„Gefährliche Weltanschauung“ Nach Böhmermann-Kritik: Bund der Freien Waldorfschulen reagiert

Jan Böhmermann bei der Preisverleihung der „Journalistinnen und Journalisten des Jahres 2019“.

Jan Böhmermann übte Kritik an den Waldorfschulen in Deutschland. Nun hat der Bund der Freien Waldorfschulen reagiert.

Im „ZDF Magazin Royale“ übte Jan Böhmermann Kritik am System Waldorfschule. Nun hat der Bund der Freien Waldorfschulen reagiert.

„Wenn freie Entfaltung auf gefährliche Weltanschauung trifft“ – mit dieser Überschrift hat Jan Böhmermann im „ZDF Magazin Royale“ offen Kritik am System der Waldorfschulen geübt.

Der deutsche Staat unterstütze die Waldorfschulen jährlich mit mehr als einer halben Milliarde Euro, ohne genau zu wissen, was in den Schulen passiere, sagte Böhmermann. Waldorf-Ausbilder und Lehrer hätten Kontakte in die Szene der Corona-Leugner. Gewalttätigen Lehrern werde es zudem offenbar erleichtert, unentdeckt zu bleiben. Böhmermann stützte sich dabei auch auf Recherchen des Online-Magazins „Krautreporter“.

Böhmermann kritisiert Waldorfschulen – Reaktion folgt

Nun hat der Bund der Freien Waldorfschulen dazu Stellung bezogen. „Wir bekennen uns selbstverständlich zur freiheitlich demokratischen Grundordnung, die uns den Betrieb als Schulen in freier Trägerschaft erst möglich macht“, schrieb Vorstandsmitglied Nele Auschra in einer im Internet veröffentlichten Stellungnahme vom Freitag (18. November 2022).

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Die Schulen seien verpflichtet, ein Schutzkonzept zur Gewaltprävention zu erarbeiten. In einer bereits am Mittwoch veröffentlichten Stellungnahme hieß es, Reichsbürger, Neue Rechte oder Anhänger von Verschwörungsideologien hätten in Waldorfschulen nichts zu suchen.

Hier sehen Sie das ZDF Magazin Royale-Video:

Waldorfschulen sind Privatschulen. Nach Verbandsangaben gibt es mehr als 250 Waldorfschulen in Deutschland – die sich zum Bund der Freien Waldorfschulen zusammengeschlossen haben. Demnach besuchen rund 90.500 Schüler in Deutschland eine Waldorfschule.

Die klassischen Fächer wie Mathe oder Deutsch unterrichtet in diesen Schulen bis zur achten Klasse ein einziger Lehrer. Es gibt kein Sitzenbleiben und keine Noten – außer bei den staatlichen Abschlussprüfungen. (dpa)

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