In „Ponies“ auf WOW und Sky Atlantic wird Haley Lu Richardson zur unterschätzten Spionin im Kalten Krieg. Warum die Rolle für sie befreiend und fast therapeutisch war, erzählt sie im Interview.
Haley Lu Richardson schwärmt von „Ponies“-Co-Star Emilia Clarke„Du kannst ihr vertrauen“

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Haley Lu Richardson (links) und Emilia Clarke werden in „Ponies“ auf WOW und Sky Atlantic plötzlich zu Agentinnen im Kalten Krieg. (Bild: 2025 Peacock TV LLC)
Haley Lu Richardson (30) spielt in „Ponies“ eine Frau, die im Moskau der 1970er-Jahre unterschätzt wird - und genau daraus ihre Stärke zieht. An ihrer Seite: „Game of Thrones“-Star Emilia Clarke (39). Im Interview mit der Agentur teleschau spricht Richardson nun offen darüber, warum ihr diese Rolle näher ging als jede zuvor.
Die 30-Jährige wurde durch Filme wie „The Edge of Seventeen - Das Jahr der Entscheidung“ (2016) und „Drei Schritte zu dir“ (2019) bekannt - meist als leise, verletzliche Figur. Diesmal sei alles anders gewesen: „Ich habe noch nie wirklich die Lustige gespielt“, bemerkt Richardson. „Normalerweise sage ich mir: Rede nicht so, mach kein Gesicht, zieh es nicht ins Lächerliche.“ Diese Zurückhaltung habe sie diesmal bewusst abgelegt. „Mit dieser Rolle konnte ich da voll reingehen. Das war unglaublich befreiend“, gesteht sie.

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„Ich habe noch nie wirklich die Lustige gespielt“, sagt Richardson über ihre Rolle in „Ponies“. (Bild: 2025 Peacock TV LLC)
Besonders prägend sei für sie auch die Zusammenarbeit mit Emilia Clarke gewesen, mit der sie in der Serie ein ungleiches Duo bildet. „Ich habe sofort ihre Ehrlichkeit als Mensch gespürt“, sagt Richardson offen. Gerade in der Filmbranche sei das keine Selbstverständlichkeit. „Man trifft so viele Menschen, die etwas darstellen wollen, etwas von dir wollen oder versuchen, jemand zu sein“, erklärt sie. „Da gibt es oft dieses Gefühl im Bauch, dass man vorsichtig sein sollte.“ Bei Emilia Clarke sei es anders gewesen: „Das Einzige, was mein Bauchgefühl mir gesagt hat, war: Du kannst ihr vertrauen.“
Haley Lu Richardson und Emilia Clarke spielen in „Ponies“ Gegensätze
Dass Richardson ihrer Figur so viel Präsenz verleihen konnte, führt sie auf ihre eigene Vergangenheit zurück. Schon als Kind trainierte sie als Tänzerin. „Ich bin immer sehr in meinem Körper gewesen“, erklärt sie. „Ich verstehe Emotionen über Bewegung. Ihre Figur drücke sich deshalb stark über Haltung und Körpersprache aus.
„Die Art, wie sie geht, wie sie sitzt - breit, selbstverständlich“, sagt Richardson: „Ich habe bewusst darauf geachtet, körperlich das komplette Gegenteil meiner Serienpartnerin zu machen.“ Der Tanz habe ihr dafür das nötige Gespür gegeben. „Er macht dir bewusst, wie du dich bewegst, wie du Raum einnimmst - im Spiel und im Leben.“
In der Spionage-Serie „Ponies“ geraten zwei Frauen nach dem Tod ihrer Ehemänner in eine gefährliche Geheimdienstwelt im Kalten Krieg. Während Clarkes Figur strategisch und kontrolliert agiert, bringt Richardsons Twila Unberechenbarkeit, Körperlichkeit und Instinkt ins Spiel. Für Haley Lu Richardson war die Rolle mehr als Routine. „Ich konnte Dinge zeigen, die ich sonst eher zurückhalte“, sagte sie. Und genau das habe den Dreh für sie so besonders gemacht. (tsch)

