Fokus möchte „Operation: Overlord“ allerdings nicht für sich einnehmen und das ist auch gut so. Denn dieser Kriegs-Horror-Action-Film hatte nicht nur ein deutlich größeres Budget zur Verfügung, sondern auch einen Produzenten, der ein Gespür für gute Geschichten hat. J.J. Abrams war nicht erst mit der Produktion involviert, von ihm und Drehbuchautor Billy Ray stammt die Idee für den Film mit einer erstaunlich ernsten Geschichte.
Insgesamt ist „Operation: Overlord“ ein sehenswerter Film, der durch grandios einschüchternde Kulissen, tolle Schnitte und eine brillante Maske glänzt. Hier steckt endlich das Geld drin, was manch anderem Titel aus diesem Genre gutgetan hätte. Da verzeiht man auch gerne die Langatmigkeit in der Mitte des Films. (tsch)

