Nach Wirbel um Skandal-FotoJetzt spricht Harald Schmidt: „Gehe dorthin, wo ich Material erwarte“

Harald Schmidt grinst auf einem Foto.

Harald Schmidt, hier im August 2022, ließ sich auf dem Sommerfest der „Weltwoche“ mit Ex-Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen und Matthias Matussek fotografieren.

Nach der schweren Kritik, die auf Harald Schmidt einprasselte, nachdem er für ein Foto mit Ex-Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen und Matthias Matussek posiert hatte, bezog der Moderator nun Stellung. 

Der frühere Late-Night-Talkmaster und Entertainer Harald Schmidt hat seinen Besuch bei einem Sommerfest der Schweizer Zeitung „Weltwoche“ an der Seite von Ex-Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen mit Recherchen begründet.

Um Provokation sei es ihm bei seinem Besuch nicht gegangen, eher darum, zu recherchieren, sagte Schmidt der „Zeit“ am Mittwoch (30. August 2023).

Harald Schmidt: „Ich gehe dorthin, wo ich Material erwarte“

„Letzten Endes bin ich Autor“, ergänzte der 66-Jährige. „Ich verwerte das, was ich erlebe, auf der Bühne – ich gehe dorthin, wo ich Material erwarte.“

Ihm sei vorher bewusst gewesen, dass er dafür kritisiert werde. „Natürlich kann ich mir die Aufregung ausrechnen, die ich ernte, wenn ich dahin gehe.“ Dies sei ihm aber „egal“, betonte Schmidt in dem Interview mit der „Zeit“.

Harald Schmidts (M.) Foto mit Hans Georg Maaßen (r.) und Matthias Matussek siehst du hier:

Fotos von Schmidt bei dem Sommerfest waren in der vergangenen Woche in sozialen Medien aufgetaucht und hatten Kritik ausgelöst. Auf dem Sommerfest war unter anderem auch der frühere deutsche Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen zu Gast. Dem CDU-Politiker werden Rechtspopulismus sowie die Verwendung verschwörungsideologischer und antisemitischer Sprache vorgeworfen. Die CDU-Parteispitze strengte ein Parteiausschlussverfahren gegen ihn an.

Den Fotos zufolge war auf dem Sommerfest der „Weltwoche“ unter anderem auch der deutsche Publizist Matthias Matussek anwesend, der als Vertreter der Szene der sogenannten Neuen Rechten gilt. Dabei handelt es sich laut Verfassungsschutz um ein informelles Netzwerk von Rechtsextremisten und Nationalkonservativen, die „teilweise antiliberale und antidemokratische Positionen“ propagieren.

Die „Weltwoche“ gehört dem umstrittenen Schweizer Verleger Roger Köppel. Er sitzt seit 2015 für die rechtspopulistische Schweizerische Volkspartei als Abgeordneter im Schweizer Nationalrat, dem Parlament des Nachbarlands. (afp)